Bachelorarbeit, 2020
39 Seiten, Note: 1.5
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Begriffsdefinierung
2.1 Der Terminus „geistige Behinderung“
2.2 Die Termini „Stereotyp“ und „Vorurteil“
3. Behinderung in der Gesellschaft
3.1 Umgang mit Behinderung nach 1945
3.2 Einstellungen gegenüber Kindern mit Behinderung
3.2.1 1970er Jahre
3.2.2 1990er Jahre
4. Darstellung von Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur
4.1 Thematisierung von Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur
4.2 Häufige Darstellungsmerkmale von Protagonisten mit Behinderung und ihre Intentionen
5. Analyse zweier zeitversetzter Werke
5.1 Darstellung der Protagonisten mit geistiger Behinderung
5.1.1 Hirbel
5.1.2 Rico
5.1.3 Vergleich
5.2 Darstellung der direkten Bezugspersonen/ des familiären Umfeldes
5.2.1 Hirbel
5.2.2 Rico
5.2.3 Vergleich
5.3 Darstellung der Gesellschaft
5.3.1 Hirbel
5.3.2 Rico
5.3.3 Vergleich
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den Wandel in der Darstellung von Kindern mit geistiger Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur anhand eines Vergleichs zwischen Peter Härtlings „Das war der Hirbel“ (1973) und Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ (2008), um zu analysieren, inwiefern literarische Darstellungsweisen gesellschaftliche Einstellungen und deren Wandel widerspiegeln.
Protagonisten mit Behinderungen werden geheilt
Viele problemorientierten Kinder- und Jugendbücher enden mit einem ‚Happyend‘, in dem der Protagonist mit Behinderung von seiner Behinderung geheilt wird. „Der Behinderte wird zum Nichtbehinderten, der Leser darf aufatmen“ (Backofen 1987, zitiert nach Reese 2006, S. 136). Bei dieser ‚Wunderheilung‘ bleiben die Ursachen dieser Befreiung von der Schädigung ungeklärt und auch „Psychosoziale Elemente bleiben in Geschichten, die sich dieses Strickmusters bedienen, weitestgehend ausgeklammert“ (Nickel 1999a, S. 46).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, stellt die Forschungsfrage nach den Veränderungen in der literarischen Darstellung geistiger Behinderung und stellt die beiden Vergleichswerke vor.
2. Begriffsdefinierung: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „geistige Behinderung“, „Stereotyp“ und „Vorurteil“ definiert und theoretisch abgegrenzt.
3. Behinderung in der Gesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel des gesellschaftlichen Umgangs mit Behinderung in Deutschland sowie die Einstellungen gegenüber Kindern mit geistiger Behinderung in den 1970er und 1990er Jahren.
4. Darstellung von Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird der theoretische Rahmen für die literarische Darstellung von Behinderungen gelegt, einschließlich der Thematisierung von Behinderungsformen und häufiger Darstellungsmerkmale.
5. Analyse zweier zeitversetzter Werke: Dieser Hauptteil vergleicht Hirbel und Rico in Bezug auf die Darstellung der Protagonisten, ihres sozialen Umfeldes und der Gesellschaft.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich der Unterschiede in der Darstellung geistiger Behinderung über die Jahrzehnte hinweg.
Geistige Behinderung, Kinder- und Jugendliteratur, Inklusion, Gesellschaftskritik, Vorurteile, Stereotype, Literaturanalyse, Hirbel, Rico, Tieferschatten, Soziale Teilhabe, Behinderungsbilder, Historischer Wandel, Pädagogik, Belletristik.
Die Arbeit analysiert, wie geistige Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur dargestellt wird und ob sich dabei im zeitlichen Verlauf Veränderungen zeigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel korrespondieren.
Die zentralen Themenfelder umfassen die literarische Repräsentation von Protagonisten mit geistiger Behinderung, die Bedeutung des sozialen Umfelds sowie die Spiegelung gesellschaftlicher Einstellungsstudien in den Büchern.
Ziel ist es zu klären, ob und wie sich die Darstellungsweisen und die Intentionen der Autoren über die Jahrzehnte verändert haben und ob diese Veränderungen gesellschaftlichen Einstellungen entsprechen.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse von zwei Werken unter Einbeziehung theoretischer Begriffe und existierender Einstellungsstudien zu Behinderungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, einen historischen Überblick über den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung in Deutschland sowie die detaillierte vergleichende Analyse der beiden Romane.
Die wichtigsten Schlagworte sind Geistige Behinderung, Kinder- und Jugendliteratur, Stereotype, Vorurteile, gesellschaftlicher Wandel, Inklusion und Literarische Analyse.
Der Autor Steinhöfel verwendet diesen Neologismus, um die geistige Behinderung des Protagonisten zu beschreiben, ohne die stigmatisierende Wirkung traditioneller Begriffe zu nutzen, und um Ricos eigene Begabungen in den Vordergrund zu rücken.
Während bei Hirbel das soziale Umfeld oft als antagonistisch und ausgrenzend dargestellt wird, ist das Umfeld bei Rico deutlich vielschichtiger, wobei Rico selbst die vermeintliche Freundlichkeit der Menschen kritisch hinterfragt.
Die Duldungskultur beschreibt den Zustand, in dem behinderte Menschen zwar oberflächlich akzeptiert werden, jedoch kein echtes Interesse an ihrer Person besteht, was Rico besonders schmerzlich in seinem Alltag erfährt.
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