Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Theorie und Forschungsstand
1.1 Gesellschaftliche Wahrnehmung und Fremdwahrnehmung
1.1.1 Vaterrolle im Wandel
1.1.2 Soziale Wahrnehmung und Stereotypisierung
1.1.3 Verbreitung von Vaterleitbildern in der Gesellschaft
1.2 Betreuungsmodelle: Elternzeit und Vollzeitvater
1.2.1 Inanspruchnahme der Elternzeit des Vaters
1.2.2 Vater in Vollzeitarbeit
1.3 Kompetenzen: Elternkompetenz und Jobkompetenz
1.3.1 Elterliche Kompetenz
1.3.2 Berufliche Kompetenz
1.4 Forschungsstand
2 Zielsetzung und Hypothesen
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Forschungsdesign
3.2 Bildung der Variablen
3.3 Stichprobe
3.4 Durchführung
4 Ergebnisse
4.1 Auswertung der Hypothese 1
4.2 Auswertung der Hypothese 2
4.3 Auswertung der Hypothese 3
5 Diskussion und Ausblick
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Kritische Reflexion der Methode
5.3 Fazit
5.4 Ausblick für Forschung und Praxis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Väter in der Gesellschaft hinsichtlich ihrer elterlichen und beruflichen Kompetenzen wahrgenommen werden, abhängig davon, ob sie sich nach der Geburt des Kindes für eine Elternzeit entscheiden oder weiterhin in Vollzeit arbeiten. Das primäre Ziel ist die Überprüfung von drei Hypothesen mittels einer quantitativen Vignettenanalyse, um den Einfluss von Elternzeit auf das soziale Bild und die Zuschreibung von Kompetenzen bei Vätern zu ermitteln.
1.1.1 Vaterrolle im Wandel
Um das Paradigma der neuen Vaterschaft zu verstehen, ist es wichtig, dieses von vorherigen Leitbildern und Praxen abzugrenzen.
Das Verständnis der heutigen neuen Vaterschaft ähnelt sehr stark dem des 18. Jahrhunderts, in dem das Ideal eines Vaters war, sich genau so intensiv an der Kindererziehung zu beteiligen wie die Mutter. Nicht nur die Erziehung, sondern auch häusliche Fähigkeiten gehörten zu Attributen eines guten Vaters. Da Kinder als Eigentum des Vaters betrachtet wurden, hatten Väter große Verantwortung für die Kinder zu tragen, in Form von „Schutz-, Sorge- und Unterhaltsverpflichtungen“. Martin Luther forderte Väter dazu auf, Kinder als autoritärer, aber fürsorglicher Vater zu erziehen. Unabdingbar waren dabei Aufgaben wie Füttern oder Wickeln des Kindes, falls die Mutter verhindert war (Possinger, 2013a).
Was heute für die Gesellschaft als traditionell angesehen wird, entwickelte sich erst im Zuge der Industrialisierung. Zum Ende des 18. Jahrhundert implementierte sich das traditionelle Familienleitbild zunächst nur in den hochbürgerlichen Familien, mit dem Vater als höchste Autoritätsperson und Familienernährer, und der Mutter als Zuständige für Haushalt und Kindererziehung (Nave-Hertz & Onnen-Isemann, 2007). In Folge dessen begann ein Prozess des Umdenkens. Mutter und Vater wurden „als wesensmäßig unterschiedlich und sich ergänzend angesehen und somit ausdifferenziert“ – der Sinn von „Rollenkomplementarität“ entsteht (Schmidt, 2011, S. 49). Später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, begann dieses Familienleitbild eine gesamtgesellschaftliche Ausbreitung anzunehmen und verbreitete sich so allmählich auf das Land und die Arbeiterschichten. In der Nachkriegszeit, den 1950er und 1960er Jahren, verfestigte sich dieses Idealbild der Familie endgültig in den gesamten sozialen Schichten. Der Vater bestimmte über die Erziehung der Kinder und den Wohnort der Familie, kümmerte sich um größere finanzielle Angelegenheiten und entschied, ob seine Frau berufstätig sein durfte oder nicht. In der traditionellen Vorstellung gehörte der Mann hauptsächlich der Berufswelt an. Durch die finanzielle Versorgung der Familie erfuhr der Mann „in seiner Arbeit den persönlichen Sinn“ (vgl. Majdanski, 2012, S. 11).
1 Theorie und Forschungsstand: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel der Vaterrolle, die Grundlagen der sozialen Wahrnehmung, verschiedene Betreuungsmodelle sowie Konzepte elterlicher und beruflicher Kompetenzen.
2 Zielsetzung und Hypothesen: Hier werden basierend auf dem Forschungsstand die drei zentralen Hypothesen der Arbeit formuliert, die den Zusammenhang zwischen Vaterschaftsmodell (Elternzeit vs. Vollzeit) und Kompetenzzuschreibung untersuchen.
3 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der quantitativen Vignettenstudie, die Auswahl der Variablen, die Stichprobenzusammensetzung sowie den Ablauf der Online-Erhebung.
4 Ergebnisse: Hier erfolgt die statistische Auswertung der Hypothesen mittels des Mann-Whitney-U-Tests, wobei die signifikanten Unterschiede in der Wahrnehmung von Vätern in Elternzeit im Vergleich zu Vollzeitvätern dargestellt werden.
5 Diskussion und Ausblick: Das letzte Kapitel interpretiert die Ergebnisse, reflektiert kritisch die verwendete Methode, zieht ein Fazit zur Forschungsfrage und gibt Anregungen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Vaterschaft, Elternzeit, Vollzeitarbeit, Familienkompetenz, Jobkompetenz, Vignettenanalyse, soziale Wahrnehmung, Rollenwandel, Fremdwahrnehmung, Geschlechterstereotype, Erziehung, Karriere, Familienleitbild, elterliche Kompetenzen, berufliche Kompetenzen
Die Arbeit untersucht, wie Väter durch die Gesellschaft hinsichtlich ihrer elterlichen und beruflichen Kompetenzen bewertet werden, abhängig davon, ob sie eine Auszeit für die Kinderbetreuung nehmen oder in Vollzeit arbeiten.
Die zentralen Themen sind der Wandel der Vaterrolle, die soziale Wahrnehmung von Elternmodellen, Konzepte zu elterlichen und beruflichen Kompetenzen sowie die gesellschaftliche Stereotypisierung von Vätern.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob Väter in Elternzeit als familienkompetenter, jobkompetenter oder sympathischer wahrgenommen werden als Väter, die nach der Geburt des Kindes weiterhin in Vollzeit arbeiten.
Es wurde eine quantitative Forschungsstrategie angewandt, konkret eine Vignettenanalyse, bei der 567 Probanden verschiedene hypothetische Szenarien zu Vätern in unterschiedlichen Erwerbssituationen bewerteten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Vaterbild und Kompetenzbegriff, die methodische Darstellung der Vignettenstudie sowie die statistische Auswertung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vaterschaft, Elternzeit, Familienkompetenz, Jobkompetenz, Vignettenanalyse, Rollenwandel und soziale Wahrnehmung charakterisieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Väter in Elternzeit als familienkompetenter und sympathischer bewertet werden, während zwischen beiden Gruppen bei der zugeschriebenen Jobkompetenz kein signifikanter Unterschied festgestellt werden konnte.
Die fiktiven Szenarien um das Ehepaar Schmidt dienen dazu, Probanden eine kontrollierte, vergleichbare Grundlage zu geben, um die elterlichen und beruflichen Kompetenzen unter kontrollierten Bedingungen ohne externe Störvariablen zu bewerten.
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