Masterarbeit, 2019
133 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung: Motivation und Fragestellung
2 Grundlagen und Begrifflichkeiten
2.1 Vorgehensmodelle im Software Engineering
2.1.1 Klassisches Software Engineering: Das Wasserfallmodell
2.1.2 Agile Projektvorgehen
2.2 Soziologische Grundlagen und Betrachtungen
2.2.1 Funktionale Systeme und Organisationen – eine sehr kurze Einführung
2.2.2 Eine Betrachtung der Vorgehensmodelle
3 Einordnung in aktuelle Forschung
4 Methodik der Arbeit
5 Ergebnisse I: Hintergründe und Gründe agiler Vorgehensmodelle
5.1 Alter Wein in neuen Schläuchen - Neues und Bekanntes im agilen Vorgehen
5.2 Gründe für Agilität in den Projekten
5.3 Die Fiktion einer vollständig durchdachten, alles umfassenden Lösung
6 Ergebnisse II: Betrachtungsweisen und Bewertungen von Agilität
6.1 Wahrnehmung der Stabilität der eigenen Aufgabenbeschreibung
6.2 Agilität folgt keiner feststehenden, einheitlichen Definition
6.3 Individuelles Erleben und Bewerten von Agilität
6.4 Eignung von Projekten für agile Vorgehen
6.5 Schwierigkeiten verschiedener Blickwinkel
7 Ergebnisse III: Betrachtung und Bewertung sozialer Komponenten
7.1 Die Illusion selbstorganisierter Teams
7.2 Motivation und Zufriedenheit
7.3 Anforderungen von Scrum an Mitarbeiter und Kunden
8 Ergebnisse IV: Adaptionen im Projektvorgehen
8.1 Strategien und Elemente aus dem klassischen Software Engineering in agilen Projekten
8.2 Strategien der Adaption
8.3 Schwierigkeiten durch Adaptionen, Mischformen und Derivate
9 Ergebnisse V: Ausblicke und die Zukunft in Projekten und Projektvorgehen
9.1 Wider den Dogmatismus
9.2 Kombinierte Vorgehen sind die Zukunft
9.3 Agile Organisationen: Agilität in Projekten ist nicht ausreichend
10 Zusammenfassung und Ausblick
A Fragen der Qualitativen Interviews
A.1 Einführungsfragen
A.2 Konkrete Fragen zum Projektalltag
A.3 Allgemeine Fragen zum Projektvorgehen
A.4 Konkrete Fragestellungen und ihre Lösungen
A.5 Abschlussfragen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht empirisch, wie Projektmitglieder in Softwareentwicklungsumgebungen den Übergang von klassischen zu agilen Vorgehensmodellen erleben, bewerten und welche Strategien sie bei der täglichen Arbeit entwickeln, wenn sich zwar die Art der Zusammenarbeit, nicht aber das angestrebte Endergebnis verändert hat.
5.1 Alter Wein in neuen Schläuchen - Neues und Bekanntes im agilen Vorgehen
Veränderungen bedeuten eigentlich: Etwas ist anders, als es zuvor war. Wenn nun Eingabe und Ausgabe einer Aktivität nach Änderung dieser nahezu gleich bleiben, dann darf durchaus die Vermutung geäußert werden, dass sich an der Aktivität als solche gar nichts verändert hat. Bei Vorgehensmodellen für die Erstellung von Software ist dies der Fall. Es scheint Menschen zu geben, die sich gar nicht so sicher sind, ob sich wirklich viel oder sogar irgendetwas geändert hat. Während andere diskutieren, was gut oder schlecht an der Veränderung ist oder wie es dazu kommen konnte, gibt es auch Stimmen, die behaupten, dass Agilität nichts anderes ist als das, was schon immer war, dass eigentlich nichts Neues gefunden werden konnte. In den frühen Phasen der Einführung von Agilität haben Merisalo-Rantanen et al. (2005) Anhaltspunkte gefunden, dass XP-Programming als ein agiles Vorgehen gar nicht so viel Neues bringt, und schreiben schon im Abstract:
The results of our research suggest that XP is a combination of best practices of traditional information systems development methods.
Merisalo-Rantanen et al. (2005) kommen also zu der Ansicht, dass viele Ansätze und Methoden schlichtweg schon da waren und nicht erst mit Agilität Einzug in unseren Berufsalltag genommen haben. Jegliche Veränderung durch agile Vorgehensweisen plausibel zu negieren wird angesichts der Fülle an Literatur zur Einführung von agilen Vorgehensweisen und deren Schwierigkeiten oder der Vor- und Nachteile dieser gegenüber bislang bekannten Projektvorgehen schwerfallen. Nichtsdestotrotz finden wir das Phänomen auch in den Antworten der Interviewten wieder. Interviewpartner zeigen immer wieder und an verschiedenen Stellen der Interviews auf, dass viele Ideen, viele Gedanken, viele Methoden überhaupt nicht neu sind, dass diese als Paradigmenwechsel angesehene Veränderung auch viele alte Denkweisen beinhaltet, mindestens an diese anschließt und sich an vielen Fragestellungen und Durchführungen gar nicht viel verändert hat.
1 Einführung: Motivation und Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Motivation der Arbeit und definiert die zentrale Forschungsfrage zum Wandel der Vorgehensmodelle.
2 Grundlagen und Begrifflichkeiten: Es werden die theoretischen Grundlagen des klassischen Software Engineerings sowie agiler Methoden vorgestellt und soziologische Aspekte von Organisationen beleuchtet.
3 Einordnung in aktuelle Forschung: Der aktuelle Forschungsstand zu agilen Methoden, deren Einführung und Anpassung in Unternehmen wird kritisch diskutiert.
4 Methodik der Arbeit: Die Vorgehensweise bei den qualitativen Experteninterviews sowie die Art der Datenauswertung werden detailliert beschrieben.
5 Ergebnisse I: Hintergründe und Gründe agiler Vorgehensmodelle: Die Hintergründe für den Wechsel zu agilen Modellen werden untersucht, wobei besonders die Kritik an klassischer Dokumentation im Fokus steht.
6 Ergebnisse II: Betrachtungsweisen und Bewertungen von Agilität: Dieses Kapitel analysiert, wie agiles Arbeiten in der Praxis unterschiedlich definiert, wahrgenommen und bewertet wird.
7 Ergebnisse III: Betrachtung und Bewertung sozialer Komponenten: Der Fokus liegt auf der sozialen Dynamik, wie etwa der Selbstorganisation von Teams und den Anforderungen an Mitarbeiter und Kunden.
8 Ergebnisse IV: Adaptionen im Projektvorgehen: Es wird dargestellt, wie Teams in der Praxis agile Ansätze mit klassischen Elementen kombinieren und anpassen.
9 Ergebnisse V: Ausblicke und die Zukunft in Projekten und Projektvorgehen: Das Kapitel bietet einen Ausblick auf künftige Entwicklungen, einschließlich hybrider Ansätze und der Forderung nach agileren Organisationen.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Die Ergebnisse werden synthetisiert und Ansätze für zukünftige Forschung aufgezeigt.
Agile Vorgehensmodelle, Software Engineering, Projektmanagement, Scrum, Systemtheorie, Organisationssoziologie, Selbstorganisation, Wissensarbeit, Projektkultur, Change Management, Dokumentation, Agile Transformation, Empirische Sozialforschung, hybride Vorgehen, Teamdynamik
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel von klassischen hin zu agilen Projektvorgehensmodellen in der Softwareentwicklungsindustrie und untersucht, wie die betroffenen Menschen diesen Übergang erleben und bewältigen.
Zentrale Themen sind die Diskrepanz zwischen agilem Narrativ und gelebter Praxis, die Bedeutung sozialer Faktoren wie Motivation und Teamdynamik sowie die Anpassung von Methoden an spezifische Projektanforderungen.
Die Forschungsfrage lautet, wie sich Menschen verhalten, agieren und ihre Arbeit bewerten, wenn sich die Art der Projektdurchführung (Vorgehensmodell) ändert, während Ziel und Ergebnis der Arbeit gleich bleiben.
Es handelt sich um eine explorative Studie, die auf qualitativen, semistrukturierten Interviews mit zwölf Experten (Projektleiter, Entwickler, Fachexperten) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2-4) und eine umfangreiche Ergebnisdarstellung (Kapitel 5-9), die Hintergründe, Bewertungen, soziale Komponenten und Adaptionsstrategien der Praxis behandelt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Agile Vorgehensmodelle, Selbstorganisation, Organisationssoziologie, hybride Vorgehen und Projektkultur charakterisiert.
Die Arbeit zeigt, dass klassische Elemente wie Dokumentation oder hierarchische Strukturen als stabilisierend und sicherheitsgebend wahrgenommen werden, insbesondere wenn die Anforderungen komplex oder die Kundenbeziehungen noch nicht vollständig auf agile Prinzipien eingestellt sind.
Ein zentrales Resultat ist, dass es kein universelles "richtiges" agile Vorgehen gibt. Stattdessen findet in den Unternehmen ein pragmatisches "Durchwursteln" oder eine bewusste Adaption statt, bei der agile Konzepte mit alten Erfahrungen und neuen Erfordernissen kombiniert werden.
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