Bachelorarbeit, 2020
25 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen:
2.1. Verbundenheit technischer und sozialer Systeme
2.2. Sozio-technische Systeme als Problemlöser
2.3. Kulturgeschichte aus der Perspektive einer technischen Kultur
2.4. Die zweite Kopernikanische Wende
3. Erdbeobachtung
3.1. Grundlagen der Erdbeobachtung
3.2. Einsatzgebiete
3.3. Geschichtliche Meilensteine
3.4. Laufende Programme und laufende Bedenken
4. Kommunikation
4.1. Rechtlicher Rahmen
4.2. Dynamischer Fortschritt durch Liberalisierung und Privatisierung
5. Navigation
5.1. Meilensteine
5.2. Funktionsweise
5.3. Vorteile
6. Der Satellit als Medium der räumlichen und zeitlichen Distanz Überwindung
5.1. Die Botschaft der Satelliten
5.2. Soziale Beschleunigung
7. Conclusio
Diese Arbeit untersucht die kulturelle Bedeutung von ziviler Satellitentechnologie, indem sie deren Einfluss auf das menschliche Weltbild, das Handeln und die Wahrnehmung von Raum und Zeit analysiert. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern diese Technologien bisherige erdgebundene Möglichkeiten erweitern und welche Veränderungen sie im menschlichen Leben hervorrufen.
2.4. Die zweite Kopernikanische Wende
„Auf der Fahrt zum Mond […] haben die Menschen vor allem die Erde entdeckt. […] Seit Lunar 1 von ihrer Mondumlaufbahn zum ersten Mal das Bild von der am Mondhimmel aufgehenden Erde zurückgefunkt hatte, wurde die Neuentdeckung des Heimatplaneten zur eigentlichen Offenbarung der amerikanischen Raumfahrt. (Sachs 1994, 306)“
Das Bild von der Erde, aufgenommen aus der Außenperspektive des Weltalls, hat sich seit seinem erstmaligen Erscheinen 1966, einen Spitzenplatz in der zeitgenössischen Bilderwelt erobert. Man sieht es ikonenhaft auf Buchumschlägen, T-Shirts, Fernsehnachrichten und Werbespots. Für Sachs (1994, 307) bedeutet das Novum der erstmaligen Ansicht der Erde in ihrer Ganzheit einen „Sprung in der Geschichte der menschlichen Selbstwahrnehmung“. Das fundamental Neue ist, dass die Erde damit in den Kreis der sichtbaren Dinge einrückt. Wie jeder beliebige Gegenstand kann sie nun durch Photographie in ihrer Ganzheit objektiviert werden. Die Existenz der Erde wandelte sich von einer empirischen Gewissheit zu einer empirischen Größe (ebd.). Durch das Satellitenbild wurde die Erde wahrhaftig zu einem Gegenstand und als greifbares Objekt konstituiert (ebd.). Sachs (1994, 308) stellt die Frage nach Mentalitätsverschiebungen, die durch diese neue Auffassung der Erde hervorgerufen wurden und deutet an, dass eine sozio-technische Dynamik entstand, die zur Inspektion, Behandlung und Mediation mit der Erde führten. Damit ist gemeint, dass einerseits durch die Objektivierung der Erde ein Bild von technischer Machbarkeit entstand, welches die Erde als handhabbar und zum Ziel von Prozessoptimierung erklärte. Andererseits entstand durch neu gewonnene Einsichten ein Bild der Erde als physikalische Einheit, deren Komponenten und Prozesse systemisch verbunden und durch Eingriffe verwundbar sind (Schellenhuber 1999).
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung des "Blicks von außen" auf die Erde und definiert die Untersuchungsschwerpunkte Erdbeobachtung, Kommunikation und Navigation.
2. Theoretischer Rahmen:: Hier wird die systemtheoretische und kulturgeschichtliche Basis gelegt, um Satellitentechnik als sozio-technisches System und als Element einer "technischen Kultur" zu verstehen.
3. Erdbeobachtung: Dieses Kapitel behandelt die technischen Grundlagen, historischen Meilensteine sowie die gesellschaftlichen Implikationen der satellitengestützten Beobachtung der Erde.
4. Kommunikation: Es wird die Entwicklung der Satellitenkommunikation vom staatlich geprägten Projekt hin zur kommerzialisierten Infrastruktur sowie deren Bedeutung für die globale Vernetzung beschrieben.
5. Navigation: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Satellitennavigation von einer militärischen Technologie zu einer fundamentalen, zivilen Alltagstechnik.
6. Der Satellit als Medium der räumlichen und zeitlichen Distanz Überwindung: Hier werden medientheoretische Ansätze genutzt, um die Rolle von Satelliten bei der Beschleunigung von Raum- und Zeiterfahrung zu analysieren.
7. Conclusio: Die Conclusio fasst die zentralen Argumente zusammen und reflektiert die Rolle der Satellitentechnik als unsichtbares, aber unverzichtbares Faktum der modernen Zivilisation.
Satellitentechnologie, Erdbeobachtung, Weltbild, Raumfahrt, Sozio-technische Systeme, Navigation, Kommunikation, Kopernikanische Wende, Technischer Fortschritt, Soziale Beschleunigung, Globalisierung, Fernerkundung, Technikphilosophie, Medientheorie, Systemtheorie
Die Arbeit analysiert die kulturelle Bedeutung von ziviler Satellitentechnologie und wie diese unser Verständnis der Erde, unser Handeln und die Wahrnehmung von Zeit und Raum prägt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die drei Hauptsegmente der zivilen Raumfahrt: Erdbeobachtung, Telekommunikation und Satellitennavigation.
Ziel ist es, die enge Verbundenheit technischer Infrastruktur mit der sozialen Umwelt aufzuzeigen und zu untersuchen, welchen Einfluss Satelliten auf das menschliche Leben und die Wahrnehmung der Erde ausüben.
Die Arbeit basiert primär auf einer hermeneutischen Literaturrecherche und einer kulturgeschichtlichen Analyse technischer Entwicklung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Erdbeobachtung, Kommunikation und Navigation, deren historische Entwicklung, technische Funktionsweise und gesellschaftliche Auswirkungen jeweils einzeln beleuchtet werden.
Zentrale Begriffe sind die "zweite kopernikanische Wende", sozio-technische Systeme, technische Beschleunigung, Objektivierung der Erde und der "Blick von außen".
Laut Arbeit war der Kalte Krieg der ursprüngliche Entstehungskontext für viele Satellitenprogramme, die primär als strategische Aufklärungsinstrumente konzipiert wurden.
Unter Bezugnahme auf Hartmut Rosa beschreibt die Arbeit, wie die technische Intensivierung von Kommunikation und Transport zu einer Beschleunigung des sozialen Wandels und des Lebenstempos führt.
Es veränderte die menschliche Selbstwahrnehmung grundlegend, da die Erde durch die Fotografie erstmals als Ganzheit objektiviert und als verwundbares, physikalisches System greifbar wurde.
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