Masterarbeit, 2020
133 Seiten, Note: 2,0
A. Einführung in den thematischen Rahmen
I. Methodik
II. Gang der Untersuchung
B. Begriffsdefinition und rechtliche Einordnung
I. Rechtsgrundlage
II. Qualifizierung als Arbeitnehmer
III. Telearbeit im Sinne der ArbStättV
1. Fest eingerichteter Arbeitsplatz im Privatbereich
2. Vom Arbeitgeber eingerichtet
3. Vereinbarung über die Arbeitszeit und Dauer der Einrichtung
IV. Maßgebender Begriff für die Masterarbeit
C. Chancen und Risiken
I. Arbeitnehmer
II. Arbeitgeber
D. Status quo: Recht auf Homeoffice
I. Exkurs: Rechtsquellen des Arbeitsrechts
1. Rangprinzip
2. Gültigkeitsprinzip und seine Ausnahmen
II. Anspruch des Arbeitnehmers
1. Rechtsanspruch kraft Gesetzes
a) Leidensgerechte Beschäftigung schwerbehinderter Arbeitnehmer
aa) Einwände des Arbeitgebers
bb) Darlegungs- und Beweislast
b) Besonderheiten im öffentlichen Dienst
2. Weisungsrecht
3. Arbeitsvertragliche Ansprüche
a) Arbeitsrechtlicher Gleichbehandlungsgrundsatz
aa) Sachfremde Differenzierung in vergleichbarer Lage sich befindender Arbeitnehmer
bb) Rechtsfolge
b) Der Anspruch auf die Homeoffice-Tätigkeit durch konkludente Vertragsänderung?
c) Rücksichtnahmepflicht
aa) Unüberwindbares Leistungshindernis
bb) Verlangen des Arbeitnehmers
cc) Rechtliche Möglichkeit und Zumutbarkeit der Homeoffice-Tätigkeit
4. Kollektivvertragliche Ansprüche
a) Tarifvertrag
b) Betriebsvereinbarung
5. Telearbeit zur Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung
a) Ordentliche betriebsbedingte Kündigung
b) Außerordentliche betriebsbedingte Kündigung
III. Rechte des Arbeitgebers
1. Weisungsrecht des Arbeitgebers
2. Änderungskündigung
IV. Zwischenergebnis
E. Die Homeoffice-Vereinbarung
I. Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates
II. Gestaltung einer Homeoffice-Vereinbarung
1. Der Arbeitsort
a) Betriebliche Arbeitsstätte
b) Außerbetriebliche Arbeitsstätte
aa) Bring your own device
bb) Leave your own device
c) Beteiligung des Vermieters
2. Aufwendungsersatz und Kostenverteilung
3. Arbeitszeit und Erreichbarkeit
a) Das Arbeitszeitgesetz und die Befolgung
b) Überstunden und ungünstige Arbeitszeit
c) Arbeitszeiterfassung
4. Das Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und Arbeitsschutz
a) Pflichten des Arbeitgebers
aa) Die Gefährdungsbeurteilung im Sinne der ArbStättV
bb) Unterweisung
cc) Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen
b) Zutrittsrechte
aa) Arbeitgeber
bb) Betriebsrat
cc) Datenschutzbeauftragter
5. Daten- und Informationsschutz
6. Haftung
a) Arbeitnehmer
b) Dritte
c) Haftungsklausel
7. Betriebsrisiko und Unfallschutz
8. Beendigung des Homeoffice
III. Homeoffice-Betriebsvereinbarung und ihre Vorteile gegenüber einer arbeitsvertraglichen Regelung
IV. Zwischenergebnis: Gestaltung einer Homeoffice Vereinbarung
F. Die intendierte Rechtslage
I. Wet flexibel werken – Der Anspruch in den Niederlanden
1. Anspruchsstellung und Verfahrensgang
2. Right to ask, duty to consider
II. Gestaltungsformen
1. Die Niederlande als potenzielles Vorbild?
2. Anspruch entsprechend dem TzBfG
III. Beleuchtung unterschiedlicher Perspektiven
1. Der Rechtsanspruch aus der Arbeitnehmersicht
2. Der Rechtsanspruch aus der Arbeitgebersicht
G. Resümee
I. Kritische Würdigung
II. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob in Deutschland ein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice geschaffen werden sollte, und analysiert, wie eine solche Norm ausgestaltet sein könnte sowie welche rechtlichen Auswirkungen dies für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hätte.
C. Chancen und Risiken
Die Tätigkeit im Homeoffice birgt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Chancen und Risiken.
Auf der Seite der Arbeitnehmer wird durch die Tätigkeit im Homeoffice eine größere Flexibilität in örtlicher und zeitlicher Hinsicht erhofft, um so die Work-Life-Balance zu verbessern. Neben der Reduzierung von Wegkosten und einem Zeitersparnis durch entfallende Pendelzeiten wird umweltbewussten Arbeitnehmern auch die Reduzierung der Treibhausgase als starker Vorteil angesehen. Aktuell wird die Homeoffice-Tätigkeit von der Mehrheit der Arbeitnehmer als Chance gesehen, die Ausbreitung des Corona Virus zu verlangsamen. Unverzichtbar ist die außerbetriebliche Arbeitsstätte für schutzwürdige Personen, die die Betriebsstätte nur unter erheblichen Anstrengungen erreichen können. Neben diesen Chancen birgt eine Telearbeit allerdings auch Risiken. Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, müssen sich selbst disziplinieren. Es besteht die Gefahr einer Entgrenzung der Arbeit. Pflichtbewusste Arbeitnehmer neigen häufig dazu, mehr zu arbeiten, und können den Berufsalltag nicht hinter sich lassen.
A. Einführung in den thematischen Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Homeoffice durch Digitalisierung und die Corona-Pandemie und definiert das Ziel der Arbeit, einen potenziellen gesetzlichen Rechtsanspruch zu untersuchen.
B. Begriffsdefinition und rechtliche Einordnung: Hier werden die Begriffe Homeoffice und Telearbeit definiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Arbeitsstättenverordnung, erörtert.
C. Chancen und Risiken: Dieses Kapitel beleuchtet die Vor- und Nachteile von Homeoffice für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, etwa hinsichtlich Flexibilität, Produktivität und Entgrenzung der Arbeit.
D. Status quo: Recht auf Homeoffice: Hier wird analysiert, dass aktuell kein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice besteht, und es werden die bestehenden, eingeschränkten Möglichkeiten zur Begründung eines solchen Rechts untersucht.
E. Die Homeoffice-Vereinbarung: Dieses Kapitel widmet sich der konkreten vertraglichen Gestaltung einer Homeoffice-Vereinbarung sowie den mitbestimmungsrechtlichen Aspekten und den Pflichten hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsschutz.
F. Die intendierte Rechtslage: Hier wird der politische Diskurs in Deutschland beleuchtet, ein Rechtsvergleich mit dem niederländischen "Wet flexibel werken" gezogen und über verschiedene Gestaltungsformen eines Rechtsanspruchs diskutiert.
G. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Schwierigkeiten eines pauschalen Rechtsanspruchs und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Homeoffice, Telearbeit, Arbeitsrecht, Rechtsanspruch, Arbeitsstättenverordnung, Betriebsvereinbarung, Weisungsrecht, Arbeitnehmerschutz, Datenschutz, Arbeitsschutz, Arbeitszeit, Arbeitszeiterfassung, betriebsbedingte Kündigung, Gleichbehandlungsgrundsatz, Mitbestimmung.
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik und den Rahmenbedingungen von Homeoffice in Deutschland, insbesondere mit der Frage, ob ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf Homeoffice sinnvoll und realisierbar ist.
Zentrale Themen sind die arbeitsrechtliche Einordnung der Tätigkeit außerhalb des Betriebs, die Gestaltung von Homeoffice-Vereinbarungen, der Arbeitsschutz sowie die Frage der Mitbestimmung durch den Betriebsrat.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie eine potenzielle gesetzliche Norm für Homeoffice aussehen könnte und welche rechtlichen Konsequenzen ein solcher Anspruch für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hätte.
Es wird eine umfassende Analyse der vorhandenen Fachliteratur in Kombination mit einer eigenen, kleinen Umfrage unter acht Probanden durchgeführt.
Der Hauptteil behandelt den Status quo des Rechtsanspruchs, die Ausgestaltung von Vereinbarungen, die Chancen und Risiken für beide Seiten sowie die intendierte Rechtslage, unter anderem durch einen Vergleich mit den Niederlanden.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Homeoffice, Telearbeit, Arbeitsrecht, Rechtsanspruch, Betriebsvereinbarung und Arbeitnehmerschutz.
IBM dient als Beispiel dafür, wie ein Unternehmen zunächst massiv auf Homeoffice setzte, um später aufgrund von Erkenntnissen über den Verlust an Teamgeist und Innovation die Strategie zu revidieren.
Der Betriebsrat hat bei der Einführung von Homeoffice zahlreiche Beratungs- und Unterrichtungspflichten sowie Mitbestimmungsrechte, insbesondere in kollektiven Fragen der Arbeitszeit und Überwachung.
Das niederländische Gesetz dient als Diskussionsgrundlage, wird jedoch oft als "Auskunftsanspruch" missverstanden und als nicht direkt unreflektiert auf das deutsche Rechtssystem übertragbar eingestuft.
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