Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 15/20
Einleitung
Fragestellung
Das Evagotorium des Bruders Felix Fabri
Hans VI. Tucher
“Peregrinatio in terram sanctam” von Bernard von Breydenbach
Konrad Grünembergs Pilgerreise ins Heilige Land 1488
Der Unbekannte Niederadlige aus Bayern
Der Ritter Arnold von Harff
Auswertung
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, den alltäglichen Lebensbedingungen und Erfahrungen von Reisenden an Bord spätmittelalterlicher Pilgerschiffe nachzugehen. Ausgehend von der Forschungsfrage, wie sich der Alltag auf solchen Schiffen gestaltete und welche Herausforderungen und Aspekte die Schifffahrt prägten, analysiert die Arbeit sechs ausgewählte, repräsentative Reiseberichte des 15. Jahrhunderts, um eine vergleichende Darstellung dieser mobilen Welt zu ermöglichen.
Das Evagotorium des Bruders Felix Fabri
Der Dominikanermönch Felix Fabri (1437/38 – 1502) gilt als eine der wichtigsten Quellen seiner Zeit. Laut A. Graboïs ist der Dominikaner „la figure la plus orginale de cette génération de pèlerins“,23 dies bedeutet, dass er Felix Fabri als die interessante Figur der damaligen Pilgergeneration ansieht. Fabri wurde in der Schweiz in Zürich geboren und lebte später in Ulm, wo er schlussendlich auch verstorben ist. „A Dominican monk, Felix Fabri of Ulm (Germany), made two pilgrimages to the Holy Land, the first in 1480 and the second in 1483. He later cheerfully set them down at great length and in painstaking detail in a book which he playfully called the Evagatorium Fratris Felicis Fabri.“24
Für seine lange Reise, zahlte der Ulmer Mönch insgesamt 23 Dukaten (Florentiner Gulden).25 Der Ulmer Mönch wurde hauptsächlich durch seinen Evagatorium bekannt, in dem er seine zwei Pilgerreisen ins Heilige Land festhielt. Wie bereits erwähnt, reiste Fabri zweimal ins Heilige Land, das erste Mal reiste er mit dem Johanniter-Ritter Georg von Stein am 14. April 1480 ab und kehrte am 16. November desselben Jahres wieder zurück. Doch die erste Reiste bezeichnet er selbst als eine nicht gelungene: Er ist der Meinung, dass diese Reise zu kurz war und er vor der Abreise mehr Wissen über die heiligen Stätten hatte als nach seinem Besuch der Heiligen Stadt. „In meinem Herzen ganz unruwig (...) und laß alle die Bücher, die von Jerusalem und von dem heiligen lant sagten und je mer ich laß jhe unruwiger ich wart.“26
Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Phänomen der spätmittelalterlichen Pilgerreise historisch und erläutert die religiöse sowie gesellschaftliche Bedeutung der Wallfahrt ins Heilige Land.
Fragestellung: Hier wird der Fokus der Arbeit auf den Alltag an Bord von Pilgerschiffen definiert und die methodische Herangehensweise der Analyse dargelegt.
Das Evagotorium des Bruders Felix Fabri: Der Bericht von Felix Fabri wird als eine der detailliertesten Quellen eingeführt, wobei besonders seine Beobachtungen zu Lebensbedingungen, Ängsten und dem Alltag auf der Galeere beleuchtet werden.
Hans VI. Tucher: Dieses Kapitel analysiert das Tagebuch des Nürnberger Kaufmanns, welches als praktischer Leitfaden für Pilger diente und wichtige Hinweise zur Reisevorbereitung und -organisation liefert.
“Peregrinatio in terram sanctam” von Bernard von Breydenbach: Hier werden die Reiseeindrücke und praktischen Ratschläge des Mainzer Beamten untersucht, mit besonderem Blick auf seine Sicht auf die Heiligen Stätten und die Schiffsfahrt.
Konrad Grünembergs Pilgerreise ins Heilige Land 1488: Die Untersuchung des Reiseberichts zeigt Grünembergs detaillierte Schilderungen des Alltags sowie seine deutliche Kritik an den hygienischen Zuständen unter Deck auf.
Der Unbekannte Niederadlige aus Bayern: Dieser Bericht eines Anonymus bietet durch die Beschreibung eines "privaten" Schlafplatzes eine abweichende Perspektive auf den Komfort an Bord.
Der Ritter Arnold von Harff: Das Kapitel betrachtet die ungewöhnliche Reise des rheinischen Edelmanns, der sich als Kaufmann tarnte, um Vorteile zu genießen, und dessen Bericht besonders für Sprachwissenschaftler von Bedeutung ist.
Auswertung: Im abschließenden Teil werden die Ergebnisse der Einzelanalysen zusammengeführt und in einer vergleichenden Betrachtung hinsichtlich der Alltagsaspekte der Pilgerreisen synthetisiert.
Pilgerreise, Mittelalter, Heiliges Land, Pilgerschiff, Reisebericht, Alltag, Felix Fabri, Hans Tucher, Hygiene, Schifffahrt, Frömmigkeit, Galeere, Reisevorbereitung, Seefahrt, Jerusalem
Die Arbeit untersucht den gelebten Alltag und die Lebensbedingungen von Pilgern während der Überfahrt auf Schiffen ins Heilige Land im späten Mittelalter.
Im Zentrum stehen die Lebensbedingungen an Bord, wie Hygiene, Verpflegung, Schlafplatz, sowie der Umgang mit Gefahren, Ängsten und dem Aberglauben.
Das Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse von Reiseberichten ein detailliertes Bild der realen Reiseerfahrungen zu zeichnen, die in der Forschung oft zugunsten der besuchten Orte vernachlässigt werden.
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse, bei der die Erkenntnisse aus sechs verschiedenen Pilgerberichten zusammengefasst und miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil analysiert die individuellen Reiseberichte von Pilgern wie Felix Fabri, Hans Tucher und Arnold von Harff hinsichtlich ihrer spezifischen Beobachtungen zum Bordleben.
Wichtige Begriffe sind Pilgerreise, Mittelalter, Galeere, Reisebericht, Lebensbedingungen, Hygiene und Alltag an Bord.
Fabri liefert die detailliertesten Beschreibungen aller untersuchten Aspekte und dient daher als methodische Vorlage für die Kategoreinbildung der vergleichenden Analyse.
Er reiste getarnt als Kaufmann, um Privilegien zu nutzen, und beschrieb weniger die eigenen Entbehrungen als vielmehr den luxuriösen Bereich des Kapitäns.
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