Bachelorarbeit, 2019
50 Seiten
Vorwort
Einleitung
1 Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
1.1 UN-Behindertenrechtskonvention
1.2 Das Bundesteilhabegesetz
1.3 Der Integrierte Teilhabeplan
1.4 Eingliederungshilfe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
2 Grundlagen einer Bedarfsermittlung
2.1 Der International Code of Functioning, Disability and Health
2.2 Der Behindertenbegriff
2.3 Der personenzentrierte Ansatz
3 Evaluation von Bedarfsermittlungen
3.1 Fragestellung und Methodenvorstellung
3.2 Der Fragebogen
3.3 Die Durchführung
3.4 Die Auswertung
4 Die Ergebnisse
4.1 Die Atmosphäre
4.2 Das Netzwerk
4.3 Die Ziele
4.4 Das Verfahren
5 Darstellung der Fehlerquellen
6 Ableitung von Handlungsempfehlungen
7 Diskussion
Die Arbeit untersucht die Qualität und Umsetzung der Bedarfsermittlung im Rahmen des Integrierten Teilhabeplans (ITP) bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Ziel ist es, das subjektive Erleben der leistungsberechtigten Bürger während des Hilfeprozesses zu evaluieren, um Ansätze zur Qualitätssteigerung und zur Förderung der Partizipation und Personenzentrierung abzuleiten.
1.3 Der Integrierte Teilhabeplan
Der ITP ist eine Weiterentwicklung des IBRP und versucht eine Lücke der vormals genutzten Bedarfsermittlungsinstrumente, zu den vom BTHG vorgegeben Grundsätzen zu schließen. Entwickelt wurde er von Frau Prof.in Dr.in Gromann und wird derzeit in fünf Bundesländern angewandt. Frau Professorin Gromann beschreibt den ITP als „eine prozess- und dialogorientierte Ermittlung von Teilhabebedarfen von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Bezeichnung ‚integriert‘ steht dabei für die Einsicht, dass vielfältige Wechselwirkungsprozesse zwischen Person, Lebenslage und Sozialraum existieren.“ Hieraus ergeben sich die Prinzipien, die dem ITP zu Grunde liegen: Transparenz, Trägerübergreifend, Interdisziplinarität, Konsensorientiertheit, Individualität, Lebensweltbezogenheit, Sozialraum- sowie Zielorientiertheit. Durch diese Vorgaben wird ein Gerüst an die Hand gegeben, welches die Möglichkeit bietet, eine gründliche Bedarfsermittlung durchzuführen.
Aus den Prinzipien kann abgeleitet werden, dass der ITP ein dialogisches Verfahren ist, welches darauf ausgelegt ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zuallererst mit dem Bürger selbst, sowie mit allen an dem Hilfeprozess beteiligten Personen. Damit werden die Bürger als gleichwertige Partner im Prozess anerkannt.
Auf insgesamt acht Seiten werden im ITP soziale Daten der Bürger, aktuelle Angaben zum sozialen Umfeld, Wohnsituation, Arbeitssituation und finanzieller Lage erfasst. Außerdem Fähig- und Fertigkeiten, sowie Ziele und deren Indikatoren (Wann ist das Ziel erreicht?). Zudem werden schon aktuell erbrachte Unterstützungsleistungen aufgenommen, Leistungen vorrangiger Rehabilitationsträger (Pflegeleistungen, Leistungen vom Jobcenter etc.), sowie die Form der Behinderung und eine ICD Erkrankung (zur Feststellung des leistungsberechtigten Personenkreises). Daten werden nur erhoben, wenn die Bürger damit einverstanden sind. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass eine fehlende Mitwirkung (§66 SGB I) zu einer Kürzung / Ablehnung der gewünschten Leistung führen kann. Das kann Bürger unter Druck setzen und birgt ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zum Sozialarbeiter.
1 Eingliederungshilfe für behinderte Menschen: Beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen wie die UN-BRK und das Bundesteilhabegesetz sowie die spezifische Struktur der Eingliederungshilfe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
2 Grundlagen einer Bedarfsermittlung: Erläutert die theoretischen Basis-Konzepte, insbesondere den ICF-Katalog und den personenzentrierten Ansatz als Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Hilfeplanung.
3 Evaluation von Bedarfsermittlungen: Legt die wissenschaftliche Vorgehensweise, die Erstellung des Fragebogens, die Durchführung der Befragungen und die gewählte Auswertungsmethode dar.
4 Die Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Daten der Befragung, unterteilt in die Kategorien Atmosphäre, Netzwerk, Ziele und Verfahren, ergänzt durch die Beobachtungsprotokolle.
5 Darstellung der Fehlerquellen: Diskutiert kritisch die Limitationen der Studie, wie die Stichprobengröße und mögliche Interviewereffekte.
6 Ableitung von Handlungsempfehlungen: Formuliert auf Basis der Ergebnisse praxisnahe Vorschläge zur Verbesserung der Qualität der Bedarfsermittlung und des ITP-Verfahrens.
7 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der aktuellen sozialpolitischen Anforderungen und der Rolle des ITP als Instrument der Teilhabe.
Eingliederungshilfe, Bundesteilhabegesetz, BTHG, Integrierter Teilhabeplan, ITP, Bedarfsermittlung, Personenzentrierung, Soziale Arbeit, Teilhabe, Inklusion, ICF-Katalog, Hilfeplanung, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Evaluation, Behindertenhilfe.
Die Bachelor-Thesis evaluiert die Qualität und Durchführung von Bedarfsermittlungen innerhalb der Eingliederungshilfe, wobei der Fokus auf dem Integrierten Teilhabeplan (ITP) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegt.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes, der Paradigmenwechsel von der Fürsorge zur Teilhabe, das Konzept des personenzentrierten Arbeitens und die Einbeziehung der Sichtweise von Menschen mit Behinderungen.
Die Forschungsfrage lautet, wie sich Bürger im Hilfeprozess fühlen, ob sie sich als Mitgestalter ihrer Zukunft wahrnehmen und ob der ITP tatsächlich die Chance bietet, personenzentrierte Hilfe zu verwirklichen.
Es wurde eine quantitative Sozialforschungsmethode gewählt, bestehend aus einem strukturierten, anonymen Fragebogen für die leistungsberechtigten Bürger und ergänzenden Beobachtungsprotokollen für die Bedarfsermittlungstermine.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung und Grundlagenarbeit, gefolgt von einer detaillierten Auswertung der empirischen Ergebnisse in verschiedenen Kategorien sowie der Diskussion der Fehlerquellen und Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ITP, Bedarfsermittlung, BTHG, Teilhabe, Inklusion und personenzentrierter Ansatz charakterisieren.
Die Bürger bewerten die Atmosphäre mehrheitlich positiv. Über 83% konnten dem Gespräch gut folgen, fühlten sich ernst genommen und konnten ihre Anliegen äußern, was auf hohe kommunikative Kompetenzen der Sozialarbeiter hinweist.
Kritisiert wurden insbesondere der hohe bürokratische Aufwand, lange Bearbeitungszeiten und das Gefühl, dass teilweise zu viele oder sehr persönliche Fragen in kurzer Zeit gestellt werden, was als anstrengend empfunden wurde.
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