Bachelorarbeit, 2019
57 Seiten, Note: 1.3
1.Einleitung
2.Flucht
2.1 Was ist Flucht?
2.2 Fluchtmotive
2.3 Geflüchteter sein
2.4 Migration
3.Heimat
3.1 Was ist Heimat?
3.2 Lebenssituation
3.3 Fremdheit
4.Trauma in Bezug auf Flucht
4.1 Was ist Trauma?
4.2 Posttraumatische Belastungsstörung
4.3 Jugend und Fluchterfahrung
4.4 Umgang mit Trauma
5.Somatische und seelische Symptomerscheinungen in der Schule
5.1 Intrusion
5.2 Erstarren und Verstummen
5.3 Körperliche und seelische Anspannung sowie psychosomatische Störungen
5.4 Angst und Aggression
5.5 Lernblockaden
6. Handlungsmöglichkeiten beim pädagogischen Umgang mit traumatisierten SchülerInnen
6.1 Was brauchen traumatisierte SchülerInnen? Schule als sicherer Ort
6.2 Wie kann geholfen werden? Pädagogische Arbeit in der Schule
6.3 Medienbezogene Projekte
6.4 Trauer- und Traumabewältigung
6.5 Kooperation mit außerschulischen Institutionen
7.Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht pädagogische Handlungsmöglichkeiten im schulischen Kontext für (neu) ausgewanderte SchülerInnen, wobei der Fokus explizit auf den Auswirkungen traumatisierender Fluchterfahrungen liegt. Ziel ist es, Lehrenden eine pragmatische Handreichung zu bieten, um Verhaltensauffälligkeiten und Symptomerscheinungen besser zu verstehen, zu reflektieren und angemessene pädagogische Unterstützung für eine erfolgreiche Integration anzubieten.
6.1 Was brauchen traumatisierte SchülerInnen? Schule als ein sicherer Ort
Als Grundlage pädagogischer Unterstützungen sollten in erster Linie sichere Orte für SchülerInnen mit Fluchterfahrung verschaffen werden. Das Umgeben Sein von MitschülerInnen, Lehrenden sowie den Unterrichtsinhalten ist bedeutsam für die traumapädagogische Entwicklung. Allerdings sollten sie sich willkommen und akzeptiert fühlen, indem für „[…] Sicherheit [und] Stabilität […]“ gesorgt wird (Shah 2015: 22). Ihrer Wahrnehmung nach scheint die Welt ein bedrohlicher Ort zu sein, da sie erheblichen Herausforderungen und Stressfaktoren ausgesetzt waren oder sind. Daher leben sie in ständiger Angst, zeigen Wachsamkeit und Alarmbereitschaft. Außerdem haben sie Bedenken, Befürchtungen und Panik davor, neuen Bedrohungen zu begegnen (vgl. Zito / Martin 2016: 63). Außerdem empfinden sie Misstrauen gegenüber Mitmenschen und der Welt, da ihr „[…] Selbst- und Weltvertrauen […]“ missbraucht wurde (Flory 2017: 44). Stabilisieren sich hingegen die Umstände in ihrer Umgebung, so kann innere Ruhe und Wohlbefinden einkehren. Um Vertrauen aufzubauen, sollte das Gefühl von Schutz und Kontrolle verschafft werden (vgl. ebd.). Zudem müssen traumatisierte SchülerInnen lernen, sich selbst zu beruhigen und regulieren (vgl. Spiegel 2017: 67). Aufgrund der Traumata sind sie verunsichert und brauchen Zeit und Geduld, um Vertrautheit aufbauen zu können (vgl. Baer / Frick-Baer 2016: 93, 88).
Gerade durch ihre Beziehungen, welche von „[…] Trennungen, Verluste, Traumatisierungen und Unsicherheit geprägt […]“ sind, sehnen sie sich nach einer sicheren Umgebung (Zimmermann 2016: 27, zitiert nach Wolff 2010: 64). Deshalb brauchen sie Bezugspersonen, die sie vor allem entlasten und unterstützen können. Eine Vertrauensperson kann die Widerstandsfähigkeit und die Identitätsentwicklung unterstützen (vgl. Zito / Martin 2016: 78). Diese muss nicht zwingend der Familie angehören, denn die Resilienzforschung hat herausgefunden, dass die Verfügbarkeit einer vertrauenswürdigen Bindungsperson genügt, um Resilienz- und Schutzfaktoren zu entwickeln (vgl. ebd.: 78).
1.Einleitung: Die Einleitung thematisiert das globale Ausmaß von Fluchtbewegungen und unterstreicht die Notwendigkeit, neben der Sprachförderung auch die psychosoziale Gesundheit neu zugewanderter SchülerInnen im Schulalltag zu berücksichtigen.
2.Flucht: Dieses Kapitel definiert Flucht als ein spontanes, unfreiwilliges Ereignis und beleuchtet die verschiedenen Sequenzen sowie Motive und die Situation von Geflüchteten.
3.Heimat: Hier wird der Heimatbegriff in Bezug auf Verlust, Fremdheit und Identitätsentwicklung bei Menschen mit Fluchterfahrung analysiert.
4.Trauma in Bezug auf Flucht: Dieses Kapitel liefert eine wissenschaftliche Fundierung zum Trauma, der Posttraumatischen Belastungsstörung und den spezifischen Herausforderungen für Jugendliche.
5.Somatische und seelische Symptomerscheinungen in der Schule: Es werden verschiedene Symptome und Verhaltensweisen wie Intrusionen, Erstarrung und Lernblockaden als Reaktion auf traumatische Erlebnisse theoretisch erläutert.
6. Handlungsmöglichkeiten beim pädagogischen Umgang mit traumatisierten SchülerInnen: Das Kapitel entwickelt praktische Ansätze für Lehrende, angefangen bei der Schaffung eines sicheren Ortes bis hin zu medienbezogenen Projekten und der Kooperation mit externen Fachkräften.
7.Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Lehrenden als BegleiterInnen bei der Traumabewältigung.
Flucht, Trauma, Traumapädagogik, Posttraumatische Belastungsstörung, Migration, Schule, Integration, Resilienz, Sprachförderung, Psychosoziale Gesundheit, SchülerInnen mit Fluchterfahrung, pädagogische Handlungsmöglichkeiten, Kooperation, LehrerInnenrolle, Lernblockaden
Die Arbeit behandelt die pädagogischen Herausforderungen beim Umgang mit traumatisierten, neu ausgewanderten SchülerInnen und zeigt Wege auf, wie Lehrkräfte diese Kinder im Schulalltag stabilisieren und unterstützen können.
Die Kerngebiete umfassen das Phänomen Flucht und Migration, den Heimatbegriff, die psychotraumatologische Theorie (insb. PTBS) sowie pädagogische Interventionsstrategien im schulischen Raum.
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen der psychologischen Notwendigkeit traumapädagogischer Hilfe und dem schulischen Bildungsauftrag zu schlagen, um Lehrkräften Sicherheit in ihrem Handeln zu vermitteln.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Fachquellen zum Thema Traumapädagogik und Fluchtmigration.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung von Fluchterfahrungen und Traumafolgen sowie eine anwendungsorientierte Darstellung von Handlungsstrategien, wie z.B. Raumgestaltung, Ritualisierung und kreative Projekte.
Zentrale Begriffe sind Flucht, Trauma, Traumapädagogik, Resilienz, pädagogische Handlungsmöglichkeiten und schulische Integration.
Die Arbeit beschreibt, dass Betroffene oft Vermeidungsstrategien wie Distanzierung oder Verdrängung nutzen oder durch Intrusionen, Lernblockaden und körperliche Anspannungen in ihrer Lernfähigkeit beeinträchtigt sind.
Da pädagogische Ansätze keine Psychotherapie ersetzen können, betont die Autorin die Verpflichtung von Lehrkräften, bei Anzeichen schwerer Traumatisierung professionelle Hilfe (wie Schulsozialarbeit oder Jugendhilfen) hinzuzuziehen.
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