Bachelorarbeit, 2019
72 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Rechtspopulismus im heutigen Verständnis
2.1 Differenzierung Populismus und Rechtspopulismus
2.1.1 Populismus
2.1.2 Rechtspopulismus
2.2 Was Donald Trump zum Rechtspopulisten macht
3. Der Stellenwert der Pressefreiheit in den USA
3.1 Die Medien als vierte Gewalt
3.2 Die heutige Medienlandschaft in den USA
3.2.1 Liberal bis konservativ: MSNBC, CNN und Fox News
3.2.2 New York Times vs. Breitbart News
4. Donald Trump und die freie Presse
4.1 Die Rolle der Medien im Präsidentschaftswahlkampf 2016
4.1.1 Fatale Unterschätzung
4.1.2 Sendezeit für Skandale
4.2 Zwei Gegner, ein Ziel
4.3 Delegitimierung der Medien
4.4 Fake News gegen Faktenchecker
5. Das Kommunikationsverhalten von Donald Trump
5.1 Trumps Rhetorik und seine Erfolge mit Twitter
5.2 Twitter als digitale Pressekonferenz
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Medien bei der Etablierung des Rechtspopulismus in den USA während der Trump-Ära. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die Berichterstattung der Massenmedien und die Eigendarstellung des Präsidenten über Soziale Medien die politische Meinungsbildung nachhaltig beeinflusst haben.
4.2 Zwei Gegner, ein Ziel
Wenn Trump die Medien scharf angreift, die ihn und seine Politik kritisieren, die Medien aber gleichzeitig auf jede Provokation von Trump anspringen, liegt der Verdacht nahe, dass Rechtspopulisten und Medien trotz öffentlicher Auseinandersetzung am Ende ein Ziel haben: Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Trumps ambivalentes Verhältnis zu den Medien beschreiben Bieber und Kamps (2017) wie folgt: „Trump verachtet und benutzt die Medien“ (Bieber und Kamps 2017: 72). Dass sich die Medien sogar gerne haben benutzen lassen, ist bereits in den Wochen nach der Wahl die einhellige Meinung im Diskurs über die Gründe für den Wahlausgang.
So beschreibt Pörksen ein „Geschäft auf Gegenseitigkeit, das Trump die totale publizistische Dominanz erlaubte“ (Pörksen 2016). Als Lehre aus dem Wahlkampf müsse gezogen werden, dass gerade Fernsehmacher und Populisten durch ein gemeinsames Geschäftsinteresse verbunden seien. Der Populist hat zum Ziel, möglichst viel kostenfreie Sendezeit zu bekommen, um seine Botschaften zu verbreiten. Der Fernsehsender kann eine provokante Figur bieten, an der sich die Meinungen scheiden und die so ein Quotengarant und Aufmerksamkeitsbringer ist (ebd.).
Trump sei für die Medien deshalb „ein Geschenk, das sich nicht erschöpft“ (Hahn 2017), der im Wahlkampf Fernsehsendern große Einschaltquoten, Zeitungen hohe Auflagen und Internetseiten riesige Klickzahlen brachte. Durch seine Vielzahl an Entgleisungen und Tabubrüchen, die auch nach der Inauguration nicht nachließen, sorgte er für immer neue Aufreger, die Fernsehprogramme und Titelseiten füllten (ebd.). Denn ein entscheidender Aspekt der Medientheorie gehört zur Verbundenheit zwischen Rechtspopulisten und Medien: „Der vermeintliche Skandal ist allemal besser zu verkaufen, als die seriös recherchierte Nachricht“ (Gellner und Kleiber 2012: 227).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein, definiert zentrale Begriffe wie Massenmedien und Soziale Medien und legt die Forschungsfrage sowie den methodischen Aufbau der Arbeit dar.
2. Rechtspopulismus im heutigen Verständnis: Dieses Kapitel definiert das Konzept des Rechtspopulismus durch Kernelemente wie Anti-Elitismus und Nativismus und wendet diese Merkmale auf Donald Trump an, um seine Einordnung als Rechtspopulist zu begründen.
3. Der Stellenwert der Pressefreiheit in den USA: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Medien als vierte Gewalt im privatwirtschaftlich geprägten US-System und vergleicht das ideologische Spektrum von TV-Sendern und Nachrichtendiensten.
4. Donald Trump und die freie Presse: Hier wird das spannungsreiche Verhältnis zwischen Trump und der Presse analysiert, wobei besonders die Dynamik der Wahlkampagnen, die Delegitimierung kritischer Medien und das Phänomen der Fake News im Fokus stehen.
5. Das Kommunikationsverhalten von Donald Trump: Dieses Kapitel befasst sich mit Trumps Rhetorik und seinem strategischen Einsatz von Twitter, das er als digitale Pressekonferenz nutzt, um klassische Medien zu umgehen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass eine wechselseitige Abhängigkeit zwischen populistischem Agieren und medialem Aufmerksamkeitsdrang besteht, die den politischen Diskurs in den USA maßgeblich geprägt hat.
Donald Trump, Rechtspopulismus, Medienlandschaft, Pressefreiheit, Vierte Gewalt, Twitter, Fake News, Politische Polarisierung, Wahlkampf 2016, Nachrichtenwert, Journalismus, Narrative, Soziale Medien, Ideologie, Meinungsbildung
Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen Donald Trump und den US-Medien und analysiert deren Rolle bei der Etablierung rechtspopulistischer Narrative im öffentlichen Diskurs.
Zentrale Felder sind die US-Medienlandschaft, die Strategien des Rechtspopulismus, die Entwicklung von Social Media als Kommunikationskanal sowie die Auswirkungen von Fake News auf die Demokratie.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Medien einerseits durch eine hohe Skandalisierung den Aufstieg von Trump begünstigten und andererseits durch Trump delegitimiert wurden, um die Deutungshoheit zu erlangen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse politikwissenschaftlicher und medientheoretischer Konzepte sowie der Auswertung von Statistiken zum Mediennutzungsverhalten und der Berichterstattung im Wahlkampf 2016.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Verortung von Rechtspopulismus, die Analyse der US-Medienhäuser (CNN, Fox News etc.), Trumps Kommunikationsstrategien auf Twitter sowie die gezielte Delegitimierung der Presse.
Wichtige Schlagworte sind Donald Trump, Rechtspopulismus, Vierte Gewalt, Fake News, Polarisierung, Twitter, Nachrichtensender und Politische Meinungsbildung.
Trump nutzt Twitter als direkten Kanal, um ohne redaktionelle Filter zu kommunizieren, Themen zu setzen und seine Anhängerschaft unmittelbar zu erreichen, was einen Bruch mit traditionellen Kommunikationsmustern darstellt.
Aufgrund der privatwirtschaftlichen Struktur sind US-Medien stark auf Quoten angewiesen. Da Skandale und Empörung hohe Aufmerksamkeit erzeugen, entsteht eine wechselseitige Abhängigkeit zwischen rechtspopulistischen Provokationen und dem Bedürfnis der Medien nach Reichweite.
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