Masterarbeit, 2012
119 Seiten, Note: 1,7
1. Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Konzeptionelle Grundlagen und Definitionen
2.1. Inflation
2.2. Zusammenhang zwischen Zinssätzen und Inflationsrate
2.3. Nominalwertprinzip
2.4. Unternehmenserhaltungskonzeptionen
3. Qualitative Analyse der Auswirkungen einer Inflation auf die Steuerbelastung
3.1. Bereich der Bilanzierung
3.1.1. Bewertung von Sachanlage- und Vorratsvermögen
3.1.2. Darstellung des Abschreibungs- und Vorratseffekts
3.1.3. Einflussfaktoren auf Abschreibungs- und Vorratseffekt
3.1.3.1. Allgemeine Faktoren
3.1.3.2. Unternehmens- bzw. branchenspezifische Faktoren
3.1.3.3. Spezifische Gewinnermittlungsvorschriften
3.2. Bereich der Finanzierung
3.2.1. Bewertung von Verbindlichkeiten und Behandlung von Zinsen
3.2.2. Darstellung des Finanzierungseffektes und Diskussion der Gläubiger-Schuldner-Hypothese
3.2.3. Einflussfaktoren auf den Finanzierungseffekt
3.3. Zusammenspiel der drei Effekte
4. Quantitative Analyse der Auswirkungen einer Inflation auf die Steuerbelastung
4.1. Methodische Grundlagen
4.1.1. Analysemodell : European Tax Analyzer
4.1.2. Datenbasis, Modellannahmen und Vorgehensweise
4.2. Darstellung und Analyse der Ergebnisse verschiedener Variationen
4.2.1. Bereich der Bilanzierung
4.2.1.1. Abschreibungsmethode
4.2.1.2. Bewertungsvereinfachungsverfahren
4.2.1.3. Voll- und Teilkostenansatz
4.2.1.4. Bewertung von Pensionsrückstellungen
4.2.1.5. Einbezug der Anteilseigner
4.2.2. Bereich der Finanzierung
4.2.2.1. Ausschüttungsverhalten
4.2.2.2. Anfängliche Kapitalausstattung
4.2.3. Kombination von Bilanzierung und Finanzierung
4.2.4. Bereich der Bilanzierung bei verschiedenen Branchen
5. Thesenförmige Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Inflation auf die Ertragsteuerbelastung von Unternehmen, wobei der Schwerpunkt auf der Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage liegt. Die zentrale Forschungsfrage adressiert, welche Auswirkungen die Inflation auf die Steuerlast hat und durch welche Bilanzierungs- oder Finanzierungsentscheidungen Unternehmen diese Effekte abmildern können.
3.1.2. Darstellung des Abschreibungs- und Vorratseffekts
Als negative Folge der Inflation im Rahmen der Besteuerung werden in der Literatur vor allem Abschreibungseffekt (AE) und Vorratseffekt (VE) aufgeführt. Dies erfolgt meist im Zusammenhang mit Möglichkeiten zur Vermeidung der Scheingewinnbesteuerung, Auswirkungen auf Investitions- und Finanzierungsentscheidungen oder Überlegungen zur Anpassung der Rechnungslegung an die Inflation. Darunter sind auch Arbeiten, in denen die Effekte quantifiziert werden.
Sowohl AE als auch VE sind auf die Geltung des NWPs, besonders im Hinblick auf das Anschaffungs- und Herstellungskostenprinzip, zurückzuführen. Bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens werden die nominalen Erlöse herangezogen. Denen gegenüber stehen aber nur ein(e) auf Basis der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ermittelte Abschreibung bzw. Wareneinsatz. Folglich steigen die Erlöse mit der Inflationsrate, die Abschreibungen bzw. der Wareneinsatz aber nicht. Deswegen nehmen das (nominale) zu versteuernde Einkommen und die daraus resultierende Steuerlast überproportional zu. Anders ausgedrückt, stimmen die steuerlich geltend machbaren Aufwendungen nicht mit den gegenwärtigen Kosten der Produktionsfaktoren überein. Seicht argumentiert, dass die erfolgende Saldobildung an sich mathematisch und ökonomisch unzulässig ist, weil verrechneter Periodenaufwand und verrechneter Periodenertrag nicht geldwertparitätisch sind.
Im Rahmen der Substanzerhaltung wird zur Vermeidung des AE gefordert, den jeweils verrechneten Aufwand - die Abschreibung - am „realen“ Wertverzehr und somit an den Wiederbeschaffungskosten (WBK) zu orientieren, da sonst die Gefahr besteht, dass durch die erhöhte Steuerlast die Substanz des Unternehmens gemindert wird. Nach deutschem Steuerrecht ist dies wegen dem NWP nicht möglich, worauf z. B. Stobbe explizit hinweist.
1. Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung: Einleitung in das Thema Inflation und deren steuerliche Implikationen für Unternehmen, gefolgt von der Zielsetzung der Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen und Definitionen: Erläuterung der ökonomischen Begriffe wie Inflation, Zinssatz, Nominalwertprinzip und Unternehmenserhaltung.
3. Qualitative Analyse der Auswirkungen einer Inflation auf die Steuerbelastung: Detaillierte Betrachtung der negativen steuerlichen Effekte im Bereich Bilanzierung und Finanzierung.
4. Quantitative Analyse der Auswirkungen einer Inflation auf die Steuerbelastung: Empirische Untersuchung anhand des European Tax Analyzers und Analyse verschiedener Gestaltungsoptionen für Unternehmen.
5. Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der wesentlichen Ergebnisse der Arbeit in thesenartiger Form.
Inflation, Steuerbelastung, Nominalwertprinzip, Scheingewinnbesteuerung, Abschreibungseffekt, Vorratseffekt, Finanzierungseffekt, European Tax Analyzer, Bilanzierung, Unternehmenserhaltung, Zinserträge, Fremdkapital, Bemessungsgrundlage, Unternehmensbesteuerung.
Die Arbeit analysiert den Einfluss der Inflation auf die Steuerbelastung von Unternehmen, insbesondere wie die Besteuerung bei Geldentwertung zu Verzerrungen führt.
Die zentralen Felder sind die Bilanzierung, die Finanzierung sowie die quantitative Untersuchung der Steuerlast mittels Simulationsmodellen.
Ziel ist es, den Einfluss der Inflation auf die Ertragsteuerbelastung darzustellen und Ansätze zu identifizieren, wie Unternehmen durch Bilanz- oder Finanzierungsentscheidungen die Steuerlast mildern können.
Neben einer qualitativen Analyse der Literatur wird eine quantitative Analyse mittels des "European Tax Analyzer" (ETA) zur Simulation der effektiven Steuerbelastung durchgeführt.
Es werden die theoretischen Effekte (Abschreibungs-, Vorrats- und Finanzierungseffekt) diskutiert und anschließend deren quantitative Auswirkungen auf Kapitalgesellschaften und Anteilseigner in verschiedenen Branchen untersucht.
Die wichtigsten Schlagworte sind Inflation, Steuerbelastung, Nominalwertprinzip, Scheingewinnbesteuerung und der European Tax Analyzer.
Da Abschreibungen auf historischen Anschaffungskosten basieren, führen sie bei Inflation zu einer zu geringen Aufwandsverrechnung im Vergleich zu den tatsächlichen Wiederbeschaffungskosten, was die Steuerlast erhöht.
Das Nominalwertprinzip ist die Grundlage des deutschen Steuerrechts; es verhindert die Berücksichtigung von Geldwertänderungen, was ursächlich für das Entstehen von Scheingewinnen bei Inflation ist.
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