Diplomarbeit, 2009
72 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Regionale Koordination bei nicht-perfekter Kapitalmobilität
2.1 Effiziente Besteuerung bei nicht-perfekter Kapitalmobilität
2.2 Das Modell von Huizinga und Nielsen
2.2.1 Modellbeschreibung
2.2.2 Bestimmung der optimalen Steuersätze
2.2.3 Die Effekte einer vereinbarten Quellensteuererhöhung
2.2.4 Kritische Würdigung des Modells
3. Regionale Koordination zwischen großen Ländern
3.1 Modellbeschreibung
3.2 Die Wirkung einer marginalen Steuererhöhung
3.3 Die komparativ–statische Analyse
3.4 Kritische Würdigung des Modells
3.4.1 Wahl der Strategievariablen (Wildasin,1991)
3.4.2 Asymmetrische Länder (Beckmann, 2005, S.10-12)
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen eine regionale Koordination der Quellenbesteuerung von Kapital innerhalb einer Gruppe von Ländern vorteilhaft ist, wenn das Kapital in nicht partizipierende Drittstaaten ausweichen kann.
2.2.1 Modellbeschreibung
Im folgenden 3 – Länder - Modell wird versucht, eine hinsichtlich der Zusammensetzung der Union und der Größe der einzelnen Länder differenziertere Analyse der Vorteilhaftigkeit einer regionalen Koordination durch eine vereinbarte Steuerpolitik innerhalb einer Koalition zwischen den Ländern A und B durchzuführen. Daher wird angenommen, dass es sich bei Land A um ein im Vergleich zu den anderen betrachteten Ländern großes Land innerhalb der Koalition handelt. Land B sei als kleines Land eine „Steueroase“ innerhalb dieser Koalition. Land C sei eine „Steueroase“ außerhalb der Koalition. Im Rest der Welt wird der Bruttozinssatz i* für Geschäfte zwischen den Banken bestimmt, weshalb die betrachteten Länder als klein im Vergleich zur gesamten Welt angesehen werden können. Das Modell erlaubt es, auf Grund der unterschiedlichen Größe der Länder explizit regionale Koordination im asymmetrischen Steuerwettbewerb zu untersuchen, indem sowohl die Effekte einer kooperativen Lösung auf Land A als auch auf Land B ermittelt werden, wobei die Asymmetrie der Länder dadurch abgebildet wird, dass der Fokus der Analyse auf der Kapitalflucht von Land A in die anderen beiden Länder liegt und deshalb nur Kapitalgeber und –nehmer aus Land A betrachtet werden.
Unvollständige Kapitalmobilität wird wie im Modell von Genser und Haufler durch Transaktionskosten erklärt, welche allerdings hier bei Transfers innerhalb und außerhalb der Union auftreten. Die Transaktionskosten bei Transfers zu Land B werden für einen gegebenen Haushalt aus A als kleiner angenommen als bei Transfers zu Land C. Als Begründung hierfür können geringere Entfernungen, aber zum Beispiel auch eine größere Sicherheit durch gemeinsame rechtliche oder institutionelle Standards in der Union angeführt werden. Über diese unterschiedlichen Transaktionskosten werden die Effekte einer Koalitionsbildung modelliert.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Theorie des internationalen Steuerwettbewerbs ein und stellt die Fragestellung nach der Vorteilhaftigkeit einer regionalen Koordination der Quellenbesteuerung unter Berücksichtigung von Kapitalmobilität und asymmetrischen Ländern.
2. Regionale Koordination bei nicht-perfekter Kapitalmobilität: Hier werden Modelle analysiert, die nicht-perfekte Kapitalmobilität durch Transaktionskosten begründen und die optimale Steuerpolitik in kleinen und asymmetrischen Koalitionen untersuchen.
3. Regionale Koordination zwischen großen Ländern: Dieses Kapitel betrachtet Modelle, in denen Länder einen signifikanten Einfluss auf den Weltmarktzins haben, und analysiert die Auswirkungen regionaler Koalitionen auf das Nash-Gleichgewicht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und diskutiert die praktische Relevanz, insbesondere im Hinblick auf den Informationsaustausch als Alternative zur Quellensteuerkoordination.
Steuerwettbewerb, Quellensteuer, Kapitalmobilität, Regionale Koordination, Asymmetrische Länder, Nash-Gleichgewicht, Stackelberg-Gleichgewicht, Transaktionskosten, Steuerpolitik, Wohlfahrtsökonomie, Finanzverfassung, Kapitalflucht, Steueroase, Informationsaustausch, Fiskalischer Föderalismus.
Die Arbeit analysiert, ob und unter welchen Voraussetzungen eine regionale Koordination der Quellenbesteuerung von Kapital für eine Gruppe von Ländern vorteilhaft ist, wenn das Kapital in nicht teilnehmende Drittstaaten abfließen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf dem internationalen Steuerwettbewerb, den Auswirkungen unvollständiger Kapitalmobilität sowie der Modellierung von Steuersatzkoordination zwischen Ländern unterschiedlicher Größe.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob eine regionale Koordination der Steuerpolitik erstrebenswert ist, wenn die Durchsetzbarkeit einer globalen Koordination unwahrscheinlich ist und Kapitalflucht in Drittstaaten vermieden werden soll.
Die Arbeit nutzt spieltheoretische Konzepte, insbesondere die Modellierung als Nash-Gleichgewicht und Stackelberg-Gleichgewicht, sowie mathematische Optimierungsverfahren unter Berücksichtigung nationaler Überschussfunktionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Regionen mit nicht-perfekter Kapitalmobilität (unter Einbeziehung von Transaktionskosten) und Regionen mit großen Ländern, die einen Einfluss auf den Weltmarktzins haben.
Wichtige Begriffe sind Steuerwettbewerb, Kapitalmobilität, asymmetrische Länder, regionale Koordination, Quellensteuer und strategische Komplementarität.
Land B fungiert als Steueroase innerhalb der Koalition, während Land C als Steueroase außerhalb der Koalition dient, um die Auswirkungen von Kapitalflucht auf die Steuerbasis des großen Landes A explizit abzubilden.
Die Unterscheidung ist entscheidend für die Bewertung der Wohlfahrt, da eine sequentielle Spielabfolge (Stackelberg) vorteilhafter sein kann als eine simultane (Nash), insbesondere wenn große Länder als Initiatoren der Steuerpolitik agieren.
Unter bestimmten Bedingungen, wie etwa bei strategischen Komplementen der Steuersätze, kann eine Harmonisierung innerhalb der Koalition die Wohlfahrt nicht nur der Mitgliedsländer, sondern auch die der Nicht-Koalitionäre erhöhen.
Das Fazit betont, dass eine reine Koordination der Steuersätze durch Umgehungsmöglichkeiten (z.B. durch Arbitrage oder Definitionen der Bemessungsgrundlage) unterlaufen werden kann, weshalb bindende Absprachen zur Harmonisierung oder ein Informationsaustausch notwendig sind.
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