Bachelorarbeit, 2020
75 Seiten, Note: 1.7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Der Begriff „zuverlässige Organisation“ und seine Grundlagen
2.1 Erklärungsversuche der Krisenforschung in der Literatur
2.2 Man-Made Disasters
2.3 Normal Accidents Theory (NAT)
2.4 High Reliability Organizations (HROs)
3 Die Grenzen der Theorie der High Reliability Organizations
3.1 Die Begriffe der High Reliability Organizations und der Zuverlässigkeit
3.2 Auswahl der untersuchten Organisationen
3.3 Sicherheit als Unternehmensziel
3.4 Redundanzen
3.5 Fokus auf Technik
4 Anwendbarkeit der HRT in Krankenhäusern im Sinne einer Erhöhung der PatientInnensicherheit
4.1 Hochzuverlässigkeit in Krankenhäusern
4.2 Voraussetzungen für die Übertragung des HRO-Ansatzes
4.2.1 Die Rolle der Führungskräfte
4.2.2 Entwicklung einer Sicherheitskultur
5 Entwicklung der PatientInnensicherheit
6 Fehlerkultur in Krankenhäusern
6.1 Zuverlässigkeitsmanagement im Krankenhaus
6.2 Aufbau der Umfrage
6.3 Umfrageergebnisse
6.4 Zusammenfassung
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob der organisationstheoretische Ansatz der „High Reliability Organization“ (HRO) auf Krankenhäuser übertragbar ist, um durch die Minimierung der Fehlerquote die PatientInnensicherheit nachhaltig zu erhöhen.
Die fünf Prinzipien der Zuverlässigkeit
Nach Weick (2010) werden fünf Prinzipien unterschieden:
Das erste HRO-Prinzip ist die notwendige Konzentration auf Fehler durch Fokus auf Abnormitäten, welche meist die Ursache für größere Probleme innerhalb eines Systems sind. Es werden drei Richtlinienberücksichtigt (vgl. Weick; Sutcliffe 2016: S. 40):
- Identifikation kleiner Fehler, die weitere Fehler im System zu vermeiden helfen
- Antizipation beträchtlicher Fehler
- Beachtung des Umstands, dass Menschen, die nach Fehlern suchen, nur ein begrenztes Wissen über gewisse Situationen, ihre Umwelt und ihre Gruppe haben.
Das zweite Prinzip ist die Abneigung gegen Vereinfachung. HROs wehren sich gegen das einfache Erklären von Situationen. Durch gezielte Maßnahmen wird die komplexe Darstellung von Sachverhalten gefördert. Aufgrund der Abneigung gegen Vereinfachung haben alle Beteiligten einen anderen Blick auf die Dinge. Menschen, welche im hohen Maße Situationen hinterfragen und Skepsis an den Tag legen, sind wie geschaffen für die HRO (vgl. Weick; Sutcliffe 2015: S. 62 f.). Kategorien sind Vereinfachungen, die helfen, den Dingen einen Sinn zu verleihen (vgl. Hernes 2007: S. 36), doch sie zeigen nicht die feinen Unterschiede auf, die im schlimmsten Fall die ersten Auslöser einer Katastrophe bilden. Organisationen sind im Sinne der Effizienz auf bestimme Vereinfachungen angewiesen. Jedoch muss genau geprüft werden, in welchen Prozessen Vereinfachungen keine Probleme auslösen (vgl. Weich; Sutcliffe 2016: S. 58 f.).
1 Einleitung: Beleuchtung der Relevanz der PatientInnensicherheit im deutschen Gesundheitssystem und Einführung in das HRO-Konzept.
2 Der Begriff „zuverlässige Organisation“ und seine Grundlagen: Theoretische Herleitung von Krisenforschung, Man-Made Disasters, NAT und HROs.
3 Die Grenzen der Theorie der High Reliability Organizations: Kritische Reflexion der HRO-Theorie bezüglich Definitionsschwierigkeiten und Anwendbarkeit auf Nicht-Hochrisikobranchen.
4 Anwendbarkeit der HRT in Krankenhäusern im Sinne einer Erhöhung der PatientInnensicherheit: Transfer des HRO-Ansatzes auf den Klinikkontext unter besonderer Berücksichtigung von Führung und Sicherheitskultur.
5 Entwicklung der PatientInnensicherheit: Darstellung der historischen und aktuellen Bemühungen um PatientInnensicherheit als nationales Gesundheitsziel.
6 Fehlerkultur in Krankenhäusern: Analyse der Fehlerkultur im Krankenhaus mittels einer empirischen Umfrage bei Klinikpersonal.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Transfers der HRT-Prinzipien auf Krankenhäuser und Ausblick auf notwendige organisatorische Anpassungen.
PatientInnensicherheit, High Reliability Organization, HRO, Fehlerkultur, Krankenhausmanagement, Zuverlässigkeitsmanagement, Risikokultur, Sicherheitskultur, Normal Accident Theory, Man-Made Disasters, CIRS, Qualitätsmanagement, Krisenforschung, Organisationstheorie, Klinisches Risikomanagement.
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des organisationstheoretischen Konzepts der "High Reliability Organization" auf Krankenhäuser, um dort die PatientInnensicherheit durch ein besseres Fehlermanagement zu erhöhen.
Es wird eine Kombination aus einer qualitativen Literaturanalyse theoretischer Grundlagen und einer quantitativen empirischen Online-Umfrage unter Krankenhauspersonal durchgeführt.
Die zentralen Felder sind die Krisenforschung, die Entwicklung einer konstruktiven Sicherheitskultur, das Zuverlässigkeitsmanagement und die Identifikation von Barrieren in der Fehlerkommunikation im Krankenhaus.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob Krankenhäuser als HROs agieren können und wie der HRO-Ansatz helfen kann, vermeidbare Fehler im klinischen Alltag zu reduzieren.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Zuverlässigkeit, der Vorstellung der HRO-Prinzipien, der Kritik an der HRT und der detaillierten Auswertung der Umfrageergebnisse zur Fehlerkultur.
PatientInnensicherheit, High Reliability Organization, Fehlerkultur, Krankenhausmanagement und Zuverlässigkeitsmanagement sind die prägenden Begriffe.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine destruktive Fehlerkultur, in der Mitarbeiter aus Angst vor Sanktionen schweigen, die notwendige Identifikation von Risiken verhindert und somit die PatientInnensicherheit gefährdet.
Krankenhäuser sind aktuell oft weit von HRO-Standards entfernt; eine Veränderung erfordert zwingend den Abbau einer destruktiven Fehlerkultur durch Führungskräfte und eine stärkere Priorisierung von Sicherheit gegenüber rein ökonomischen Interessen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

