Masterarbeit, 2020
95 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Mehrsprachiges Aufwachsen in Deutschland
2.1.1 Mehrsprachigkeit- Begriffsklärung
2.1.2 Theorien des Zweitspracherwerbs
2.1.3 Mehrsprachiges Sprachverhalten
2.1.4 Ungestörter Grammatikerwerb bei Mehrsprachigkeit
2.2 Russisch als Erstsprache
2.2.1 Russisch- Überblick und Grundbegriffe
2.2.2 Morphologie des Russischen
2.2.3 Syntax des Russischen
2.3 Grammatische Störungen im Deutschen
2.3.1 Entwicklungstypischer Grammatikerwerb
2.3.2 Erwerb des Kasus
2.3.3 Störungsbild grammatischer Störungen
2.3.4 Bedingungsgefüge grammatischer Störungen
2.3.5 Grammatische Störungen bei mehrsprachigen Kindern
2.3.6 Diagnostik grammatischer Störungen
2.3.7 Therapiemethoden grammatischer Störungen
2.4 Kontextoptimierung
2.4.1 Prinzipien der Kontextoptimierung
2.4.2 Förderschwerpunkt 4: Kasusmarkierung
2.4.3 Evaluation und Effektivität der Kontextoptimierung
2.5 Kontrastoptimierung
2.5.1 Prinzipien der Kontrastoptimierung
2.5.2 Effektivität der Kontrastoptimierung
2.5.3 Kontrastoptimierung des Kasus mit Russisch als Erstsprache
3. Methodik
3.1 Methodisches Vorgehen
3.1.1 Das geplante Untersuchungsdesign und zentrale Hypothesen
3.1.2 Probanden der Experimentalgruppe
3.2 Erhebungsmethoden
3.2.1 Zeitpunkte der Erhebung und Erhebungssituation
3.2.2 ESGRAF-R
3.2.3 ESGRAF-MK
4. Ergebnisse kontext- und kontrastoptimierter Förderung
4.1 Ergebnisse der Pretests
4.1.1 Ergebnisse des ESGRAF-R
4.1.2 Ergebnisse des ESGRAF-MK
4.2 Geplanter Verlauf der Intervention
4.2.1 Darstellung des Vorgehens
4.2.2 Förderung der Artikelauslassung und der Akkusativmarkierung
4.2.3 Förderung der Dativmarkierung
4.2.4 Kontrastierung zwischen der Akkusativ- und Dativmarkierung
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Wirksamkeit kontrast- und kontextoptimierter Förderung
5.2 Grenzen und Herausforderungen kontrastoptimierter Förderung
6. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht, wie spracherwerbsgestörte Kinder mit Russisch als Erstsprache durch kontext- und kontrastoptimierte Förderansätze beim Erwerb des deutschen Kasussystems unterstützt werden können. Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit dieser speziellen Interventionsform zu evaluieren, wobei der Fokus auf der Einbeziehung der Erstsprache liegt, um grammatische Schwierigkeiten im Deutschen effektiv zu adressieren.
2.5.3 Kontrastoptimierung des Kasus mit Russisch als Erstsprache
Die Besonderheiten der russischen Sprache und die damit verbundenen Schwierigkeiten für russischsprachige Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erwerben, wurden bereits in Kapitel 2.2 vorgestellt. So zählen für diese Kinder der Erwerb des Genus, der Subjekt-Verb-Kongruenz, der Verbendstellung sowie des Kasus zu den größten Herausforderungen im Deutschen. Schmidt (2014) versucht diese Tatsache in seinem Werk aufzugreifen und schlägt neun Rahmenthemen vor, anhand denen kontrastoptimierte Therapie durchgeführt werden kann. Dabei wählt er verschiedene Therapieziele sowie verschiedene Sprachen. Die Therapie findet in der Zweitsprache Deutsch statt, jedoch werden immer wieder erstsprachliche Sequenzen einbezogen. Durch Schmidts detaillierte Tabellen mit Übersetzungen in den verschiedenen Sprachen ist es nicht notwendig, dass der Therapierende die Erstsprache des Kindes beherrscht. Darunter macht er immer wieder Vorschläge, wie die Therapie des Kasus mit Einbeziehung des Russischen gestaltet werden kann. Allerdings ist Schmidt (2014) der Ansicht, dass die Kontrastierung des russischen Kasussystems nicht sinnvoll ist, da dieses ebenso komplex ist wie das deutsche Kasussystem. Er betont, dass dies wenig Sinn macht, da das Russische keine Artikel kennt und die Fälle des Kasus nicht immer entsprechend jenen des Deutschen sind. Auch gibt es eine größere Anzahl an Fällen, was die Kontrastierung noch komplexer gestaltet (Schmidt, 2014).
Für die Verbzweitstellung schlägt Schmidt (2014) jedoch viel Material vor, welches mit der Einbeziehung des Russischen kontrastiert werden kann. Hier führt er mehrere Tabellen mit Nomina auf, die auch ins Russische übersetzt werden. Diese Nomina lassen sich jedoch auch in der Kasusförderung verwenden. Wie die folgende Abbildung zeigt, ist das grammatische Geschlecht der Nomina teilweise gleich, wie beispielsweise beim Nomen Honig oder auch Saft. Dies lässt sich nutzen und im Bereich des Kasus einsetzen. Auch lassen sich die Sätze, die unter Syntax aufgeführt sind, für die Akkusativförderung verwenden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Anerkennung der Erstsprache bei mehrsprachigen Kindern und stellt das Konzept der kontext- und kontrastoptimierten Förderung als therapeutischen Ansatz vor.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Mehrsprachigkeit, beleuchtet die Besonderheiten des Russischen im Vergleich zum Deutschen, analysiert das Störungsbild grammatischer Störungen und stellt die Konzepte der Kontext- und Kontrastoptimierung detailliert vor.
3. Methodik: Hier werden das Untersuchungsdesign, die Hypothesen, die Auswahl der Probanden sowie die eingesetzten diagnostischen Testverfahren ESGRAF-R und ESGRAF-MK erläutert.
4. Ergebnisse kontext- und kontrastoptimierter Förderung: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der Pretests der Experimentalgruppe und skizziert den geplanten, theoretisch fundierten Verlauf der Interventionsstudie.
5. Diskussion der Ergebnisse: Die Diskussion reflektiert die Wirksamkeit der Förderung trotz der durch die Pandemie bedingten praktischen Einschränkungen und beleuchtet Grenzen sowie Herausforderungen des kontrastoptimierten Ansatzes.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der kontrastoptimierten Therapie für mehrsprachige Kinder in der Sprachheilpädagogik.
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Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit einer kontrast- und kontextoptimierten Sprachförderung für mehrsprachige Kinder, speziell für Kinder mit Russisch als Erstsprache, die unter einer Spracherwerbsstörung leiden und Probleme mit dem deutschen Kasussystem haben.
Zentral sind der Spracherwerb bei Mehrsprachigkeit, die linguistischen Unterschiede zwischen Deutsch und Russisch, das Störungsbild grammatischer Störungen und die Anwendung von Förderkonzepten zur Verbesserung der Kasusmarkierung.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob eine kombinierte kontext- und kontrastoptimierte Förderung effektiv ist, um bei russischsprachigen Kindern mit grammatischen Störungen Fortschritte in der deutschen Kasusmarkierung zu erzielen.
Die Arbeit basiert auf einem Interventionsstudien-Design mit einem A-B-A-Setting (Pretest, geplante Intervention, Posttest). Zur Erhebung wurden die diagnostischen Verfahren ESGRAF-R (für Deutsch) und ESGRAF-MK (für Russisch) eingesetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Sprachaufbau und Störungsbilder, die detaillierte Darstellung der diagnostischen Verfahren sowie die theoretische Planung der kontrastoptimierten Interventionsstudie.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mehrsprachigkeit, Kontextoptimierung, Kontrastoptimierung, Kasusmarkierung, spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) und das Russische als Erstsprache.
Das Russische weist ein hochkomplexes Kasussystem ohne Artikel auf, bei dem Kasusmarkierungen direkt am Nomen durch Flexionsmorpheme erfolgen. Das Deutsche hingegen markiert den Kasus primär über Artikel, was für Kinder, die Russisch als Erstsprache haben, eine erhebliche Umstellung erfordert.
Die Einbeziehung der Erstsprache erhöht den kindlichen Selbstwert, nutzt vorhandene Kompetenzen als Fundament und ermöglicht durch den direkten Vergleich (Kontrastierung) ein besseres Verständnis für die spezifischen grammatischen Anforderungen der Zweitsprache Deutsch.
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