Bachelorarbeit, 2020
35 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretische Einordnung
2.1. Die Typologie der Wohlfahrtsstaaten nach Esping-Andersen
2.2. Die Familienmodelle nach Pfau-Effinger
3. Familienpolitik in Deutschland
3.1 Wandel der Familie und Familienpolitik
3.2 Elterngeld, Elternzeit und Kindergeld
3.3 Kinderbetreuung
3.4 Einordnung in Wohlfahrtsstaatentypologie und Familienmodelle
4. Familienpolitik in Schweden
4.1 Wandel der Familie und Familienpolitik
4.2 Elternversicherung und Erziehungsurlaub
4.3 Kinderbetreuung
4.4 Einordnung in Wohlfahrtsstaatentypologie und Familienmodelle
5. Auswirkungen der familienpolitischen Maßnahmen
5.1 Auswirkungen auf die Fertilitätsrate
5.2 Auswirkungen auf die Erwerbsquote
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen familienpolitischen Maßnahmen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland und Schweden. Ziel ist es, auf Basis der Wohlfahrtsstaatentypologie nach Esping-Andersen und der Familienmodelle nach Pfau-Effinger zu analysieren, wie unterschiedliche politische Strategien die Fertilitätsraten und Erwerbsquoten beeinflussen.
2.1 Die Typologie der Wohlfahrtsstaaten nach Esping-Andersen
In seinem Buch „The three worlds of welfare capitalism“ entwickelt Esping-Andersen drei wohlfahrtsstaatliche Regime, bei dessen Entwicklung mehrere qualitative und quantitative Aspekte betrachtet wurden (1990). Auf die Frage was ein Wohlfahrtsstaat ist antwortet er, dass seine Vorgänger*innen in der Wohlfahrtsforschung davon ausgingen, dass die Höhe der Sozialausgaben das staatliche Engagement für die Wohlfahrt widerspiegelt, es allerdings neuere Entwicklungen in der Wohlfahrtsforschung gibt, die eine lineare Wohlfahrtsstaatenfolge schwierig machen. Aufgrund dieser neuen Entwicklungen konstituiert er die drei verschiedenen Typen von Wohlfahrtsstaaten (ebd.: 19-20).
Für Esping-Andersen spielt das Verhältnis zwischen Staat, Markt und Familie eine wichtige Rolle. Zentrale Begriffe sind dabei Dekommodifizierung und die soziale Schichtung. Das Konzept der Dekommodifizierung basiert auf der Idee, dass Arbeit eine Marktware ist, die von Arbeitnehmer*innen verkauft werden muss. Dekommodifizierung meint das Maß in dem der Wohlfahrtsstaat den Bürger*innen einen gesellschaftlich akzeptierten Lebensstandart, unabhängig von Markt und Arbeit ermöglicht. Nach Esping-Andersen ist sie ein Indikator für die Qualität der sozialen Rechte in einem Wohlfahrtsstaat. Je höher der Grad an Dekommodifizierung umso besser die Qualität des Wohlfahrtsstaates (Esping-Andersen 1990: 21-23). In Bezug auf die soziale Schichtung bringt er an, dass der Wohlfahrtsstaat ein eigenes Schichtungssystem ist (ebd.: 23/55). Damit ist gemeint, dass die sozialen Rechte des Wohlfahrtsstaates zu sozialer Solidarität, Klassenunterschieden und Statusdifferenzierung beitragen können (ebd.: 55).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und die Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wobei die Forschungsfrage nach den Zusammenhängen in Deutschland und Schweden formuliert wird.
2. Theoretische Einordnung: Dieses Kapitel führt die wesentlichen theoretischen Rahmenbedingungen ein, insbesondere die Wohlfahrtsstaatentypologie von Esping-Andersen sowie die Familienmodelle nach Pfau-Effinger.
3. Familienpolitik in Deutschland: Es wird die historische Entwicklung der deutschen Familienpolitik, die Rolle von Elterngeld und Kinderbetreuung sowie die Einordnung in die konservative Wohlfahrtsstaatslogik analysiert.
4. Familienpolitik in Schweden: Das Kapitel beschreibt den schwedischen Ansatz der Familienpolitik, der stärker auf Gleichstellung und Erwerbsbeteiligung beider Elternteile ausgerichtet ist.
5. Auswirkungen der familienpolitischen Maßnahmen: Hier werden die Effekte der unterschiedlichen Politiken auf die Fertilitätsraten und die Erwerbsquoten in beiden Ländern gegenübergestellt und diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Schweden bessere strukturelle Bedingungen für die Vereinbarkeit bietet als Deutschland.
Familienpolitik, Vereinbarkeit, Wohlfahrtsstaat, Esping-Andersen, Pfau-Effinger, Deutschland, Schweden, Fertilitätsrate, Erwerbsquote, Dekommodifizierung, Elternzeit, Kinderbetreuung, Gender Pay Gap, Care-Arbeit, Gleichstellung
Die Arbeit untersucht den Einfluss unterschiedlicher familienpolitischer Maßnahmen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland und Schweden.
Die zentralen Felder umfassen Wohlfahrtsstaatentypologien, Familienmodelle, Kinderbetreuungssysteme sowie die Auswirkungen auf Fertilität und Erwerbsbeteiligung.
Die zentrale Frage lautet: In welchem Zusammenhang stehen familienpolitische Maßnahmen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland und Schweden?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse ausgewählter Sekundärliteratur und statistischer Daten, um einen vergleichenden Überblick über die familienpolitischen Ansätze zu geben.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der Familienpolitik in beiden Ländern sowie die empirische Analyse der Auswirkungen auf demografische und erwerbsbezogene Faktoren.
Wichtige Schlagworte sind Familienpolitik, Vereinbarkeit, Wohlfahrtsstaat, Dekommodifizierung, Erwerbsquote und Fertilitätsrate.
Deutschland wird nach Esping-Andersen so eingestuft, da es traditionelle Familienbilder fördert, das Subsidiaritätsprinzip stark gewichtet und noch immer stark auf ehebezogene Sozialleistungen setzt.
Das schwedische Modell ist de-familialisierend, setzt stärker auf individuelle Rechte, eine umfassende staatliche Kinderbetreuung und zielt aktiv auf die Erwerbsbeteiligung beider Elternteile ab.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ein zentraler Faktor für die erfolgreiche Integration von Müttern in den Arbeitsmarkt ist.
Es führt laut der Arbeit zu strukturellen Nachteilen für Frauen, etwa durch Erwerbsunterbrechungen oder Teilzeitbeschäftigung, da die Care-Arbeit nach wie vor häufig primär als weibliche Aufgabe wahrgenommen wird.
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