Bachelorarbeit, 2017
35 Seiten, Note: 1,25
1 Das Wesen der Narration
1.1 Basiselemente der Narration
1.2 Merkmale der Narration
1.3 Arten der Narration
1.4 Qualität der Narration: Überwindung des Traditionellen
2 Die narratologischen Elemente in Eichmann in Jerusalem
2.1 Hannah Arendt als Erzählerin
2.2 Menschen- und ereigniszentrierte Darstellung
2.3 Wesentliche Merkmale der Arendt’schen Darstellung
2.4 Überwindung der Tradition durch Realitätsbezüge
3 Das Wesen der Politik bei Hannah Arendt
3.1 Der öffentliche Bereich – Bedingung und Sinn des Politischen
3.2 Die Welt – Der Rahmen des Politischen
3.3 Weltschaffendes Sprechen
4 Narration und das Politische: Wege der Transformation und Gestaltung
4.1 Art der Darstellung
4.2 Positionierung im öffentlichen Bereich
4.3 Inhalt der Darstellung
Die vorliegende Arbeit untersucht Hannah Arendts Werk Eichmann in Jerusalem nicht als bloßen journalistischen Bericht, sondern als eine spezifische Form der Narration. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arendt durch das Erzählen von Geschichte(n) Orte der Argumentation und politischen Urteilsbildung konstituiert, um so traditionelle Sichtweisen zu überwinden und eine lebendige, politische Welt zu gestalten.
Die narratologischen Elemente in Eichmann in Jerusalem
Auf Basis der bisher gewonnen Erkenntnisse kann festgehalten werden, dass Arendts Erzählung eine menschen- und ereignisbasierte Darstellung aus Sicht der Erzählerin ist. Diese wird durch Synthese, Selektion, Deskription und Bewertung – die wesentlichen Merkmale einer Narration – gebildet. Arendt möchte durch eine öffentliche Debatte um Eichmann in Jerusalem traditionelle Sichtweisen überwinden und durch historische wie mimetische Bezüge zur (vergangenen und gegenwärtigen) Realität eine Re-Kreation fragmentarischer Geschichtsteile in der Gegenwart leisten. Im folgenden Kapitel wird analysiert inwiefern sich der beschriebene narratologische Charakter in Eichmann in Jerusalem nachvollziehen lässt und ob es Arendt gelingt den Bruch der Tradition für ihr Vorhaben fruchtbar zu machen. Exemplarisch werden im Folgenden die Vorrede und die ersten beiden Kapitel aus Eichmann in Jerusalem analysiert.
Das Wesen der Narration: Dieses Kapitel definiert Narration anhand erzähltheoretischer Ansätze und bestimmt sie als eine Synthese aus Ereignissen, einer Erzählerinstanz und einer bewertenden Komponente.
Die narratologischen Elemente in Eichmann in Jerusalem: Hier wird Arendts Werk als menschenzentrierte Narration analysiert, die historische Fakten und mimetische Beobachtungen nutzt, um den Angeklagten als handelndes Individuum zu begreifen.
Das Wesen der Politik bei Hannah Arendt: Dieses Kapitel erläutert Arendts Verständnis des öffentlichen Raums als Ort, an dem durch freies Handeln und Sprechen die gemeinsame Welt erst konstituiert wird.
Narration und das Politische: Wege der Transformation und Gestaltung: Das abschließende Kapitel verknüpft die zuvor erarbeiteten narratologischen Merkmale mit Arendts politischer Theorie und zeigt auf, wie erzählendes Denken zur kritischen Weltgestaltung beiträgt.
Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem, Narration, Erzähltheorie, politisches Handeln, öffentlicher Bereich, Weltgestaltung, Pluralität, Perspektivität, Urteilsbildung, Realitätsbezug, Transformation, politische Philosophie, Zeitgeschichte, Diskurs.
Die Arbeit analysiert Hannah Arendts Buch Eichmann in Jerusalem unter narratologischen Gesichtspunkten, um zu zeigen, dass Arendt nicht nur als Prozessberichterstatterin, sondern als politische Denkerin fungiert, die durch Erzählen eine politische Öffentlichkeit schafft.
Die zentralen Felder sind die Verbindung von erzählerischen Methoden (Narratologie) mit Arendts Theorie des Politischen, der Begriff der Weltgestaltung sowie die Bedeutung von Urteilskraft und Handlungsfähigkeit.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Arendts Erzählweise (Narration) als politisches Instrument dient, um eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen und das Ereignis Eichmann-Prozess für die Gegenwart als Ort politischer Verantwortung und Urteilsbildung begreifbar zu machen.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die erzähltheoretische Modelle mit politiktheoretischen Diskursen verknüpft, um Arendts spezielle Form der "fragmentarischen Geschichtsschreibung" zu analysieren.
Im Hauptteil werden zunächst das Wesen der Narration und die narratologischen Besonderheiten in Eichmann in Jerusalem untersucht, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse von Arendts Verständnis des Politischen, um schließlich Narration und politisches Handeln als methodische Wege der Transformation zusammenzuführen.
Wichtige Begriffe sind Narration, politischer Raum, Pluralität, Perspektivität, Urteilskraft, Eichmann in Jerusalem, Weltgestaltung, Realitätsbezug und der öffentliche Bereich.
Historische Bezüge stützen sich auf Fakten und Daten mit einem Wahrheitsanspruch, während mimetische Bezüge die gegenwärtige Wahrnehmung, Empfindungen und das Umfeld fokussieren, um ein tieferes Verständnis für das Handeln der Personen zu gewinnen.
Arendt kritisiert Akteure wie Gideon Hausner und Ben Gurion, weil sie ihrer Ansicht nach den Prozess als bloße "Lektion" oder moralische Belehrung instrumentalisierten, anstatt durch Unvoreingenommenheit und Offenheit den Prozess als Ort einer echten, pluralen politischen Auseinandersetzung zu nutzen.
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