Bachelorarbeit, 2020
39 Seiten, Note: 5,5 von 6 (Schweiz)
1. Einleitung
2. Begriffe
2.1. Nation und Ethnie
2.2. Nationsbildung
3. Das Vor – und Nachleben des Sprachengesetzes von 2012
3.1. Die Regional-und Minderheitensprachen der Ukraine
3.2. Die ukrainophone und die russophone Ideologie
4. Der Einfluss des Euromaidan von 2014 auf die Sprachenpolitik
4.1. Das Bildungsgesetz von 2017 und sein Einfluss auf die ungarische Minderheit
4.2. Das neueste Sprachengesetz von April 2019
5. Was für eine Sprachenpolitik könnte die Lösung in der Ukraine sein?
6. Schluss
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung der ukrainischen Sprachenpolitik im Zeitraum zwischen 2012 und 2019. Dabei analysiert der Autor insbesondere, wie sich staatliche Gesetzesänderungen auf den Sprachgebrauch von nationalen Minderheiten auswirken und inwieweit diese Maßnahmen zur Identitätsbildung der ukrainischen Nation beitragen oder gesellschaftliche Spannungen verstärken.
3.1. Die Regional-und Minderheitensprachen der Ukraine
Das am 3. Juli 2012 vom Obersten Rat (Parlament) der Ukraine verabschiedete «Gesetz über die Grundsätze der staatlichen Sprachenpolitik» – ukrainisch: «Про засади державної мовної політики» – erschien am 10. August 2012 im Amtsblatt «Голос України» (dt. Stimme der Ukraine) und trat in Kraft. Wie es in der ukrainischen Politik für wichtige Themen üblich ist, wurde das Sprachengesetz vom Parlament in einem skandalösen Kontext verabschiedet. Es war eine lange und turbulente Reise, bis das abgestimmte Dokument sowohl von Volodymyr Litvin, dem damaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, als auch vom damaligen Staatsoberhaupt Viktor Janukowytsch unterzeichnet wurde. In Übereinstimmung mit Artikel 10 Absatz 1 der Verfassung der Ukraine definiert das Sprachengesetz Ukrainisch als die einzige Amtssprache des Landes. Nach der offiziellen Auslegung des genannten Artikels der Verfassung durch das Verfassungsgericht ist die Staatssprache (ukr. державна мова) auch eine Amtssprache (ukr. офіційна мова) in der Ukraine. Die Tatsache, dass das Land nur eine Staatssprache hat, bedeutet jedoch, dass nur Ukrainisch als offizielle Sprachfunktion verwendet werden kann. Dementsprechend erlaubt das neue Sprachengesetz unter bestimmten Bedingungen die offizielle Verwendung von Minderheitensprachen. Diese Minderheitensprachen werden auch als Regionalsprachen bezeichnet. Das heisst, es herrscht keine explizite Bevorzugung des Russischen, sondern eine Gleichbehandlung aller Minderheitensprachen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die komplexe historische und soziopolitische Ausgangslage der Ukraine ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Auswirkung der Sprachenpolitik auf Minderheiten.
2. Begriffe: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Konzepte Nation, Ethnie und Nationsbildung, um eine Basis für die nachfolgende Analyse zu schaffen.
3. Das Vor – und Nachleben des Sprachengesetzes von 2012: Hier wird die Einführung und rechtliche Ausgestaltung des Sprachgesetzes von 2012 sowie die ideologische Differenz zwischen ukrainophonen und russophonen Sprachgruppen beleuchtet.
4. Der Einfluss des Euromaidan von 2014 auf die Sprachenpolitik: Das Kapitel behandelt die politischen Umbrüche nach 2014, die zur Aufhebung des Gesetzes von 2012 führten, sowie die Auswirkungen des Bildungsgesetzes von 2017 und des Sprachengesetzes von 2019.
5. Was für eine Sprachenpolitik könnte die Lösung in der Ukraine sein?: Dieses Kapitel diskutiert mögliche alternative sprachpolitische Lösungsansätze und kritisiert die gegenwärtige Polarisierung zwischen den ethnischen und sprachlichen Gruppen.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und konstatiert, dass die aktuelle Politik eher ethnisch-exkludierend wirkt, statt die gesellschaftliche Integration zu fördern.
Sprachenpolitik, Ukraine, Minderheitensprachen, Nationsbildung, nationale Identität, Euromaidan, Bildungsgesetz, ukrainische Sprache, russische Sprache, Sprachgesetz, ethnische Identität, Integration, politische Polarisierung, Minderheitenrechte, Mehrsprachigkeit.
Die Arbeit analysiert die sprachpolitischen Entscheidungen der ukrainischen Regierung zwischen 2012 und 2019 und deren Konsequenzen für das Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Nationsbildung, der Einfluss nationaler Gesetze auf Minderheitensprachen und die Rolle von Sprache als politisches Instrument in der Ukraine.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die ukrainische Sprachenpolitik der Jahre 2012 bis 2019 auf den Sprachgebrauch von Minderheiten ausgewirkt hat.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung von Gesetzestexten, statistischen Daten zur Bevölkerungsstruktur und relevanter Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die historische Einordnung der Sprachgesetze (2012, 2017, 2019) und eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Strategie.
Wichtige Begriffe sind Sprachenpolitik, nationale Identität, Minderheitenrechte, Nationsbildung sowie das Spannungsfeld zwischen ukrainophonen und russophonen Bevölkerungsteilen.
Weil die Sprachenpolitik ein zentraler Konfliktherd während der politischen Umbrüche war und die parlamentarischen Debatten darüber eng mit der nationalen Identitätskrise verknüpft waren.
Das Gesetz schränkte die Unterrichtssprache in Minderheitensprachen ab der fünften Klasse deutlich ein, was insbesondere bei der ungarischen Minderheit in Transkarpatien auf starken Widerstand stieß.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

