Masterarbeit, 2020
97 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Die Geschichte einer vorkolumbischen Entdeckungsreise nach Amerika
3.1 Gründe und Ziele für die Reise
3.2 Teilnehmende Personen
3.2.1 Dietrich Pining
3.2.2. Hans Pothorst
3.2.3 Johannes Scolvus
3.2.4 João Vaz Corte Real
3.3 Eine Rekonstruktion des Reiseverlaufes
3.4 Die Heimkehr
3.4.1 Dietrich Pining - Statthalter auf Island
3.4.2 Hans Pothorst - Gemahl und Gefährte
4. Zwischenfazit
5. Piraterie heute
6. Der Vorwurf der Piraterie gegenüber Pining und Pothorst
6.1 Pirat, Korsar, uthleger. Definition im Mittelalter und heute
6.2 Handel und Krieg im 14. und 15. Jahrhundert
6.2.1 Die Beziehung zwischen England und der Hanse
6.2.2 Der Handel mit Island
6.3 Pinings und Pothorsts Rolle im dänisch-englischen Kaperkrieg 1484-1490
6.4 Pining und Pothorst: Piraten, Kaperer, Gewaltunternehmer?
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die historische Einordnung der Schiffsführer Dietrich Pining und Hans Pothorst, die einerseits als vorkolumbische Entdecker Amerikas glorifiziert und andererseits als Piraten diffamiert wurden. Ziel ist es, diese anachronistischen Interpretationen durch eine fundierte Analyse des zeitgenössischen Verständnisses maritimer Gewalt und der politischen sowie ökonomischen Interessen im 15. Jahrhundert zu widerlegen.
3.1 Gründe und Ziele für die Reise
Spätestens seit dem Bericht Marco Polos war der Reichtum Asiens an Edelmetallen, Stoffen und Gewürzen bekannt. Der Handel mit Asien hatte mitunter zahlreiche italienische Städte im 13. und 14. Jahrhundert zu Vermögen und Macht gebracht. Seit dem Vordringen der Osmanen wurde der Handel allerdings geschwächt. Um daran zu partizipieren und sich diese Rezession zunutze zu machen, strebten zahlreiche Akteure schon seit längerem die Entdeckung eines Seeweges nach Osten an. Dieser wurde über Afrika erkundet, weil so weiterhin Küstenschifffahrt möglich war und die Gefahren der Hochseeschifffahrt umgangen werden konnten.
Viele Geo- und Kartographen hielten eine Umsegelung Afrikas für unmöglich, da es über eine Landbrücke mit Asien verbunden sei. Es gab allerdings auch die These der Möglichkeit der Umsegelung. Schon Fra Mauro zeichnete 1459 eine Karte, auf der Afrika von einem schmalen Gewässer umgeben war. Besonders unter Heinrich dem Seefahrer wurden viele Fahrten unternommen, welche die Umsegelung Afrikas anstrebten. Nach dessen Tode allerdings wurden die Fahrten seltener, bis sich der Kaufmann Fernão Gomes 1469, im Gegenzug für die Verpachtung des Guinea-Handels, dazu verpflichtete, jährlich die Erkundung der afrikanischen Küstenlinie voranzutreiben. 1472 gelang es portugiesischen Entdeckern, über den Äquator hinaus zu fahren. Dieser Erfolg führte zu der Überzeugung, dass die sich weiter nach Süden erstreckende Küste Afrikas womöglich doch die Unmöglichkeit bezeugte, Asien über diesen Weg zu erreichen. Während die in Afrika gefundenen Rohstoffe und Bevölkerung einen profitablen Wirtschaftszweig darstellten, wurden kaum noch kostspielige und aussichtslose Entdeckungsfahrten in südlichere Gewässer unternommen. Das Interesse an einem Seeweg nach Asien allerdings verschwand nicht endgültig.
1. Einleitung: Stellt die historische Problematik und die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Forschungsstand: Gibt einen Überblick über bisherige Ansichten zur Entdeckungsfahrt und der Rolle Pinings und Pothorsts.
3. Die Geschichte einer vorkolumbischen Entdeckungsreise nach Amerika: Analysiert die Motive und Akteure der Expedition sowie deren Verlauf.
4. Zwischenfazit: Reflektiert die bisherigen Erkenntnisse und die kritische Bewertung der Quellenlage.
5. Piraterie heute: Kontrastiert heutige Formen der Piraterie mit den historischen Gegebenheiten des 15. Jahrhunderts.
6. Der Vorwurf der Piraterie gegenüber Pining und Pothorst: Untersucht die historischen Hintergründe der Diffamierung der beiden Protagonisten.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Rolle der Protagonisten als legitimierte Kaperer und Beamte.
Dietrich Pining, Hans Pothorst, Hanse, Piraterie, Kaperfahrt, Grönland, Island, Dänemark, England, Mittelalter, Entdeckungsgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Gewalthandeln, Seeraub, Historiographie.
Die Arbeit untersucht die historische Rolle von Dietrich Pining und Hans Pothorst, die im 15. Jahrhundert im Dienste dänischer Könige tätig waren und fälschlicherweise sowohl als Amerika-Entdecker als auch als Piraten bezeichnet wurden.
Die zentralen Felder sind die maritime Geschichte des Spätmittelalters, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hanse, England und Dänemark sowie die historische Definition und diskursive Verwendung des Piratenbegriffs.
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Diffamierung der Akteure als Piraten zu widerlegen und aufzuzeigen, dass ihr Handeln im Kontext des 15. Jahrhunderts als legitime Kaperfahrt unter staatlichem Schutz zu bewerten ist.
Es handelt sich um eine quellenkritische historische Untersuchung, die besonders moderne Konzepte maritimen Gewalthandelns (maßgeblich nach Gregor Rohmann) nutzt, um mittelalterliche Sachverhalte von anachronistischen Deutungen zu befreien.
Der Hauptteil analysiert die Expedition nach Grönland, die Biographien der Akteure, das ökonomische Umfeld des Islandhandels sowie die rechtliche und politische Struktur mittelalterlicher Seekriege.
Pining, Pothorst, Hanse, Kaperfahrt, Piraterie, Wirtschaftsgeschichte und Seerecht sind die bestimmenden Begriffe dieser Untersuchung.
Sie wurden von Hansestädten in diplomatischen Beschwerdebriefen als solche bezeichnet, um eigene ökonomische Interessen gegen England durchzusetzen; spätere Historiker übernahmen diese Begriffe oft unreflektiert aus den mittelalterlichen Quellen.
Nein, die mittelalterliche Gewalt auf See war oft in politische Fehden oder Kaperfahrten eingebettet, während moderne Piraterie im Sinne der UN-Definition weitgehend unlegitimiert und gegen das Völkerrecht verstößt.
Der Frieden von 1474 und die politische Lage nach 1490 führten dazu, dass Pining und Pothorst ihre Tätigkeit im Einklang mit den damals geltenden Normen beenden konnten, was ihre Rolle als anerkannte Beamte des dänischen Königs unterstreicht.
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