Bachelorarbeit, 2020
82 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Jugendamt
2.1 Der allgemeine Soziale Dienst (ASD) und seine Adressaten
2.2 Aufgabenbereiche und rechtliche Grundlagen
2.3 Das staatliche Wächteramt
3. Stress, Belastung und Beanspruchung
3.1 Belastungs-Beanspruchungs-Konzept nach Rohmert & Rutenfranz (1975)
3.2 Stressforschung
3.2.1 Stressmodell nach Selye (1956)
3.2.2. Transaktionales Stresskonzept nach Lazarus et. al. (1984)
4. Burnout
4.1 Definitionsversuch
4.2. Symptomatik & Verlauf
4.3 Ätiologie & Risikofaktoren
4.3.1 Persönlichkeitszentrierter Erklärungsansatz
4.3.2 Sozial-, arbeits-, und organisationspsychologischer Erklärungsansatz
5. Burnout im Tätigkeitsfeld des ASD
5.1 Arbeitsbezogene Präventionsmaßnahmen
5.2 Selbstfürsorge
5.2.1 Selbstfürsorgemaßnahmen im ASD
5.2.2 Coping
5.3 Aktueller Forschungsstand
5.3.1 Belastungen im ASD
5.3.2 Entlastende Faktoren und präventive Maßnahmen im ASD
6. Methodisches Vorgehen
6.1 Erhebungsverfahren
6.1.1 Interviewform
6.1.2 Fragenformulierung
6.1.3 Interviewleitfaden
6.1.4 Sampling & Durchführung
6.2 Datenauswertung
6.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse
6.2.2 Ergebnisdeskription
7. Diskussionsteil
7.1 Gütekriterien der qualitativen Forschung
7.2 Fazit
Diese Bachelor-Thesis untersucht das Burnout-Risiko bei Fachkräften im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) unter Berücksichtigung von Belastungsfaktoren, individuellen Bewältigungsstrategien und präventiven Maßnahmen. Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Gesundheit der Fachkräfte trotz hoher Arbeitsanforderungen und komplexer Problemlagen im Kinderschutz erhalten werden kann, wobei auch die Auswirkungen der Corona-Krise beleuchtet werden.
3.1 Belastungs-Beanspruchungs-Konzept nach Rohmert & Rutenfranz (1975)
Nach Rohmert & Rutenfranz (1975, zit. nach Rusch, 2019, S.33f.) umfasst der wertneutrale Belastungsbegriff die Gesamtheit aller externen Einflüsse, die körperlich und psychisch auf eine Person einwirken (vgl. DIN EN ISO 10075-1). Zur Beschreibung der einwirkenden Reize kann synonym der Begriff „Stressor“ verwendet werden (Uhle & Treier, 2019, S.119ff.). Stressoren können sowohl negativ oder positiv als auch unterschiedlicher Natur sein (Reiners-Kröncke et al., 2010, S.46). Negative Belastungen werden als Fehlbelastungen bezeichnet. Im Rahmen der Forschungsfrage stehen Fehlbelastungen im Hinblick auf arbeitsbezogene (z.B. hohe Fallzahlen), organisatorische (z.B. Personalmangel) und psychosoziale Stressoren (z.B. berufliche Konflikte mit Kollegen oder Klienten) im Fokus.
Eine psychische Beanspruchung definieren Rohmert & Rutenfranz hingegen als direkte Auswirkungen einer Belastung auf und in einer Person (Rusch, 2019, S.33). Langfristige Konsequenzen werden Beanspruchungsfolgen genannt (ebd.). Es kann sich sowohl um (langfristig) hinderliche (z.B. Frust o. Burnout) als auch um förderliche Folgen (z.B. Aktivierung o. Gesundheitserhaltung) handeln (ebd.). Ob und in welchem Ausmaß Beanspruchungsreaktionen und -folgen entstehen, ist sowohl von der Qualität, Intensität und der Dauer der Stressoren als auch von den individuellen psychischen und körperlichen Ressourcen einer Person abhängig (ebd.). Insbesondere die Bewältigungsfähigkeit ist hierbei von Bedeutung. Die Beanspruchung fällt umso niedriger aus, umso besser eine Individuum mit Belastungen umgehen kann bzw. umso mehr förderliche Ressourcen vorhanden sind. Um das Konzept beispielhaft auf das Tätigkeitsfeld des ASD zu beziehen, bedeutet das, dass ein objektiv gleicher Stressor bei einer Fachkraft, die über mehr Berufserfahrung und damit über mehr Ressourcen verfügt, zu einem anderen Beanspruchungsmaß führt als bei einem Berufseinsteiger.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Arbeitsüberlastung im ASD ein und begründet das Forschungsinteresse an präventiven Maßnahmen gegen Burnout.
2. Das Jugendamt: Dieses Kapitel erläutert die Struktur, die Aufgabenbereiche und das staatliche Wächteramt des Jugendamtes bzw. des ASD.
3. Stress, Belastung und Beanspruchung: Hier werden theoretische Grundlagen aus der Stressforschung, wie das Konzept nach Rohmert & Rutenfranz sowie Stressmodelle von Selye und Lazarus, dargelegt.
4. Burnout: Dieses Kapitel widmet sich der Definition, den Symptomen, dem Verlauf und den ätiologischen Erklärungsansätzen des Burnout-Syndroms.
5. Burnout im Tätigkeitsfeld des ASD: Die theoretischen Erkenntnisse werden auf das spezifische Arbeitsfeld übertragen, wobei präventive Möglichkeiten, aktuelle Forschungsergebnisse und entlastende Faktoren analysiert werden.
6. Methodisches Vorgehen: Hier wird die qualitative Forschungsmethodik, bestehend aus Experteninterviews und deren Auswertung durch qualitative Inhaltsanalyse, beschrieben.
7. Diskussionsteil: Die Forschungsergebnisse werden im Kontext der Theorie diskutiert, Gütekriterien geprüft und ein abschließendes Fazit gezogen.
Burnout, Allgemeiner Sozialer Dienst, ASD, Stress, Belastung, Beanspruchung, Prävention, Selbstfürsorge, Kinderschutz, Sozialarbeit, qualitative Forschung, Experteninterview, Coping, Arbeitsbelastung, Ressourcen.
Die Arbeit untersucht das Burnout-Risiko bei Fachkräften im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), analysiert Belastungsfaktoren und erforscht präventive Maßnahmen sowie Strategien zur Gesundheitserhaltung.
Die zentralen Themen sind die Arbeitsbelastung im ASD, das Burnout-Syndrom, Stressbewältigung (Coping), Selbstfürsorge und die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeit im Kinderschutz.
Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die hohen Belastungsfaktoren im ASD reduziert und die Gesundheit der Fachkräfte durch individuelle und institutionelle Maßnahmen gefördert werden kann.
Es wurde eine qualitative, theoriegenerierte Forschungsmethodik gewählt, die Experteninterviews mit Fachkräften aus verschiedenen Sozialen Diensten umfasst und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wird.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Jugendamts, Stress- und Belastungskonzepte, Definitionen und Verläufe von Burnout sowie Strategien der Selbstfürsorge und Burnout-Prävention im beruflichen Kontext.
Burnout, ASD, Kinderschutz, Stressbewältigung, Selbstfürsorge, Belastungsfaktoren und Prävention sind die maßgeblichen Begriffe.
Die Corona-Krise führt zu strukturellen Veränderungen (Homeoffice, Kontaktbeschränkungen), erschwert die Überprüfung des Kindeswohls und erhöht die Sorge vor einer Dunkelziffer bei Kindeswohlgefährdungen.
Berufsanfänger gelten als besonders belastet, da sie noch keine Routine besitzen. Ihre Einarbeitung stellt für erfahrene Fachkräfte eine zusätzliche zeitliche Belastung dar.
Das Team wird als „Sicherheitsfaktor“ betrachtet, der Rückendeckung bietet, kollegiale Beratung ermöglicht und ein stützendes Arbeitsklima schafft, das den Einbruch einzelner Mitarbeiter verhindern kann.
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