Bachelorarbeit, 2019
82 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung „Jugendliche“
3. Sozialisation
3.1 Sozialisation anhand des Modells der produktiven Realitätsverarbeitung
3.2 Persönlichkeit und Identität
4. Mediensozialisation
4.1 Mediennutzung als Selbstsozialisation
4.2 Mediennutzung als Fremdsozialisation
4.3 Rechtliche Grenzen der Mediennutzung für Jugendliche
5. Scripted Reality
5.1 Definition
5.2 Dramaturgie in Scripted Reality Tv
5.3 Die Wirklichkeit im Medium Fernsehen
5.4 Scripted Reality und die Wirklichkeit
5.5 Nutzungsmotive
6. Modelle zur Medienwirkungsforschung
6.1 Stimulus-Response-Modell
6.2 Der Uses-and- Gratification Ansatz
6.3 Symbolischer Interaktionismus
6.4 Parasoziale Interaktion und Beziehung
7. Untersuchungsgegenstand „Berlin Tag und Nacht“
7.1 Die Produktionsfirma
7.2 Vorstellung der Charaktere der Serie
7.3 Strategie von „Berlin Tag und Nacht“
7.4 Zusammenfassung der Ausschnitte
8. Methodisches Vorgehen
8.1 Datenerhebungsmethode - Interview
8.2 Leitfaden
8.3 Auswahl der Interviewpartner
8.4 Auswertungsmethode
9. Auswertung
9.1 Durchführung
9.2 Darstellung der Ergebnisse des Interviews
9.3 Auswertung der Ergebnisse
10. Die Funktion der sozialen Arbeit in der mediatisierten Welt
11. Fazit
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Scripted-Reality-Formats „Berlin Tag und Nacht“ auf das Sozialverhalten von Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren sowie die Fähigkeit dieser, den fiktiven Charakter der Serie zu identifizieren.
6.4 Parasoziale Interaktion und Beziehung
Daran knüpft die entwickelte Theorie der Parasoziale Interaktion (PSI) und Parasoziale Beziehung (PSB), die die Interaktion mit Medienpersonen beschreibt. Diese Theorie ist stark an die Theorie des symbolischen Interaktionismus angelehnt, welche zuvor bereits erläutert wurde. Die Forscher Horton und Wohl versuchten durch das Vorwissen, des symbolischen Interaktionismus die Interaktion zwischen einer Medienperson und dem Rezipienten zu erklären. Auch in der PSI und PSB nehmen die Perspektivübernahme und Rollenzuweisung eine wichtige Rolle ein. Demnach lassen sich drei Kernaspekte für die PSI entnehmen (vgl. Hartmann 2017, S.24).
Der erste zentrale Kernaspekt in der PSI ist, dass nur der Zuschauer die Medienperson beobachten kann und nicht umgekehrt. Für die Medienperson, besteht nur die Rolle des handelnden, die des Beobachters bleibt ihr unzugänglich. Der zweite Aspekt ist, dass die Medienpersonen, das Gefühl von einer wechselseitigen Interaktion provozieren, obwohl sie die Reaktionen der Zuschauer nicht beobachten können, da diese einseitig läuft. Horten und Wohl gehen davon aus, dass die Medienpersonen eine Illusion erschaffen, indem Sie die Reaktionen der Rezipienten erahnen und danach handeln. Sie erwarten eine bestimmte Antwort, auf ihr Handeln von den Zuschaueren und passen somit ihr Handeln ständig an die möglichen Erwartungen der Rezipienten an. Dies verleiht den Zuschauern, das Gefühl, dass die Medienperson von ihrer Anwesenheit weiß, weil sie in ihrem Sinne handeln. „Solange ihre Erwartungen richtig sind, kann es den Medienpersonen gelingen, bei den Rezipienten die Illusion einer wechselseitigen Interaktion herzustellen“ (Hartmann 2017, S.25). Mit dieser Methode überbrücken die Medienpersonen, den „blinden Fleck“ in diesem Interaktionsablauf, da sie sich eine angemessene Reaktion der Zuschauer erhoffen und drauf dann ihre Handlungen weiter aufbauen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Mediensozialisation ein und formuliert die Forschungsfragen zur Untersuchung des Einflusses von Scripted Reality auf Jugendliche.
2. Begriffsbestimmung „Jugendliche“: Das Kapitel definiert den Begriff der Jugend und grenzt die für diese Arbeit relevante Altersspanne von 13 bis 18 Jahren ein.
3. Sozialisation: Hier wird der theoretische Rahmen der Sozialisation erläutert, insbesondere durch das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung.
4. Mediensozialisation: Es wird untersucht, wie Medien als Instanz zur Identitätsbildung und sozialen Orientierung beitragen und welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie unterliegen.
5. Scripted Reality: Dieses Kapitel definiert das Format, erklärt dessen Dramaturgie und die bewusste Inszenierung von Wirklichkeit zur Zuschauerbindung.
6. Modelle zur Medienwirkungsforschung: Es werden zentrale medienpsychologische Ansätze dargestellt, mit Fokus auf parasoziale Interaktion und Beziehungsbildung.
7. Untersuchungsgegenstand „Berlin Tag und Nacht“: Vorstellung des Formats, der Produktionsfirma sowie der Charaktere und der narrativen Strategie der Serie.
8. Methodisches Vorgehen: Darlegung der qualitativen Forschungsmethode mittels fokussierter Gruppeninterviews und der methodischen Schritte der Auswertung.
9. Auswertung: Detaillierte Analyse der Ergebnisse aus den Gruppeninterviews, strukturiert nach den Kategorien Motivation, Alltagsintegration und Lerneffekt.
10. Die Funktion der sozialen Arbeit in der mediatisierten Welt: Anwendung medienpädagogischer Ansätze zur Unterstützung von Jugendlichen im Umgang mit Medien.
11. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der Medienbindung für das Sozialverhalten sowie Ausblick auf weitere Forschung.
Scripted Reality, Mediensozialisation, Jugendliche, Berlin Tag und Nacht, Parasoziale Interaktion, Identitätsbildung, Sozialverhalten, Medienkompetenz, Medienpädagogik, Qualitative Inhaltsanalyse, Gruppeninterview, Alltagsintegration, Medienwirkung, Sozialisation, Nutzungsmotive
Die Arbeit untersucht, wie das Fernsehformat „Berlin Tag und Nacht“ das Sozialverhalten von Jugendlichen beeinflusst und inwieweit die Zuschauer den fiktiven Charakter der Serie reflektieren können.
Die zentralen Themen sind Mediensozialisation, parasoziale Interaktion mit Medienfiguren, die Inszenierung von Wirklichkeit in Scripted-Reality-Formaten sowie die Rolle der Medienpädagogik in der sozialen Arbeit.
Das Hauptziel ist zu erforschen, ob und wie Jugendliche durch die Serie in ihrem Verhalten beeinflusst werden und ob sie in der Lage sind, zwischen Realität und fiktiver Serieninszenierung zu unterscheiden.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bei dem fokussierte Gruppeninterviews mit fünf Jugendlichen durchgeführt und mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sozialisation und Medienwirkung, eine spezifische Analyse des Formats „Berlin Tag und Nacht“ sowie die methodische Durchführung und Auswertung der empirischen Datenerhebung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mediensozialisation, Scripted Reality, parasoziale Beziehung, Medienkompetenz und jugendliche Identitätsbildung.
Die Ergebnisse zeigen ein ambivalent gesteuertes Verhalten: Während einige Jugendliche die Serie als realistisch wahrnehmen und als Ratgeber nutzen, können andere in bestimmten Situationen den fiktiven Charakter kritisch-analytisch einordnen.
Die Jugendlichen geben an, aus den gezeigten Konflikten und Lösungsstrategien der Serienfiguren Ratschläge für ihren eigenen Alltag abzuleiten, beispielsweise in Bezug auf gewaltfreie Kommunikation.
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