Bachelorarbeit, 2019
72 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Nonprofit-Organisationen und der Dritte Sektor
2.2 Wettbewerb im Wohlfahrtsstaat
2.2.1 Auswirkungen des Wettbewerbs
3. Zur Bedeutung von Social Entrepreneurship
3.1.1 Entrepreneur(ship)
3.2 Die definitorische Abgrenzung von Social Entrepreneurship
3.3 Strukturelle Verortung von Social Entrepreneurship (Organisationen)
3.3.1 Social Business, Soziale Unternehmen und Sozialunternehmen
4. Rechtsformen
4.1 GmbH
4.2 Eingetragener Verein
4.3 Einzelunternehmen
4.4 Steuerliche Begünstigungen
5. Finanzierung
5.1 Außenfinanzierung
5.1.1 InvestorInnen ohne finanzielle Renditeerwartungen
5.3 Wirkungsmessung als Legitimation gegenüber InvestorInnen
5.3.1 Social Impact
5.2.2 Social Return on Investment
6. Zum Potential von Social Entrepreneurship
7. Strukturelle Defizite von Social Entrepreneurship
7.1 Defizite der Finanzierung
7.2 Defizite der Rechtsformen
8. Strukturelle Alternativen im Rahmen des Social Entrepreneurships
8.1 Hybride Rechtsformen
8.2.1 Low Profit Limited Liability Company
8.2.2 Benefit Corporation
8.2.3 Community Interest Company
8.3 Nutzen der Alternativen
9. Handlungsempfehlung zur strukturellen Stärkung des Potentials von Social Entrepreneurship
10. Fazit
Die Arbeit analysiert das Potenzial von Social Entrepreneurship als Akteur im etablierten Handlungsfeld der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwiefern soziale Unternehmen strukturelle Defizite des Wohlfahrtskorporatismus überwinden können und welche Rechts- sowie Finanzierungsformen hierfür geeignet sind.
3.4 Beispiel für die praktische Umsetzung von Social Entrepreneurship
In Deutschland gibt es derzeit bereits zahlreiche Organisationen, welche den Merkmalen einer Social Entrepreneurship Organisation entsprechen. Um dem Leser bzw. der Leserin einen praktischen Einblick in die Thematik des Social Entrepreneurships zu ermöglichen und aufzuweisen inwiefern Ansätze klassischer Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik in einem solchen Rahmen stattfinden können, wird im Folgenden Kapitel eine den Merkmalen von Social Entrepreneurship entsprechende Organisation vorgestellt.
Dabei gilt es die Lesenden darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um ein einzelnes spezifisches und individuelles Angebot im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe handelt und zu bedenken ist, dass das Handlungsfeld des Social Entrepreneurship über zahlreiche weitere Themengebiete erstreckt. Dieses Beispiel kann somit keine verallgemeinernde Gesamtheit darstellen.
Die Eltern-AG ist ein Präventionsprogramm, welches in seinem operativen Aufbau das wichtigste Merkmal des Social Entrepreneurship Prozesses berücksichtigt. Denn bei der Eltern-AG handelt es sich um ein innovatives Angebot, welches sich von klassischen (präventiven) Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe abgrenzt. Grundlegend kann das Projekt Eltern-AG als Elternkurs verstanden werden. Ziel ist es, wie auch bei herkömmlichen Elternkursen, die Eltern zur Erziehung ihrer eigenen Kinder zu befähigen. Dabei werden jedoch insbesondere bei der Akquise von TeilnehmerInnen bzw. Eltern und der Auswahl der Zielgruppe von den konventionellen Elternkursen abweichende Methoden angewendet. So findet die Akquise von KursteilnehmerInnen auf Grundlage eines niederschwelligen, sozial-räumlichen Vorgehens statt (vgl. Schwarz 2014 S. 134). In einem ersten Schritt werden also verschiedene Umfelder wie Schule, Kindergärten, Sportvereinen, etc. niederschwellige Kontakte zu potentiellen AdressatInnen aufgebaut. Können hierbei genug TeilnehmerInnen identifiziert und überzeugt werden können, finden über einen Zeitraum von 20 Wochen angeleitete Treffen der Eltern in einem wöchentlichen Turnus statt (ebd.). Neben der Bearbeitung bzw. Vermittlung pädagogischer/erzieherischer Kompetenzen durch ausgebildete SozialarbeiterInnen/SozialpädagogInnen, gilt es auch eine Verselbstständigung der Gruppe im Sinne einer Selbsthilfegruppe, welche auch nach Ablauf der 20 Wochen bestand hat, zu erwirken.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Dominanz der Wohlfahrtsverbände und führt in die Relevanz des Social Entrepreneurships als innovative Alternative für die Soziale Arbeit ein.
2. Nonprofit-Organisationen und der Dritte Sektor: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Stellung der Sozialen Arbeit und die historische Entwicklung des Dritten Sektors sowie den Wohlfahrtskorporatismus.
3. Zur Bedeutung von Social Entrepreneurship: Hier wird der Begriff definiert und die Innovationskomponente von Social Entrepreneurship im theoretischen Kontext verankert.
4. Rechtsformen: Dieses Kapitel untersucht die für soziale Unternehmen relevanten Rechtsformen wie GmbH, Verein und Einzelunternehmen hinsichtlich ihrer Eignung und Beschränkungen.
5. Finanzierung: Die Finanzierungsmöglichkeiten von Außen- und Innenfinanzierung werden detailliert analysiert, inklusive der Methoden zur Wirkungslegitimation mittels Social Impact und SROI.
6. Zum Potential von Social Entrepreneurship: Das Kapitel reflektiert das Potenzial sozialer Unternehmen, die als defizitär empfundenen Strukturen des Wohlfahrtskorporatismus durch innovative Handlungsweisen zu ergänzen.
7. Strukturelle Defizite von Social Entrepreneurship: Hier werden die existierenden Hürden bei Finanzierung und Rechtsformwahl identifiziert, die eine Skalierung und Professionalisierung oft hemmen.
8. Strukturelle Alternativen im Rahmen des Social Entrepreneurships: Dieses Kapitel vergleicht internationale Hybrid-Rechtsformen wie L3C, Benefit Corporation und CIC auf ihre Übertragbarkeit auf das deutsche System.
9. Handlungsempfehlung zur strukturellen Stärkung des Potentials von Social Entrepreneurship: Basierend auf den Ergebnissen werden sieben zentrale Anforderungen für eine neue, förderliche Rechtsform für Sozialunternehmer formuliert.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Etablierung einer neuen Rechtsform als adäquaten Teil einer Lösungsstrategie für die Soziale Arbeit.
Soziale Arbeit, Social Entrepreneurship, Nonprofit-Organisation, Wohlfahrtskorporatismus, Sozialwirtschaft, Finanzierung, Rechtsformen, Social Impact, Social Return on Investment, soziale Innovation, Dritter Sektor, Subsidiarität, Gemeinnützigkeit, Hybrid-Organisation, soziale Dienstleistung.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Social Entrepreneurship als innovative Ergänzung zur klassischen Wohlfahrtspflege in Deutschland, um bestehende strukturelle Defizite in der sozialen Dienstleistungserbringung zu überwinden.
Die zentralen Themen sind die Analyse des Wohlfahrtskorporatismus, die Definition von Social Entrepreneurship, die Eignung verschiedener Rechtsformen sowie Finanzierungsmodelle und Wirkungsmesstechniken.
Ziel ist es, das Potenzial von Social Entrepreneurship im etablierten Handlungsfeld der Sozialen Arbeit zu bestimmen und konkrete Handlungsempfehlungen zur strukturellen Stärkung durch angepasste Rechtsformen zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, um strukturelle Defizite des Sektors zu identifizieren und internationale Rechtsform-Alternativen auf ihre Übertragbarkeit zu prüfen.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Situation im Dritten Sektor, definiert Social Entrepreneurship, prüft bestehende deutsche Rechtsformen und Finanzierungsinstrumente und vergleicht diese mit internationalen Modellen.
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Sozialwirtschaft, Wohlfahrtskorporatismus, soziale Innovation, Social Impact, Rechtsformen und Finanzierung.
Der Social Return on Investment (SROI) dient der Quantifizierung sozialer Wirkung, um gegenüber Kapitalgebern Legitimität zu schaffen, da soziale Unternehmen oft an der Schnittstelle von ökonomischem Handeln und gesellschaftlichem Mehrwert operieren.
Der Wohlfahrtskorporatismus führt laut Autor zu schwerfälligen Entscheidungsprozessen und einer Innovationsschwäche der etablierten Verbände, wodurch neue Akteure und innovative Lösungen erschwert in das System integriert werden können.
Es werden insbesondere die "Low Profit Limited Liability Company" (L3C), die "Benefit Corporation" und die "Community Interest Company" (CIC) als hybride Modelle analysiert, die soziale und ökonomische Ziele verbinden.
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