Bachelorarbeit, 2019
25 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Einordnung des Tagebuch Max Frischs in den Kontext der Tagebuchliteratur
2.1 Überblick Tagebuchliteratur
2.1.1 Journal intime, Künstlertagebuch oder literarisches Tagebuch?
2.1.2 Privates versus öffentliches Tagebuch
3. Analyse des Tagebuchs
3.1 Einteilungskriterien und grundsätzliche Beobachtungen
3.2 Faktische Passagen
3.3 Beschreibende Passagen
3.4 Schriftsteller Passagen
3.5 Reflexive Passagen
3.6 Fiktionale Passagen
3.7 Mischformen
3.8 Auswertung
4. Das diaristische „Ich“: Selbstreflexion versus Selbstfiktionalisierung
4.1 Fiktion und Reflexion
4.1.1 Problematisierung innerhalb der Tagebuchliteratur: Autofiktion
4.1.2 Gegenüberstellung im Tagebuch von Max Frisch
4.1.3 Die Figur Marion – eine Projektion?
5. Fazit
6. Quellen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion des Sprecher-Ichs in Max Frischs „Tagebuch 1946–1949“ und analysiert das Spannungsfeld zwischen autobiographischer Authentizität, reflexiver Selbstdarstellung und fiktionaler Selbstfiktionalisierung.
3.6 Fiktionale Passagen
Obwohl es nur 17 sind (Narrationen, die mehrteilig sind, werden hierbei als eine Passage gezählt), nehmen die fiktionalen Einträge rein vom Umfang her ebenfalls einen großen Teil des Tagebuchs ein. Es sind auch die längsten Einträge: So zieht sich die Narration „Der Graf von Öderland“ zum Beispiel über sieben Szenen mit insgesamt 37 Seiten.
Auffällig ist auch, dass die Figur des Puppenspielers Marion im ersten Jahr des Tagebuchs in sieben Einträgen vorkommt, in fünf davon sogar in der Überschrift der Einträge, dann taucht im darauffolgenden Jahr noch ein Eintrag mit Marion („Marion und der Engel“) auf, danach verschwindet er allerdings gänzlich aus dem Tagebuch. Innerhalb der ersten beiden Jahre scheint Frisch den Charakter Marions im Verlauf des Tagebuchs zu entwickeln. Bereits der zweite Eintrag ist ihm gewidmet und schon der fünfte Eintrag des ersten Jahres ist ein „Nachtrag zu Marion“.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die literaturwissenschaftliche Relevanz des Tagebuchs und definiert die Fragestellung nach der Entwicklung des Sprecher-Ichs bei Max Frisch.
2. Einordnung des Tagebuch Max Frischs in den Kontext der Tagebuchliteratur: Dieses Kapitel verortet das Werk durch eine Klassifizierung in die gängigen Formen wie Journal intime, Künstlertagebuch oder literarisches Tagebuch.
3. Analyse des Tagebuchs: Hier erfolgt eine formale statistische Aufschlüsselung der Eintragsarten, um die Struktur des Werks und das Verhältnis zwischen Fakt, Fiktion und Reflexion zu bestimmen.
4. Das diaristische „Ich“: Selbstreflexion versus Selbstfiktionalisierung: Dieser Teil diskutiert theoretische Forschungspositionen wie den „autobiographischen Pakt“ und „Autofiktion“ im Hinblick auf Frischs Text.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der das Tagebuch als hybride Form zwischen Selbstkonstruktion und fiktionalem Experiment charakterisiert wird.
6. Quellen: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für das Tagebuch.
Tagebuchliteratur, Max Frisch, Sprecher-Ich, Selbstreflexion, Selbstfiktionalisierung, Autofiktion, autobiographischer Pakt, literarisches Tagebuch, Journal intime, Fiktionalität, Identität, Marion, Bildnis-Problematik.
Die Arbeit untersucht, wie Max Frisch in seinem ersten Tagebuch ein „Ich“ konstruiert und inwieweit dieses mit seiner realen Person identisch ist oder durch literarische Fiktion geformt wird.
Im Zentrum stehen die Gattungstheorie des Tagebuchs, das Verhältnis von Autor und Sprecher-Ich sowie die Vermischung von autobiographischen Fakten und fiktiven Erzählungen.
Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob das Sprecher-Ich als authentische Abbildung des Autors oder als ein sich im Schreibprozess erst entwickelndes, fiktionales Konstrukt zu verstehen ist.
Es wird eine formale Analyse der Textstrukturen durchgeführt, kombiniert mit einer theoretischen Reflexion basierend auf Forschungspositionen zur Autofiktion und zum autobiographischen Pakt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme der verschiedenen Passagen-Typen (faktisch, deskriptiv, reflexiv, fiktional) und eine anschließende interpretative Vertiefung der diaristischen Identität.
Die wesentlichen Begriffe sind die „Bildnis-Problematik“, „Autofiktion“, „Selbstfiktionalisierung“ sowie die „Hybridität“ der Tagebuchform.
Marion dient als wichtiges Fallbeispiel für eine fiktive Projektion, an der exemplarisch diskutiert wird, ob Frisch sein eigenes Ich auf diese Figur überträgt oder sie lediglich als literarisches Modell zur Veranschaulichung der Bildnis-Problematik nutzt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Tagebuch eine „Entweder-Oder“-Entscheidung zwischen Authentizität und Fiktion überwindet und beide Ebenen als sich gegenseitig ergänzende Elemente einer sukzessiven Ich-Entwicklung betrachtet.
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