Magisterarbeit, 2009
100 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Methodisches Vorgehen
1.2 Forschungsstand
2. Kafka Intermedial
2.1 Kafka und der Film
2.2 Kafka und das Bild
3. Theoretischer Teil
3.1 Der Begriff Intermedialität
3.1.1 Intermedialität im Kontext der Untersuchung
3.1.2 Intermedialität und Transmedialität
3.1.3 Fazit
3.2 Visualität in Literatur und Film
3.2.1 Visualität und Visibilität
3.2.2 Visualität und Visibilität in Literatur und Film
3.2.3 Exkurs: Das filmische Zeichensystem
3.2.4 Visibilität und Visualität im Film
3.3 Die filmische Transformation literarischer Texte
3.3.1 Die Transformation als Interpretation
3.3.2 Visibilität und Visualität zwischen Literatur und Film
3.3.3 Fazit
4. Vorbemerkungen zur Analyse
5. Michael Hanekes Filmsprache
5.1 Rezeptionsästhetik im Filmwerk Michael Hanekes
5.2 Das Phänomen der Gewalt im Filmwerk Michael Hanekes
5.3 Fazit
6. Analytischer Teil
6.1 Franz Kafkas Das Schloß in der Verfilmung von Michael Haneke
6.2 Das Dargestellte - Das optische Material
6.2.1 Zeit
6.2.2 Figuren
6.2.3 Raum
6.3 Das Dargestellte - Die Aufarbeitung des optischen Materials
6.4 Die Art der Darstellung - Die Kamera
6.4.1 Die Einstellungsgröße
6.4.2 Perspektive
6.4.3 Die Kamerabewegung
6.4.4 Die Schwarzbilder
6.4.5 Exkurs: Das akustische Material – Die Off-Kommentare
6.4.6 Filmische Ekphrasis: Das Schloss an/in der Tür
6.4.7 Zusammenfassung
7. Ausblick
Diese Arbeit untersucht die filmische Transformation von Franz Kafkas Roman "Das Schloß" durch den Regisseur Michael Haneke. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche medienspezifischen Darstellungspotentiale und Gestaltungsmöglichkeiten der Film nutzt, um den literarischen Ausgangstext interpretativ fortzuschreiben, wobei das Phänomen der Visualität als transmediales Analyseinstrument dient.
3.2.3 Exkurs: Das filmische Zeichensystem
Auf den ersten Blick mag eine genauere Untersuchung filmischer Visibilität und Visualität als trivial erscheinen. Da das Filmbild demnach an sich bereits ikonisch ist, kommt der Film bei der Vermittlung narrativer und metanarrativer Informationen nicht ohne visibile/visuelle Darstellungsmittel aus. Wie Werner Faulstich erklärt wird „jedem Kommunikationskanal […] in der Regel ein mehr oder weniger charakteristisches Zeichensystem zugeordnet, das die Vermittlung und das Vermittelte prägt oder zurichtet.“ Im Film entspricht dieses charakteristische Zeichensystem dem Bild. Durch das visuelle Sinnessystem erhält der Zuschauer Zugang zur fiktionalen Welt. Das Auge – bzw. das Bild – funktioniert demnach als Vermittler zwischen fiktionaler Welt und Rezipient.
Innerhalb des filmischen Zeichensystems lässt sich nach Irmela Schneider jedoch weiter differenzieren. Schneider unterscheidet dabei zwischen jenen Zeichen, die der Film mit anderen Künsten oder Medien teilt und jenen, die dem Film eigen, oder spezifisch sind. Damit lässt sich von einem „filmischen“ und einem „kinematographischen“ (oder filmspezifischen) Code sprechen:
„Der filmische Code umfasst alle im Film verwendeten Ausdrucksmittel, die er mit anderen Künsten teilt, wie beispielsweise die der Schauspielkunst oder der Architektur. In den Bereich des filmischen Codes fallen außerdem alle allgemeinen Handlungen, die der Zuschauer mit Hilfe seines Alltagswissens entschlüsselt, wie etwa das Händeschütteln als Form der Begrüßung oder Zeichen des Einverständnisses. […]. Dennoch verfügt auch das filmische Medium über eigene Darstellungsmittel […]. Diese filmspezifischen Ausdrucksmittel sind vor allem Kameraarbeit und Montage.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und theoretische Wechselbeziehung zwischen Literatur und Film und führt in die Thematik der Literaturverfilmung ein.
2. Kafka Intermedial: Dieses Kapitel widmet sich Kafkas spezifischem Verhältnis zu visuellen Medien wie Film und Photographie und untersucht deren Einfluss auf sein Werk.
3. Theoretischer Teil: Hier werden die zentralen Begriffe Intermedialität, Visualität sowie die filmische Transformation literarischer Texte theoretisch fundiert und methodisch für die Analyse aufbereitet.
4. Vorbemerkungen zur Analyse: Dieser Abschnitt dient als methodische Brücke und problematisiert den traditionellen akademischen Umgang mit Literaturverfilmungen.
5. Michael Hanekes Filmsprache: Eine Untersuchung von Hanekes spezifischer Ästhetik, insbesondere seiner Wirkungsästhetik und dem Einsatz von Gewalt als Mittel zur Zuschaueraktivierung.
6. Analytischer Teil: Die praktische Anwendung des entwickelten Analyseapparats auf den Film "Das Schloss" von Michael Haneke unter Berücksichtigung von Darstellungsformen, Kamera und Schnitt.
7. Ausblick: Eine zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse sowie Vorschläge für weiterführende Forschung im Bereich des Film-Œvres von Haneke.
Intermedialität, Literaturverfilmung, Visualität, Michael Haneke, Franz Kafka, Das Schloss, Transformation, Filmanalyse, Visibilität, Medientheorie, Narratologie, Rezeptionsästhetik, Kameratheorie, Bildsprache, Medienspezifik.
Die Arbeit analysiert Michael Hanekes Literaturverfilmung von Franz Kafkas "Das Schloss" unter dem Aspekt der Visualität als transmediales Phänomen.
Die Schwerpunkte liegen auf der filmischen Umsetzung literarischer Vorlagen, der spezifischen Filmsprache Michael Hanekes und der theoretischen Einordnung von Visualität im intermedialen Kontext.
Ziel ist es zu zeigen, wie Haneke durch filmspezifische Mittel eine eigenständige, kreative Transformation des Kafkaschen Romans erreicht, statt nur eine werktreue Kopie zu erstellen.
Es wird ein medienkomparatistischer Ansatz verfolgt, der besonders auf der Theorie der Visualität (basierend u.a. auf Sandra Poppe) und einem filmischen Codesystem (basierend auf Thomas Kuchenbuch) aufbaut.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Klärung der Begriffe sowie einen analytischen Teil, der Hanekes "Das Schloss" anhand von optischem Material und Kameraführung untersucht.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Intermedialität, Transmedialität, Transformation, Visibilität, Visualität und Filmsprache.
Haneke vermeidet eine direkte visuelle Darstellung von Gewalt, um das Publikum zur aktiven, eigenen Bildproduktion im Kopf zu zwingen, statt es nur passiv konsumieren zu lassen.
Die Schwarzbilder dienen als Instrument der Medienreflexion, unterbrechen den narrativen Fluss, markieren zeitliche Raffungen und zwingen den Zuschauer zur Reflexion über die Medialität des Gesehens.
Der Film ist zwar textnah in der Perspektive, nutzt aber die filmspezifischen Gestaltungsmittel (Kamera, Schwarzbilder, Off-Kommentare), um die Unbestimmtheit und das Fragmentarische des Romans filmisch neu zu interpretieren.
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