Bachelorarbeit, 2020
46 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Annäherung an die Begriffe Medien und Sozialisation
3. Medienwirkung vs. Mediensozialisation
3.1 Medienwirkungen
3.2 Mediensozialisation
4. Mediennutzung zwischen Selbst- und Fremdsozialisation
5. Zeitgeschichte und Generationen
5.1 Generationengestalten
5.2 Generationen und Medien
6. Medienaneignung im Jugendalter
7. Neue Medien und die kommunikative Vernetzung Jugendlicher
8. Aufwachsen in digitalen Welten im Kontext verschiedener Internetdienste
8.1 Internetdienste und der virtuelle Raum des Internets
8.2 Internetsuche
8.3 Soziale Netzwerke
9. JIM – Jugend, Information, Medien Studie 2019 – eine darstellende Zusammenfassung
10. Jugendliche Lebenswelten in der Mediengesellschaft – Identitätskonstruktion und mediale Inszenierung
11. Risiken im Entwicklungsverlauf von Jugendlichen durch Medien
11.1 Auflösung der Identitätsgrenzen
11.2 Konsum- und Anpassungsdruck
11.3 Verschiebungen von Selbst- und Weltbild
11.4 Zeitmanagement
12. Chancen im Entwicklungsverlauf von Jugendlichen durch Medien mit kritischen Verweisen
13. Handlungsorientierte Medienarbeit für eine gesellschaftliche Partizipation
14. Soziale Arbeit in Zeiten der Digitalisierung
14.1 Digitalisierung im Kontext Sozialer Arbeit und die Problemauswirkungen aus der Sicht der Lebensweltorientierung nach Thiersch
15. Medien und die Auswirkungen im Kontext der Schulbildung
15.1 Zeitverdrängungshypothese
15.2 Inhaltshypothese
15.3 Löschungshypothese
15.4 Zusammenfassende Darstellung
16. Fazit
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen in den Sozialisationsprozessen von Jugendlichen durch die Nutzung neuer und mobiler Medien. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich mediale Einflüsse auf die Identitätsbildung, die soziale Teilhabe und das schulische Leistungsverhalten auswirken und welche Rolle die Soziale Arbeit in diesem digitalen Wandel einnehmen sollte.
11.1 Auflösung der Identitätsgrenzen
Wie im Kapitel 9 bereits dargestellt wurde, sind im individuellen Identitätsfindungsprozess mediale und interessenorientierte Inszenierungen im Persönlichkeitskern Jugendlicher gleichrangig zu betrachten. Diese Inszenierungen können zu Überforderungen führen, wenn sie bis zum Kern führen und Selbstzweifel und Ich-Identitäten in Frage stellen. Gegenläufige, unverständliche und einseitige mediale Muster sowie unreflektierte Mediennutzungsverhaltensmuster mit suchthaftem Charakter führen zu Risiken, die Entwicklungsverläufe von Jugendlichen in der Konstruktion ihrer Identität hemmen. „Diffuse Identitätskonstrukte werden bestenfalls in übernommene Identitäten transformiert [bleiben aber zuweilen] auch widersprüchlich und disparat“ (Süss 2004: S. 281). Identitäten, die auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder in Chatwelten konstruiert werden, können auch auf den lebensweltlichen Alltag zugreifen, sodass die Übernahme dessen sich eher dysfunktional präsentiert.
Virtualität und Realität stehen häufig im Gegensatz zueinander. Die Auswirkungen zeigen sich in den Befunden, welche Süss so darlegt, als dass Jungen mit ihren Vorlieben zu idealisierten Medienfiguren, die vornehmlich im Actiongenre verortet sind, zu einer „Gefährdung der Entwicklung der sozialen Kompetenz“ (ebd.) führen. Andererseits verhält es sich bei Mädchen konträr zum anderen Geschlecht. Sie orientieren sich vornehmlich an Fantasiewelten, welche in Daily Soaps konstruiert werden. Oder sie schwärmen für Influencer, also Personen, die durch ihre Präsenz in sozialen Netzwerken aktiv sind und als Vermittler und Vermittlerinnen für Werbung und Marketing in diesem Rahmen tätig sind. Auch hier verdeutlicht Süss den Befund, dass sich in der Konzentration auf dieses Umfeld, „ein einseitiges Bild der Durchsetzungsstrategien und der Optionen für die Beziehungsgestaltung zwischen den Geschlechtern“ (ebd.) entwickelt. Diese Darstellungen zeigen auf, dass Mediensozialisation unter Umständen genderdifferenziert betrachtet werden muss.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema der Mediensozialisation von Jugendlichen, definiert den Bezugsrahmen der Arbeit und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung der Lebensweltorientierung.
2. Annäherung an die Begriffe Medien und Sozialisation: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Begriffe Medien und Sozialisation und stellt deren wechselseitige Beziehung für das Verständnis der Mediensozialisation her.
3. Medienwirkung vs. Mediensozialisation: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen wirkungsanalytischen Ansätzen und dem sozialisationstheoretischen Verständnis von Medien, um die verschiedenen Perspektiven auf Mediennutzung zu beleuchten.
4. Mediennutzung zwischen Selbst- und Fremdsozialisation: Das Kapitel analysiert das Spannungsfeld, in dem sich Jugendliche bewegen, wenn sie Medien einerseits eigenständig nutzen (Selbstsozialisation) und andererseits durch externe Instanzen in ihrem Medienumgang gesteuert werden (Fremdsozialisation).
5. Zeitgeschichte und Generationen: Es wird der Einfluss von Generationenzugehörigkeit und historischem Kontext auf das Mediennutzungsverhalten untersucht, wobei Konzepte wie die Fernsehgeneration oder die Net-Generation diskutiert werden.
6. Medienaneignung im Jugendalter: Der Fokus liegt hier auf den Prozessen, durch die Jugendliche Medien in ihren Alltag integrieren, und wie diese Aneignung zur persönlichen Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.
7. Neue Medien und die kommunikative Vernetzung Jugendlicher: Dieses Kapitel betrachtet die Bedeutung von Internetdiensten und sozialen Netzwerken für die interpersonelle Kommunikation und die Entstehung neuer Formen der Vernetzung unter Jugendlichen.
8. Aufwachsen in digitalen Welten im Kontext verschiedener Internetdienste: Hier werden spezifische Dienste wie Suchmaschinen und Soziale Netzwerke analysiert, um aufzuzeigen, wie Jugendliche im Internet agieren und welche Herausforderungen dies birgt.
9. JIM – Jugend, Information, Medien Studie 2019 – eine darstellende Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der JIM-Studie 2019 zusammen, um empirische Daten über das Mediennutzungsverhalten und die Medienausstattung von Jugendlichen in Deutschland zu liefern.
10. Jugendliche Lebenswelten in der Mediengesellschaft – Identitätskonstruktion und mediale Inszenierung: Es wird untersucht, wie mediale Inszenierung in einer mediatisierten Gesellschaft Identitätsprozesse beeinflusst und welche Rolle die mediale Darstellung dabei spielt.
11. Risiken im Entwicklungsverlauf von Jugendlichen durch Medien: Das Kapitel benennt konkrete Risiken wie Identitätskrisen, Konsumdruck und Verschiebungen des Weltbildes, die durch eine unreflektierte Mediennutzung entstehen können.
12. Chancen im Entwicklungsverlauf von Jugendlichen durch Medien mit kritischen Verweisen: Trotz der Risiken werden die Potenziale von Medien als Ressource für Lernprozesse und zur Kompetenzentwicklung aufgezeigt, ergänzt durch kritische Anmerkungen zur notwendigen Begleitung.
13. Handlungsorientierte Medienarbeit für eine gesellschaftliche Partizipation: Hier werden Ansätze einer aktiven Medienpädagogik diskutiert, die darauf abzielen, Jugendlichen Fähigkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe und kritischen Mediennutzung zu vermitteln.
14. Soziale Arbeit in Zeiten der Digitalisierung: Das Kapitel reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Integration von Medienkompetenz in ihre Handlungsfelder unter Berücksichtigung der Lebensweltorientierung.
15. Medien und die Auswirkungen im Kontext der Schulbildung: Es werden verschiedene Hypothesen (Zeitverdrängungs-, Inhalts- und Löschungshypothese) diskutiert, um den Einfluss von exzessivem Medienkonsum auf schulische Leistungen zu erklären.
16. Fazit: Das Fazit bündelt die zentralen Erkenntnisse und gibt einen Ausblick auf die Anforderungen an eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Mediensozialisation, Jugendliche, Mediennutzung, Identitätsbildung, Soziale Arbeit, Medienkompetenz, Digitalisierung, Lebensweltorientierung, Medienwirkung, Selbstsozialisation, Fremdsozialisation, Internet, Partizipation, Jugendhilfe, JIM-Studie
Die Arbeit untersucht, wie digitale und mobile Medien die Lebenswelten von Jugendlichen prägen und welche Rolle diese Medien im Prozess der Sozialisation spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediensozialisation, dem Spannungsfeld von Selbst- und Fremdsozialisation, den Auswirkungen auf die Identitätsbildung sowie den damit verbundenen Risiken und Chancen für die schulische Bildung.
Das Ziel ist es, die komplexen Auswirkungen der Mediennutzung auf Jugendliche zu analysieren und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit als Profession einen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz leisten kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung sozialwissenschaftlicher und medienpädagogischer Konzepte, ergänzt durch die Auswertung empirischer Daten (JIM-Studie).
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Mediensozialisation, der Bedeutung von Generationen, der Analyse von Internetdiensten und sozialen Netzwerken sowie den Chancen und Risiken für die Entwicklung von Jugendlichen, einschließlich der Auswirkungen auf Schulleistungen.
Die wesentlichen Begriffe sind Mediensozialisation, Medienkompetenz, Soziale Arbeit, Identitätsbildung und Lebensweltorientierung.
Sie liefert das empirische Fundament, um das aktuelle Mediennutzungsverhalten und die Ausstattung von Jugendlichen in Deutschland detailliert zu beschreiben und mit den theoretischen Ausführungen zu verknüpfen.
Sie postuliert, dass exzessiver Medienkonsum Lernzeit und Freizeit verdrängt, was negativ mit der schulischen Leistung korreliert und intellektuell fordernde Aufgaben in den Hintergrund rückt.
Soziale Netzwerke können durch den Druck zur Inszenierung und den Vergleich mit anderen zu einer Vermischung von virtueller und realer Identität sowie zu diffusen Identitätskonstrukten bei Jugendlichen führen.
Soziale Arbeit muss medienpädagogische Kompetenzen in ihr Portfolio integrieren, um Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien zu begleiten, Risiken zu minimieren und Chancen für Partizipation zu eröffnen.
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