Bachelorarbeit, 2019
38 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Klassische und moderne Ansätze der Pentekostalismusforschung
3. Christentum in Nigeria
4. Pentekostalismus in Nigeria
4.1 Bruch mit der Vergangenheit
4.2 Der Wettstreit um den öffentlichen Raum
4.3 Die Dämonisierung des Islams
4.4 Der Umgang mit Gewalt
5. Islam in Nigeria
6. Reformislam in Nigeria
6.1 Reformislam als Islamkritik
6.2 Inhalte der Reform
6.3 Methoden zur Verbreitung der Botschaft
7. Rezeptionsprozesse
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die religiöse Revitalisierung in Nigeria und analysiert die Interaktion sowie die wechselseitigen Rezeptionsprozesse zwischen dem Pentekostalismus im Süden und dem Reformislam im Norden. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit diese beiden religiösen Strömungen, trotz ihres antagonistischen Wesens, gemeinsame Reaktionsmuster auf gesellschaftliche Herausforderungen aufweisen und wie sie Elemente des jeweils anderen in ihre eigene Lehre und Praxis integrieren.
4.1 Bruch mit der Vergangenheit
Der Pentekostalismus in Nigeria zeichnet sich, ähnlich wie die ersten Versuche christlicher Mission, durch einen starken Widerstand gegen – oder wie es Larkin und Meyer noch drastischer ausdrücken, einen nachhaltigen Angriff auf – lokale kulturelle und religiöse Traditionen aus. Traditionelle Kultur wird als Angelegenheit der Vergangenheit instrumentalisiert, in die man nur zurückrutschen könne. Bekannte Praktiken wie das Ausgießen von Trankopfern werden den neuen Gläubigen als dämonische, okkulte, mit dem Teufel verbundene Handlungen präsentiert, die den Fortschritt in ihrem Leben verhindern würden.
Demgegenüber positioniert sich die pentekostale Gemeinde bewusst und wirksam als Bote von Modernität und Fortschritt. Dieses Image baut sie u. a. durch die Errichtung von massentauglichen Kirchenhäusern, den Gebrauch von moderner audio-visueller Technologie, die Produktion von eigenen TV- und Radiosendungen, riesige Evangelisationsveranstaltungen und die Betonung der Zugehörigkeit zu einem internationalen, globalen Netzwerk auf. Insbesondere der Medieneinsatz und die globale Orientierung der Bewegung suggerieren den pfingstlerisch-christlichen Glauben als Unterstützung Erfolg und Modernität zu implementieren und als Chance zur Überwindung lokaler Herausforderungen und Gebundenheiten durch eine delokalisierte Form der Gemeinschaft und Identität.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die religiöse Revitalisierung Nigerias ein und formuliert das Ziel, die Rezeptionsprozesse zwischen Pentekostalismus und Reformislam zu untersuchen.
2. Klassische und moderne Ansätze der Pentekostalismusforschung: Hier werden theoretische Ansätze zur Definition und Kategorisierung des Pentekostalismus sowie die Herausforderungen der wissenschaftlichen Forschung in diesem Bereich diskutiert.
3. Christentum in Nigeria: Dieses Kapitel skizziert die historische Ausbreitung des Christentums von den ersten Missionsversuchen im Süden bis zur Herausforderung durch den islamisch geprägten Norden.
4. Pentekostalismus in Nigeria: Dieser Abschnitt beschreibt die Entstehung der pfingstlerischen Bewegung in Nigeria, ihre aggressive Evangelisationsstrategie und die zunehmende Politisierung innerhalb der nigerianischen Gesellschaft.
4.1 Bruch mit der Vergangenheit: Hier wird der radikale Bruch der Pfingstler mit traditionellen kulturellen Praktiken und deren Deutung als dämonisch analysiert.
4.2 Der Wettstreit um den öffentlichen Raum: Dieses Kapitel thematisiert die zunehmende Präsenz pentekostaler Gruppen im öffentlichen Raum und die damit einhergehende Konfrontation mit islamischen Akteuren.
4.3 Die Dämonisierung des Islams: Hier wird die Einführung des Konzepts der „geistlichen Kriegsführung“ beschrieben, durch welches das Feindbild des Islams als religiöser und gesellschaftlicher Gegner gefestigt wurde.
4.4 Der Umgang mit Gewalt: Dieses Kapitel befasst sich mit der Entwicklung der Strategie im Umgang mit Gewalt, vom anfänglichen Prinzip des Nicht-Widerstands hin zu einer aktiveren Gegenwehr.
5. Islam in Nigeria: Ein Überblick über die historische Etablierung des Islams in den Hausastaaten und die Rolle der Kolonialherrschaft für die islamische Hegemonie im Norden.
6. Reformislam in Nigeria: Dieses Kapitel stellt die Entstehung des islamischen Reformismus in den 1970er Jahren vor, der eine Rückkehr zu den Ursprungstexten des Korans fordert.
6.1 Reformislam als Islamkritik: Hier wird die fundamentale Kritik der Reformer an traditionellen sufistischen Praktiken und deren Auswirkungen auf die innerislamische Einigkeit dargestellt.
6.2 Inhalte der Reform: In diesem Teil werden die konkreten Kritikpunkte der Reformer, wie die Ablehnung von Heiligenverehrung und kulturellen Bräuchen, detailliert aufgeführt.
6.3 Methoden zur Verbreitung der Botschaft: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Reformer moderne Medien und Massenveranstaltungen nutzten, um ihre Lehren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
7. Rezeptionsprozesse: Hier werden die fünf zentralen Aspekte zusammengefasst, die die gegenseitige Beeinflussung und strukturelle Angleichung von Pentekostalismus und Reformislam belegen.
8. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Ähnlichkeiten der Bewegungen primär auf einer gemeinsamen Reaktion auf sozioökonomische Herausforderungen der Zeit beruhen.
Pentekostalismus, Reformislam, Nigeria, Evangelisation, Izala-Bewegung, Rezeptionsprozesse, Religiöse Revitalisierung, Öffentlicher Raum, Geistliche Kriegsführung, Modernität, Christentum, Islam, Säkularisierung, Politisierung, Identitätsstiftung
Die Arbeit untersucht die religiöse Dynamik in Nigeria seit den 1970er Jahren und analysiert die verblüffenden Parallelen in der Entwicklung und den Strategien von Pentekostalismus und Reformislam.
Zu den zentralen Themen gehören die religiöse Identitätsbildung, die Instrumentalisierung moderner Medien für religiöse Zwecke sowie die Konkurrenz um den politischen und gesellschaftlichen Einfluss im öffentlichen Raum.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese religiösen Gruppen durch wechselseitige Rezeptionsprozesse – etwa durch das Kopieren von Werbestrategien oder politischem Engagement – auf ihre Konkurrenten und die gesellschaftlichen Bedingungen reagieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und vergleicht die Ansätze der Pentekostalismus- und Islamforschung, um theoretische Konzepte auf die nigerianische Situation anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung des Christentums und Islams in Nigeria sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Arbeitsweisen von Pfingstkirchen und islamischen Reformgruppen.
Besonders prägend sind Begriffe wie „Rezeptionsprozesse“, „religiöse Revitalisierung“, „Bruch mit der Vergangenheit“ und „öffentlicher Raum“.
Die Arbeit zeigt auf, dass die Kolonialpolitik, insbesondere die Trennung von Nord- und Süd-Nigeria durch das Modell des „indirect rule“, die religiöse Landkarte und die Entstehung der heutigen Konfliktlinien maßgeblich mitgeprägt hat.
Die Izala-Bewegung gilt als das bedeutendste Beispiel für den Reformislam in Nigeria; ihr rationalistischer und Sufismus-kritischer Ansatz bietet direkte Anknüpfungspunkte für den Vergleich mit den Reformtendenzen der Pfingstbewegung.
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