Examensarbeit, 2002
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Max Apples "Post-Modernism": Eine Geschichte der Postmoderne oder eine postmoderne Geschichte?
3. Die Fragmentarisierung der Narrative in Robert Coovers "The Babysitter"
3.1 Die Fragmentarisierung der Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Rezeption
3.2 Channel-hopping als erzählungsstrukturierende Wahrnehmungsinstanz
4. Unglaubwürdiges Erzählen und ungläubige Lektüre: Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung in Donald Barthelmes Kurzgeschichten am Beispiel von "Me and Miss Mandible", "The Sandman" und "A Shower of Gold"
5. Metafiktion, oder: Der Autor als Figur in John Barths "Life-Story"
6. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die postmoderne amerikanische Kurzgeschichte, um deren charakteristische Merkmale, wie Fragmentarisierung, Metafiktion und den Umgang mit Realität, anhand ausgewählter Werke zu analysieren und deren postmoderne Geisteshaltung herauszuarbeiten.
Metafiktion, oder: Der Autor als Figur in John Barths "Life-Story"
Mit John Barths in der Sammlung Lost in the Funhouse erschienenen Kurzgeschichte "Life-Story" wird abschließend ein Beispiel metafiktionaler Narrativik Beachtung finden. Der Begriff Metafiktion bezeichnet im allgemeinen die Thematisierung und, wie in diesem Falle, die Problematisierung des Schreibens selbst innerhalb der Fiktion. Barths Erzähler stellt dem Leser einen Autor vor, der im Begriff ist, eine Story zu schreiben. Dabei reflektiert dieser über möglichen Inhalt der Geschichte und gleichzeitig über sein eigenes Dasein. Der Gedanke er selbst sei lediglich eine Figur in einer Geschichte die von einem außen stehenden Autor geschrieben und von ihm gleichzeitig gelesen wird fesselt ihn derart, daß er diesen Sachverhalt in seinem Werk thematisieren möchte.
"He being himself by vocation an author of novels and stories it was perhaps inevitable that one afternoon the possibility would occur to the writer of these lines that his own life might be a fiction, to which he was the leading or accessory character." (S. 116)
Er beginnt also damit, einen fiktionalen Autor, der wie er glaubt sein Leben sei eine Geschichte und der dies in einer Erzählung verpacken möchte zu entwerfen. Dieser mise en abyme entwickelt sich zunehmend problematisch, da die verschiedenen ineinander verschachtelten Beziehungen der jeweiligen Autoren, Figuren und Leser zueinander immer undurchsichtiger werden. Selbst für den Leser wird zunehmend unklar, auf welcher dieser Ebenen er gerade was über welchen Autor erfährt. So ist zu guter letzt nicht einmal mehr erkenntlich, wo sich der anfangs vorgestellte Autor in diesem System befindet.
1. Einleitung: Definiert den Begriff der Postmoderne als Geisteshaltung und untersucht das Spannungsfeld zwischen Moderne und Postmoderne.
2. Max Apples "Post-Modernism": Eine Geschichte der Postmoderne oder eine postmoderne Geschichte?: Analysiert Apples ironische Erzählweise, die theoretische Reflexion und Story miteinander verbindet.
3. Die Fragmentarisierung der Narrative in Robert Coovers "The Babysitter": Untersucht die hypertextuelle Struktur der Geschichte und ihre Wirkung auf die Rezeption.
3.1 Die Fragmentarisierung der Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Rezeption: Erläutert den Bruch mit dem klassischen Plot durch die Zersplitterung in zahlreiche, unverbundene Segmente.
3.2 Channel-hopping als erzählungsstrukturierende Wahrnehmungsinstanz: Analysiert die Funktion von Medien und TV-Referenzen als Spiegel der fragmentierten Wahrnehmung.
4. Unglaubwürdiges Erzählen und ungläubige Lektüre: Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung in Donald Barthelmes Kurzgeschichten am Beispiel von "Me and Miss Mandible", "The Sandman" und "A Shower of Gold": Untersucht die Rolle des unzuverlässigen Erzählers bei Barthelme.
5. Metafiktion, oder: Der Autor als Figur in John Barths "Life-Story": Beleuchtet die Verschränkung von Autor, Figur und Leser innerhalb der Geschichte.
6. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse über die Vielfalt postmoderner Ausdrucksformen und die veränderte Rolle von Literatur und Autor zusammen.
Postmoderne, Amerikanische Kurzgeschichte, Fragmentarisierung, Metafiktion, Narratologie, Unzuverlässiges Erzählen, Realität, Fiktion, Medienkritik, Poststrukturalismus, Deconstruction, Mise en abyme, Belatedness.
Die Arbeit untersucht, wie postmoderne amerikanische Autoren durch spezifische narrative Techniken die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen und damit traditionelle Leseerwartungen herausfordern.
Die zentralen Themen sind die Fragmentarisierung von Erzählungen, der Einfluss von Medien (insbesondere Fernsehen), das Konzept der Metafiktion und die Problematik des unzuverlässigen Erzählens.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie postmoderne Literatur durch die bewusste Dekonstruktion tradierter Erzählmuster eine neue, selbstreflexive Geisteshaltung zum Ausdruck bringt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die narratologische Ansätze mit philosophischen und kulturwissenschaftlichen Diskursen, etwa zur Dekonstruktion und zum Poststrukturalismus, verknüpft.
Der Hauptteil analysiert exemplarisch Werke von Max Apple, Robert Coover, Donald Barthelme und John Barth, um verschiedene Facetten wie "Channel-hopping", "unreliable narration" und "mise en abyme" detailliert zu erläutern.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Postmoderne, Fragmentarisierung, Metafiktion, Unzuverlässiges Erzählen, Poststrukturalismus und Medienkritik.
Das Fernsehen dient Coover nicht nur als Hintergrund, sondern als Strukturprinzip für seine Erzählung; das Zapping spiegelt die fragmentierte und nicht-lineare Wahrnehmung der postmodernen Welt wider.
Der Erzähler reflektiert über das Schreiben selbst, während er gleichzeitig als fiktive Figur innerhalb dieser Erzählung existiert, wodurch die Ebenen von Autor, Figur und Leser ineinander verschmelzen.
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