Bachelorarbeit, 2020
83 Seiten, Note: 1,3
1. Hinführung und Aufbau dieser Arbeit
2. Grundlagen
2.1. Rechtliche Umstrukturierung
2.2. Begriffliche Annäherung an Grundbegriffe
2.2.1. Paradigmenwechsel von der Integration zur Inklusion
2.2.2. Inklusion als neuer Leitbegriff und pädagogisches Rahmenkonzept
2.2.3. Inklusion in der Beruflichen Bildung
2.2.4. Behinderung unter dem Aspekt des Inklusionsgedanken
2.2.5. Sonderpädagogischer Förderbedarf
2.3. Allgemeinpädagogische Aufgaben und Professionalität im Lehrerberuf
2.3.1. Allgemeinpädagogische Aufgaben von Lehrkräften
2.3.2. Unterrichten, Beraten, Beurteilen, Erziehen
2.3.3. Professionsbegriff und Positionen zur Professionalität von Lehrkräften
3. Der Forschungsstand mit Blick ins inklusive Klassenzimmer
3.1. Inklusiver Unterricht
3.2. Der aktuelle Forschungsstand zu veränderten Aufgaben und Herausforderungen von Lehrkräften
3.3. Der aktuelle Forschungsstand zu den Einstellungen von Lehrkräften
3.4. Professionalität von Lehrkräften mit Blick auf Inklusion - ein Anforderungsprofil
4. Die allgemeinpädagogische Aufgabe der inklusionsorientierten Erziehung
4.1. Werteerziehung
4.2. Berufliche Bildung und der Erziehungsbegriff
5. Inklusive Erziehungsziele und praktische Umsetzungsanregungen
5.1. Wertschätzung von Vielfalt und die Umsetzung in der Beruflichen Bildung
5.2. Kulturunterschiede entdecken und akzeptieren und die Umsetzung in der Beruflichen Bildung
5.3. Abbau von Berührungsängsten, Bilden einer Gemeinschaft und die Umsetzung in der Beruflichen Bildung
5.4. Bewusster Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen und die Umsetzung in der Beruflichen Bildung
5.5. Empathie und Einfühlungsvermögen und die Umsetzung in der Beruflichen Bildung
6. Erfolgsunsicherheit des Lehrerhandelns
7. Fazit und Ausblick
7.1. Schlussfolgerungen zur inklusionsorientierten (Werte-)Erziehung und Lehrerprofessionalität
7.2. Ausblick: Konsequenzen für die Lehrer(aus)bildung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Herausforderungen und Aufgaben, die sich für die Lehrerprofessionalität im Kontext einer inklusionsorientierten Erziehung an berufsbildenden Schulen ergeben. Dabei liegt der Fokus primär auf der Erziehung als zentraler, jedoch oft unterschätzter Teilaufgabe von Lehrkräften, um eine inklusive Schulkultur zu etablieren.
2.2.1. Paradigmenwechsel von der Integration zur Inklusion
Der wissenschaftliche Diskurs um Integration und Inklusion ist kontrovers diskutiert. Begriffliche Missverständnisse und Sprachverwirrungen wurden bei inkorrekten Übersetzungen englischsprachiger Dokumente ins Deutsche noch vermehrt. Angestoßen durch die Übersetzung der Salamanca-Erklärung sowie der UN-BRK ins Deutsche, herrschte zunächst eine gewisse Begriffsverwirrung, da in den originalen Gesetzestexten im Englischen durchgehend von „inclusion“ die Rede ist, während in der deutschen Übersetzung der Staaten Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Deutschland der Begriff der Integration verwendet wurde (vgl. Wocken, 2015, S. 59). Da jedoch hinter den beiden Begrifflichkeiten fachlich komplett unterschiedliche Konzepte stehen, ist diese Abweichung keineswegs unproblematisch (vgl. Böttinger, 2016, S. 24).
Integration leitet sich von dem lateinischen Wort „integratio“ ab und bedeutet die Wiederherstellung eines Ganzen (vgl. Schneider & Toyka-Seid, 2019). Schon in dieser Übersetzung wird deutlich, dass die Integration darauf abzielt, etwas zusammenzubringen, was ursprünglich separiert war und beschreibt die Eingliederung in ein großes Ganzes als Versuch Differenzierung aufzuheben. Folglich bedeutet eine integrative Beschulung, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zuvor an Förderschulen unterrichtet wurden, den Wechsel auf eine Regelschule zu ermöglichen. Dort erfolgt eine besondere Förderung in Abstimmung mit deren Bedürfnissen. Der Integrationsansatz enthält dabei die Kategorisierungen „förderbedürftig“ bzw. „nicht förderbedürftig“ und erhält somit die Kategorie der Behinderung. Dies zeigt deutlich, dass der Versuch der Integration, bisher bestehende Separationen aufzuheben, nicht erfolgreich ist und somit eher das Trennende an erster Stelle steht. Die Behinderung, die als abweichend vom Normalen dargestellt wird, soll in die bestehenden Lebensformen eingeschlossen werden (vgl. Böttinger, 2016, S. 25).
1. Hinführung und Aufbau dieser Arbeit: Einführung in die Thematik der Inklusion im deutschen Schulsystem sowie Darlegung der Relevanz für angehende Lehrkräfte und des weiteren Arbeitsaufbaus.
2. Grundlagen: Erläuterung der rechtlichen Ausgangslage (UN-BRK) sowie Klärung zentraler Fachbegriffe wie Inklusion, Integration, Behinderung, sonderpädagogischer Förderbedarf und Lehrerprofessionalität.
3. Der Forschungsstand mit Blick ins inklusive Klassenzimmer: Darstellung der Anforderungen an inklusiven Unterricht sowie Auswertung aktueller Studien zu den veränderten Aufgaben und Einstellungen von Lehrkräften.
4. Die allgemeinpädagogische Aufgabe der inklusionsorientierten Erziehung: Definition von Erziehung in der Schule und Analyse der spezifischen Rolle der Werteerziehung in der beruflichen Bildung.
5. Inklusive Erziehungsziele und praktische Umsetzungsanregungen: Vorstellung von fünf inklusiven Erziehungszielen nebst praktischen Unterrichtsbeispielen für die berufliche Bildung, wie z.B. Wertschätzung von Vielfalt und Abbau von Vorurteilen.
6. Erfolgsunsicherheit des Lehrerhandelns: Reflexion über die prinzipielle Unvorhersehbarkeit pädagogischen Handelns im Rahmen des Angebot-Nutzen-Modells.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Lehrerprofessionalität und Skizzierung von Konsequenzen für die zukünftige Lehrerbildung.
Inklusion, Lehrerprofessionalität, berufliche Bildung, Inklusionsorientierte Erziehung, Werteerziehung, Heterogenität, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Lehrerbildung, Schulentwicklung, Wertehaltung, Unterrichtsqualität, Inklusiver Unterricht, Einstellungen von Lehrkräften, Kooperation, Reflexion
Die Arbeit analysiert, wie das Inklusionsparadigma die Rolle und die Anforderungen an Lehrkräfte verändert, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Integration und Inklusion, die Professionalität von Lehrkräften, das inklusive Klassenzimmer sowie praktische Erziehungsziele wie Wertevermittlung und interkulturelle Kompetenz.
Das Ziel ist es, ein inklusionsorientiertes Anforderungsprofil für Lehrkräfte zu erstellen und aufzuzeigen, wie Erziehungsaufgaben in der beruflichen Bildung zur erfolgreichen Inklusion beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Forschungsstandanalyse sowie der theoretischen Herleitung von Erziehungszielen und deren Transfer in praktische Unterrichtsbeispiele.
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, der Forschungsstand zur Lehrerprofessionalität im inklusiven Unterricht sowie konkrete inklusive Erziehungsziele und deren praktische Umsetzung in der beruflichen Ausbildung erörtert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, Lehrerprofessionalität, Heterogenität, Werteerziehung und die didaktische Gestaltung inklusiver Lernumgebungen definiert.
Obwohl Auszubildende meist erwachsen sind, ist Erziehung zur Werteorientierung und zur Teilhabe an einer pluralistischen Gesellschaft auch in der Berufsschule essenziell, um Inklusion gesamtgesellschaftlich voranzubringen.
Das Modell verdeutlicht die "Erfolgsunsicherheit" des Lehrerhandelns, indem es zeigt, dass Unterricht nur ein Angebot darstellt, dessen Wirkung stark von den individuellen Voraussetzungen der Lernenden abhängt.
Professionalität wird hier als Fähigkeit verstanden, mit den Antinomien und der Komplexität inklusiver Settings professionell umzugehen, wobei eine positive Wertehaltung und stetige Selbstreflexion als Kernkompetenzen gelten.
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