Bachelorarbeit, 2020
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Psychotraumatologie
2.1 Das Trauma
2.1.1 Verlauf einer Traumatisierung
2.1.2 Risiko- und Schutzfaktoren
2.2 Traumafolgestörungen
2.2.1 Akute Belastungsreaktion
2.2.2 Posttraumatische Belastungsstörung
2.2.3 Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung
2.2.4 Komorbiditäten
3 Begriffsbestimmung geistige Behinderung
4 Traumatisierung und geistige Behinderung
4.1 Risikofaktoren
4.1.1 Personale Risikofaktoren
4.1.2 Umweltbedingte Risikofaktoren
4.2 Diagnostik
4.3 Konsequenzen für die Soziale Arbeit
5 Traumapädagogik in der Sozialen Arbeit
5.1 Traumapädagogische Grundhaltung
5.2 Sichere Orte
5.3 Selbstbemächtigung
5.4 Bindungsorientierung
5.5 Ressourcenorientierung
5.6 Bedeutung von Traumapädagogik für die Traumabearbeitung
6 Traumapädagogik und geistige Behinderung
6.1 Anwendbarkeit und Grenzen
6.1.1 Aspekte für die traumapädagogische Begleitung
6.1.2 Ausblick
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Fachkräfte der Sozialen Arbeit Handlungsansätze der Traumapädagogik bei traumatisierten Menschen mit einer geistigen Behinderung nutzen und perspektivisch weiterentwickeln können, um diesen Menschen eine angemessene Unterstützung bei der Traumabewältigung zu ermöglichen.
2.1.1 Verlauf einer Traumatisierung
Laut Fischer und Riedesser (2009) beginnt eine Traumatisierung zunächst mit einer „traumatischen Situation“ (S.64). Sie beschreiben diese als „ein Zusammenspiel von traumatischen Umweltbedingungen und subjektiver Bedeutungszuschreibung, von Erleben und Verhalten“ (ebd.). Laut erhobener Daten, die 2017 von Longo in der englischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlich wurden, erfahren mehr als 70% aller Erwachsenen weltweit ein solches Ereignis (Longo, n. Hüllemann 2019, S.15). Dieses trete bei über 31% sogar bis zu viermal oder mehrfach in ihrem Leben auf (ebd.). Das Ereignis selbst ist laut Fischer und Riedessers Definition jedoch nicht allein für die Ausbildung eines Traumas verantwortlich, sondern die Interaktion zwischen Person und Umwelt. Die subjektive Wahrnehmung spielt eine genauso große Rolle wie die traumatisierende Umweltbedingung. Bei einer traumatischen Situation sei es einer Person nicht möglich, angemessen zu reagieren (Fischer und Riedesser 2009, S.65). Die üblichen Anpassungs- oder Bewältigungsstrategien seien wirkungslos und das Selbstwirksamkeitsvermögen förmlich „außer Kraft gesetzt“ (Scherwath und Friedrich 2016, S.21). Die Situation scheint ausweglos und unabsehbar (ebd.). Innerhalb der „traumatischen Situation“ werden vom Körper vermeintliche Notprogramme in Gang gesetzt, die ein Überleben sichern sollen (ebd.). Übliche Notfallreaktionen wären beispielweise zu „flüchten“ oder zu „kämpfen“ (Hantke und Görges 2012, S.60). Bei einer Traumatisierung gelinge dies jedoch häufig nicht und betroffene Personen befinden sich in einer sogenannten „traumatischen Zange“ (Scherwath und Friedrich 2016, S.23). Sie können nicht flüchten, aber auch nicht kämpfen. Sie fallen in eine Art „Freeze-Reaktion“ (Einfrierung), in der sie sich der Situation hilflos hingeben, aber sich zumindest psychisch vom Geschehen distanzieren (ebd.). Dies bleibt häufig nicht ohne Konsequenzen. Menschen können kurz- oder langfristig unterschiedliche psychische Folgestörungen (siehe Kap. 2.2.) entwickeln.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Traumata bei Menschen mit geistiger Behinderung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Anwendbarkeit traumapädagogischer Ansätze in diesem Bereich.
2 Psychotraumatologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, Definitionen von Traumata, deren Verlauf sowie verschiedene Traumafolgestörungen und Komorbiditäten.
3 Begriffsbestimmung geistige Behinderung: Hier erfolgt eine definitorische Annäherung an den Begriff „geistige Behinderung“ unter Berücksichtigung aktueller Standards wie der ICF und ICD-10.
4 Traumatisierung und geistige Behinderung: Dieses Kapitel untersucht die Prävalenz, personale und umweltbedingte Risikofaktoren sowie die Herausforderungen bei der Diagnostik von Traumata bei dieser spezifischen Klientel.
5 Traumapädagogik in der Sozialen Arbeit: Hier werden die Grundlagen, Leitlinien und Konzepte der Traumapädagogik als interdisziplinäre Fachdisziplin für die Soziale Arbeit vorgestellt.
6 Traumapädagogik und geistige Behinderung: Dieses Kapitel analysiert den Transfer traumapädagogischer Konzepte auf Menschen mit geistiger Behinderung unter Berücksichtigung von Anwendbarkeit, Grenzen und perspektivischen Gestaltungsmöglichkeiten.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Traumapädagogik in der Behindertenhilfe.
Trauma, Psychotraumatologie, geistige Behinderung, Traumapädagogik, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Diagnostik, Risikofaktoren, Resilienz, Selbstbemächtigung, Bindungsorientierung, Sicherheit, Traumabewältigung, Traumaverarbeitung, Inklusion
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von traumapädagogischen Handlungsansätzen bei Menschen mit geistiger Behinderung, um eine adäquate Begleitung in der Behindertenhilfe zu gewährleisten.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Psychotraumatologie, die spezifischen Herausforderungen von Menschen mit geistiger Behinderung im Kontext von Traumatisierungen und die Übertragung traumapädagogischer Konzepte auf diese Personengruppe.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit Fachkräfte der Sozialen Arbeit traumapädagogische Handlungsansätze bei traumatisierten Menschen mit geistiger Behinderung nutzen und perspektivisch gestalten können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie, der Heilpädagogik und der Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Psychotraumatologie, Begriffsbestimmung Behinderung), eine Analyse der Risiken und Diagnostik bei geistiger Behinderung sowie die detaillierte Darstellung traumapädagogischer Prinzipien und deren Transfer auf die Praxis in der Behindertenhilfe.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Trauma, Traumapädagogik, geistige Behinderung, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Resilienz, Selbstbemächtigung und Bindungsorientierung.
Die Autorin stellt fest, dass Traumafolgen bei Menschen mit geistiger Behinderung häufiger auf der Verhaltensebene statt auf der sprachlichen Ebene sichtbar werden und oft mit dem allgemeinen Behinderungsbild konnotiert (verwechselt) werden.
Die Errichtung sicherer Orte wird erschwert, da betroffene Klienten ihre Bedürfnisse oft nicht selbst kommunizieren können und Einrichtungen sowie Bezugspersonen eine hohe Verantwortung tragen, um triggernde Situationen zu vermeiden, ohne dabei in Bevormundung oder Tabuisierung zu verfallen.
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