Bachelorarbeit, 2018
48 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Systematik, Methodik und Aufbau der Arbeit
3 Sierra Leone
3.1 Konfliktgenese
3.2 Akteure und Interessen
3.3 Konfliktdynamik
4 Uganda
4.1 Konfliktgenese
4.2 Akteure und Interessen
4.3 Konfliktdynamik
5 Komparative Analyse
6 Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, mittels einer komparativen Analyse der Bürgerkriege in Sierra Leone und Uganda die Gründe für den Erfolg beziehungsweise das Scheitern der jeweiligen Friedensverhandlungen zu ergründen. Im Zentrum steht die wissenschaftliche Untersuchung, warum in Sierra Leone eine politische Integration der Rebellen erreicht werden konnte, während der Konflikt in Norduganda über Jahrzehnte andauerte.
3.1 Konfliktgenese
Die Rolle der Briten in Sierra Leone war zwar fortwährend einflussreich, hat sich über die Jahrhunderte aber stark gewandelt. Vierzig Jahre nach der Unabhängigkeit Sierra Leones, Anfang des 21. Jahrhunderts, war es Großbritannien, das der Regierung (Government of Sierra Leone, GoSL) bei der Entwaffnung der Rebellen half und nach Abschluss der Verhandlungen zur Friedenssicherung entscheidend beitrug (vgl. Gberie 2005: 2). Auf der anderen Seite waren die Briten jedoch auch maßgeblich für die katastrophale Entwicklung des Landes mitverantwortlich, welche überhaupt erst zu dem verheerenden Bürgerkrieg führte: Die Geschichte Sierra Leones ist vom britischen Kolonialismus und dem transatlantischen Sklavenhandel geprägt.
Die Art und Weise, wie Großbritannien das Land steuerte, trug zu den strukturellen Problemen bei, die auch zu den autoritären Tendenzen nach der Unabhängigkeit und nicht zuletzt auch zur Entstehung der Revolutionary United Front beitrugen: Klientelismus und Vetternwirtschaft bestimmten die Beziehungsverhältnisse der Eliten. Dies resultierte in große Ungleichgewichte, Machtmissbrauch und für das Volk nicht nachvollziehbare Privilegien einzelner Personen oder Stämme (vgl. Denov 2010: 51f.). Es wurden bewusst keine Einheits- und Nationalgefühle, geschweige denn demokratische Werte und Institutionen gefördert.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die untersuchten Konflikte in Sierra Leone und Uganda ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den unterschiedlichen Ausgängen der Friedensverhandlungen.
2 Systematik, Methodik und Aufbau der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert das angewandte "Most Similar Cases Design" und definiert die methodischen Variablen für die vergleichende Analyse der beiden Bürgerkriege.
3 Sierra Leone: Hier werden die historischen Ursachen, die Akteure sowie die Dynamik des Bürgerkriegs in Sierra Leone analysiert, wobei insbesondere die Rolle externer Unterstützung und die späteren Friedensbemühungen im Fokus stehen.
4 Uganda: Dieses Kapitel untersucht die Konfliktgenese, die zentralen Akteure und die Dynamik des nordugandischen Bürgerkriegs, geprägt durch die Rolle der LRA und des Regimes von Museveni.
5 Komparative Analyse: Die komparative Analyse führt die Ergebnisse zusammen und arbeitet die entscheidenden Faktoren heraus, die den erfolgreichen Friedensprozess in Sierra Leone von der festgefahrenen Situation in Uganda unterscheiden.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Friedensprozesse für die aktuelle politische Stabilität der untersuchten Länder.
Sierra Leone, Uganda, Bürgerkrieg, RUF, LRA, Friedensverhandlungen, Most Similar Cases Design, Konfliktanalyse, Rebellen, Kolonialgeschichte, Internationale Intervention, Charles Taylor, Joseph Kony, Demobilisierung, failed state.
Die Bachelorarbeit vergleicht die Bürgerkriege in Sierra Leone und Uganda und analysiert die Ursachen für das Scheitern oder den Erfolg ihrer jeweiligen Friedensprozesse.
Die Arbeit beleuchtet die historische Konfliktgenese, die Rollen der Rebellengruppen, staatliche Strukturen, den Einfluss externer Akteure sowie militärische Interventionen.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, warum die Friedensverhandlungen mit der RUF in Sierra Leone zu einem Durchbruch führten, während sie bei der LRA in Uganda scheiterten.
Die Untersuchung basiert auf dem "Most Similar Cases Design" (MSCD), einer Methode des qualitativen Vergleichs, um bei ähnlichen Rahmenbedingungen die entscheidenden Differenzfaktoren zu isolieren.
Der Hauptteil ist in drei Bereiche untergliedert: eine detaillierte Analyse der Konflikte in Sierra Leone und Uganda anhand von Genese, Akteuren und Dynamik sowie ein abschließender direkter Vergleich der Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bürgerkrieg, Friedensprozess, Rebellen, internationale Intervention und politische Stabilität in West- und Ostafrika beschreiben.
Da beide Länder vergleichbare Ausgangsbedingungen aufwiesen – etwa koloniales Erbe und schwache staatliche Strukturen – ermöglicht die Differenzmethode des MSCD präzise Rückschlüsse auf die Faktoren, die das unterschiedliche Friedensende bedingten.
Die Arbeit verdeutlicht, dass insbesondere die massive militärische Intervention der Briten in Sierra Leone ein entscheidender Faktor für den Erfolg des dortigen Friedensprozesses war, der in Uganda so fehlte.
Die LRA unter Joseph Kony verband politische Ziele mit einer außergewöhnlichen Identität, die auf Geisterglauben und der Lehre des "neuen Acholi" basierte, was eine klassische politische Einordnung erschwerte.
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