Diplomarbeit, 1998
101 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Methodik
1.3 Gang der Untersuchung
2 Rechtfertigung und Zielsetzung staatlicher Regulierungstätigkeit
2.1 Normative Theorie der Regulierung
2.1.1 Das Konzept der Pareto-Effizienz zur Beurteilung von Allokationen
2.1.2 Zum Begriff des natürlichen Monopols
2.1.2.1 „Traditionelle“ Sichtweise: fallende Durchschnittskosten
2.1.2.2 „Neuere“ Sichtweise: subadditive Kostenstruktur
2.1.3 Theorie bestreitbarer Märkte
2.1.4 Demsetz-Wettbewerb (Franchise Bidding)
2.1.5 Intermodaler Wettbewerb (Monopolistische Konkurrenz)
2.1.6 Schlußfolgerungen für den Regulierungsbedarf
2.2 Synthese
3 Einordnung der Elektrizitätswirtschaft in die Regulierungstheorie
3.1 Besonderheiten der Elektrizitätswirtschaft
3.1.1 Argumente für die Rechtfertigung der Ausnahmestellung
3.1.2 Kritik der „Besonderheitenlehre“
3.2 Anwendbarkeit der normativen Regulierungstheorie
3.2.1 Economies of scale
3.2.2 Economies of scope
3.3 Deregulierung der Elektrizitätswirtschaft
3.4 Synthese
4 Privatisierung und Deregulierung der Stromversorgung in England/Wales
4.1 Historische Entwicklung
4.1.1 Struktur und Regulierung vor der Privatisierung
4.1.2 Der Energy Act 1983 und seine Wirkungen
4.1.3 Privatisierung der Elektrizitätswirtschaft in England/Wales
4.2 Struktur, Regulierung und Funktionsweise des neuen Systems
4.2.1 Struktur nach der Privatisierung im Überblick
4.2.2 Institutionelle Rahmenbedingungen (Electricity Act 1989)
4.2.3 Grundcharakterisierung des Spotmarktes
4.2.3.1 Funktionsweise des Strompools
4.2.3.2 Parallelkontraktmarkt für Sicherungsgeschäfte
4.3 Synthese
5 Effekte des geplanten Wettbewerbs - der Erzeugermarkt
5.1 Marktstruktur, Marktanteile und Entwicklung der Poolpreise
5.2 Das Modell von Harbord/von der Fehr
5.2.1 Modellannahmen
5.2.2 Modellanalyse
5.2.2.1 Low-demand periods
5.2.2.2 High-demand periods
5.2.2.3 Variable-demand periods
5.3 Eine alternative Preisbildungsregel
5.4 Kritische Würdigung der Modellergebnisse
6 Zusammenfassung und Perspektiven
Die vorliegende Arbeit untersucht die Deregulierungspotentiale der Elektrizitätswirtschaft auf Basis der normativen Regulierungstheorie. Dabei wird analysiert, inwieweit das englisch-walisische Strommarktmodell als Referenz für europäische Reformen dienen kann, mit besonderem Fokus auf der Effizienz des Erzeugermarktes und der Funktionsweise des Strompools.
4.2.3.1 Funktionsweise des Strompools
Sämtliche Erzeuger, die mehr als 10 MW produzieren, sowie sämtliche Versorger-EVUs, die mehr als 500 kW abgeben, müssen nach dem “Pooling and Settlement Agreement“ ihre Stromgeschäfte über den Pool abwickeln (Poolzwang). Neben der Aufgabe der Preisfestsetzung besteht die zweite Hauptfunktion des Pools in der Erstellung eines Kraftwerkseinsatzplanes. Die sich bildenden Marktpreise sollen, wie bereits angesprochen, möglichst Grenzkostenpreise repräsentieren. Bei der Preisfestsetzung treten folgende Elemente auf:
- Angebotspreis; offer price
- Systemgrenzpreis; system marginal price (SMP)
- Pooleingangspreis; pool purchase price or pool input price (PPP)
- Poolausgangspreis; pool selling price or pool output price (PSP)
- Systemerhaltungsaufschlag; uplift
- Kapazitätsaufschlag; capacity element
- Versorgungsausfallkosten; value of lost load (VOLL)
- Ausfallwahrscheinlichkeit; loss of load probability (LOLP)
Der Preisbildungsprozeß läuft folgendermaßen ab: Bis 10 Uhr morgens müssen alle Erzeuger für jedes einzelne Kraftwerk getrennt zu den von ihnen kalkulierten Kosten ein entsprechendes Angebot für die 48 Halbstundenperioden des nächsten Tages an die NGC übermitteln. Prinzipiell ist kein Erzeuger zu einem Angebot verpflichtet. Aufgrund unterschiedlicher technischer Restriktionen je nach Kraftwerksart und Einspeiseort müssen zusätzlich zu Mengen und Preisen Daten über Liefercharakteristika, Kapazitätsauslastung und Engpaßverhalten angegeben werden. Es wird folglich pro Halbstunde nicht nur ein Preis mit zugehörigen Mengen und Bedingungen, sondern es werden mehrere Preiskomponenten für verschiedene Liefercharakteristika in einem sogenannten „Set“ angeboten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Deregulierung der Elektrizitätswirtschaft ein und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2 Rechtfertigung und Zielsetzung staatlicher Regulierungstätigkeit: Hier werden die normativ-theoretischen Grundlagen der Regulierung diskutiert, insbesondere das Konzept des natürlichen Monopols und Alternativen wie der Demsetz-Wettbewerb.
3 Einordnung der Elektrizitätswirtschaft in die Regulierungstheorie: Dieses Kapitel prüft die Anwendbarkeit der Regulierungstheorie auf die Besonderheiten der Elektrizitätswirtschaft und hinterfragt die Rechtfertigung staatlicher Monopole.
4 Privatisierung und Deregulierung der Stromversorgung in England/Wales: Die historische Entwicklung und das neue System nach der Privatisierung in England und Wales werden detailliert dargestellt, inklusive der Funktionsweise des Strompools.
5 Effekte des geplanten Wettbewerbs - der Erzeugermarkt: Hier wird der Erzeugermarkt anhand auktionstheoretischer Modelle analysiert, um die Effizienz der Preisbildungsmechanismen zu bewerten.
6 Zusammenfassung und Perspektiven: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und erörtert, inwieweit das englische Modell als Leitbild für andere Länder dienen kann.
Elektrizitätswirtschaft, Regulierungstheorie, Natürliches Monopol, Strompool, Privatisierung, Wettbewerb, Erzeugermarkt, Preissetzung, Grenzkosten, Energiepolitik, Deregulierung, England, Wales, Kontraktmarkt, Effizienz.
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Deregulierung von Strommärkten. Ziel ist es, unter Anwendung der normativen Regulierungstheorie zu prüfen, ob die staatliche Regulierung in der Elektrizitätswirtschaft noch gerechtfertigt ist.
Zentral sind die ökonomische Rechtfertigung staatlicher Eingriffe, das Konzept des natürlichen Monopols, die Analyse von Marktstrukturen in der Elektrizitätswirtschaft sowie die Privatisierungserfahrungen in England und Wales.
Das Ziel ist die Erarbeitung von wirtschaftspolitischen Empfehlungen für den deutschen Elektrizitätssektor, basierend auf der theoretischen Analyse und den praktischen Erfahrungen mit dem britischen Strompool.
Die Arbeit nutzt einen strikt normativ-theoretischen Ansatz, ergänzt durch auktionstheoretische Modellierungen (insbesondere im Kapitel über den Erzeugermarkt), um die Effizienz von Strommarkt-Systemen zu bewerten.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Regulierung, die Besonderheiten der Stromwirtschaft, den Privatisierungsprozess in England/Wales und die auktionstheoretische Modellierung des britischen Erzeugermarktes.
Die wichtigsten Begriffe sind natürliche Monopole, Strompool-Modell, Wettbewerb, Auktionstheorie, Grenzkostenpreise und Deregulierungspotentiale.
Das englische Modell gilt als das erste große „Experiment“ einer radikalen Marktöffnung im Stromsektor. Die Analyse der dort erzielten Erfahrungen dient dazu, Chancen und Risiken für den europäischen Energiebinnenmarkt besser zu verstehen.
Der Autor weist darauf hin, dass das „supply-side bidding“-Verfahren und die gewählte Preisbildungsregel zu ineffizienten Marktergebnissen führen können, da sie den Anreiz zu Geboten über den wahren Grenzkosten schaffen.
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