Bachelorarbeit, 2011
103 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
I Einleitung
II Theoretischer Teil
1. Antizionismus – Unverhältnismäßige Israelkritik als Form des Antisemitismus
1.1 Was ist Antisemitismus?
1.2 Zur Unterscheidung zwischen Antizionismus und legitimer Israelkritik
1.3 Antisemitismus: Verbreitung in Deutschland und Bedeutung der Medien
2. Darstellung des Forschungsstandes – Das Bild Israels in den deutschen Medien
3. Kontextbedingungen: Der Gaza Flotilla Raid
3.1 Hintergrund: Die Blockade des Gazastreifens
3.2 Chronologie des Zwischenfalls
3.3 Internationale Reaktionen und Folgen
III Empirischer Teil
4. Untersuchungsdesign
4.1 Hypothesen
4.2 Untersuchungsmethode: die quantitative Inhaltsanalyse
4.3 Auswahl des Untersuchungsmaterials
4.4 Kategoriensystem und Kategorienbildung
4.5 Beweislogik
4.6 Qualitätskontrolle: Validität und Reliabilität
5. Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung
5.2 Süddeutsche Zeitung
5.3 Die Welt
5.4 Die Tageszeitung
IV Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Überlegungen
V Literaturverzeichnis
VI Untersuchungsmaterial
VII Anhang
6. Codebuch
7. Abbildungen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Israelbild in der deutschen Medienberichterstattung anhand des Fallbeispiels des "Gaza Flotilla Raids" vom Mai 2010. Ziel ist es, durch eine quantitative Inhaltsanalyse von vier überregionalen Tageszeitungen zu prüfen, ob die Berichterstattung einseitige, israelfeindliche oder antisemitische Tendenzen aufweist und wie diese strukturell in den jeweiligen Medien verankert sind.
1.1 Was ist Antisemitismus?
Um eventuelle antisemitische Tendenzen in der Berichterstattung über den Gaza Flotilla Raid festzustellen, ist es natürlich zunächst erforderlich, den Begriff des Antisemitismus näher zu bestimmen. Eine prägnante Definition aufzustellen, welche dem Phänomen des Antisemitismus in seiner Komplexität gerecht wird, ist jedoch beileibe kein leichtes Unterfangen. Schließlich war die Judenfeindschaft, die es bereits zu Zeiten der Antike gab, im Laufe der Jahrhunderte starken Wandlungsprozessen unterworfen, und auch der gegenwärtige Antisemitismus ist in Bezug auf seine Akteure, Begründungszusammenhänge und Manifestationen eine äußerst heterogene Erscheinung.
Antisemitismus ist demnach eine Abneigung bzw. feindselige Haltung gegenüber Menschen jüdischen Glaubens bzw. jüdischer Abstammung, die auf negativen Zuschreibungen beruht. Solche Zuschreibungen beziehen sich dabei nicht auf einzelne, individuelle Personen, sondern auf „die Juden“ als eine konstruierte Einheit, der pauschal bestimmte Denk- und Verhaltensmuster unterstellt werden. Diese Denk- und Verhaltensmuster unterscheiden sich von denen, die der jeweils eigenen Einheit zugeschrieben werden und machen Juden damit zu „Anderen“, zu „Fremden“; sie setzen sie in einen Gegensatz zur Eigengruppe und werten sie ab. Die Folge hiervon ist, dass die Minderheit der Juden leicht als Hassobjekt instrumentalisiert werden kann und dazu dient, die Feindbildbedürfnisse der eigenen Einheit zu stillen: Juden müssen als Projektionsfläche für abstrakte und komplexe Bedrohungen und Probleme herhalten, für die es keine einfachen Erklärungen gibt (im Mittelalter war dies bspw. die Pest, heute sind es Phänomene wie die Globalisierung).
I Einleitung: Erläutert die Themenfindung sowie die wissenschaftliche Relevanz einer Analyse des Israelbildes in deutschen Medien im Kontext des Antisemitismus.
II Theoretischer Teil: Definiert zentrale Begriffe wie Antisemitismus und Antizionismus, stellt den aktuellen Forschungsstand dar und erläutert die Kontextbedingungen des Gaza Flotilla Raids.
III Empirischer Teil: Dokumentiert das Untersuchungsdesign, die Inhaltsanalyse der ausgewählten Tageszeitungen und präsentiert die detaillierten Ergebnisse der Studie.
IV Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Überlegungen: Komprimiert die zentralen Befunde der Analyse und setzt sie in Bezug zu theoretischen Vorüberlegungen und weiteren Studien.
V Literaturverzeichnis: Listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Fachliteratur auf.
VI Untersuchungsmaterial: Enthält eine vollständige Auflistung aller 156 für die Analyse herangezogenen Zeitungsartikel.
VII Anhang: Beinhaltet das detaillierte Codebuch sowie alle relevanten Abbildungen und grafischen Auswertungen.
Israelbild, deutsche Medien, Antisemitismus, Antizionismus, Gaza Flotilla Raid, quantitative Inhaltsanalyse, Nahostkonflikt, Medienberichterstattung, Qualitätsjournalismus, Israelkritik, Medienanalyse, Politische Kommunikation, Diskursanalyse, Vorurteile, Nahost.
Die Bachelorarbeit untersucht das Image Israels in der deutschen Presse und geht der Frage nach, ob sich bei der Berichterstattung über israelbezogene Ereignisse, speziell den "Gaza Flotilla Raid", antisemitische oder israelfeindliche Tendenzen zeigen.
Die Arbeit verknüpft Medientheorie mit dem Themenkomplex Antisemitismus, Antizionismus und der spezifischen Darstellung Israels im deutschen Qualitätsjournalismus.
Das primäre Ziel ist es, durch ein eigenes Untersuchungsdesign festzustellen, wie die Berichterstattung über den Gaza-Zwischenfall strukturiert war und ob sie einseitig zu Lasten Israels ausfiel.
Der Autor verwendet eine quantitative Inhaltsanalyse, um 156 Artikel aus vier verschiedenen überregionalen Tageszeitungen systematisch zu erfassen und auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, der Antisemitismus und den Gaza Flotilla Raid kontextualisiert, sowie einen empirischen Teil, in dem Hypothesen aufgestellt und anhand des Zeitungs-Corpus überprüft werden.
Die wichtigsten Begriffe sind Israelbild, Antisemitismus, Antizionismus, Gaza Flotilla Raid und Inhaltsanalyse.
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede: Während "Die Welt" tendenziell israelfreundlicher berichtet, zeigt die "Süddeutsche Zeitung" eine deutlichere israelkritische Linie. Die "FAZ" und die "TAZ" liegen in ihrer Bewertung dazwischen, weisen jedoch ebenfalls unterschiedliche Deutungsmuster auf.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Berichterstattung zwar nicht durchgehend negativ ist, aber bei über 55% der untersuchten Artikel wertende Tendenzen zuungunsten Israels erkennbar sind, wobei vor allem die unkritische Übernahme oder Vereinfachung bestimmter Narrative kritisiert wird.
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