Bachelorarbeit, 2020
310 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Vernachlässigung
2.1.1. Emotionale Vernachlässigung
2.1.2. Symptome des Kindes elterlicher emotionaler Vernachlässigung
2.1.3. Langzeitfolgen emotionaler Vernachlässigung
2.2. Grundlagen zum Kindeswohl und Kinderschutz
2.2.1. Definition und Beschreibung
2.2.2. Gefährdung des Kindeswohls
2.2.3. Rechtliche Grundlagen
2.2.4. Rechtliche Anwendung bei Kindeswohlgefährdung in der Ganztagsschule
2.3. Grundbedürfnisse und Entwicklung des Kindes
2.3.1. Grundbedürfnisse – angelehnt an die Maslowsche Bedürfnispyramide
2.3.2. Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson
2.3.3. Kognitive Entwicklungsphasen nach Jean Piaget
2.3.4. Fünf Säulen der Entwicklungsarbeit nach Tschöpe-Scheffler
2.4. Lebensort – offene Ganztagsschule
2.4.1. Offene Ganztagsgrundschule
2.4.2. Lebensort Schule für Ganztagsgrundschüler
2.4.3. Handlungsfelder des Pädagogischen Personals
2.4.4. Kooperation/Netzwerkarbeit
2.5. Mögliche Unterstützungen des Kindes seitens Sozialarbeiter
2.5.1. Prävention und Intervention
2.5.2. Resilienz
3. Empirischer Teil – Methodik der Forschung
3.1. Mixed-Method-Ansatz
3.2. Qualitativer Forschungsstrang
3.2.1. Forschungsdesign
3.2.2. Beschreibung der Fragebögen zum Experteninterview
3.2.3. Datenerhebung
3.2.4. Auswahl der Zielgruppen
3.2.5. Vorstellung der Interviewpartner
3.2.6. Durchführung des Experteninterviews
3.2.7. Auswertung mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
3.2.8. Zusammenfassung der Ergebnisse
3.3. Quantitativer Forschungsstrang
3.3.1. Forschungsdesign
3.3.2. Auswahl der Zielgruppe (Stichprobe)
3.3.3. Durchführung der Online-Umfrage
3.3.4. Auswertung der Stichprobe mit deskriptiver Statistik
3.3.5. Variablenbeschreibung der Onlinefragebögen
3.3.6. Zusammenfassung der Daten
3.4. Darstellung der Ergebnisse
3.5. Triangulation – Meta-Inferenzen
3.5.1. Positive Kindesentwicklung durch sicheren/unterstützungsreichen Schulort
3.5.2. Geschultes päd. Fachpersonal kann durch Kooperation effizienter handeln
3.5.3. Pos. Kindesentwicklung durch Prävention/Intervention/Resilienzförderung
3.5.4. Eine verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit für emotionale Gewalt führt zu verbesserten Rahmenbedingungen
4. Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Unterstützungsmöglichkeiten Sozialarbeiter in einer offenen Ganztagsgrundschule (OGS) haben, um Kinder zu fördern, die emotional von ihren Eltern vernachlässigt werden. Ziel ist es, durch die Analyse der Symptomatik und die Erhebung von Daten bei betroffenen Erwachsenen sowie pädagogischem Fachpersonal Wege aufzuzeigen, wie Schule und OGS durch Prävention und Resilienzförderung positiv auf die kindliche Entwicklung einwirken können.
1.1. Problemstellung
Die Vernachlässigung von Kindern wird oftmals erkannt, wenn es durch äußerliche Merkmale, z.B. bei Mangelernährung, ersichtlich wird. Aber trotzdem sind dies oft Einzelfälle und werden nicht weiter in den Medien, in der Gesellschaft und in professionellen Umgebungen, sprich päd. Einrichtungen, publik gemacht. Größere Aufmerksamkeit bekommen i.A. Fälle körperlicher Misshandlung und sex. Missbrauch (Herrmann, 2005, S. 1). Vernachlässigung bei Kindern, die durch diverse Bezugspersonen im Umfeld des Kindes herbeigeführt werden kann, hat mehrere Formen. Diese Formen der Vernachlässigung sind u.a. die emotionale und körperliche. Dazu haben folgende statistische Erhebungen stattgefunden: „Statistischen Erhebungen zufolge werden jedes Jahr zwischen vier und 16 von hundert Kindern körperlich misshandelt, vernachlässigt oder missbraucht“ (Korittko, 2017, S. 29). Hierbei ist ersichtlich, dass alle Formen der Vernachlässigung statistisch dabei eingeflossen sind. Die Thesis beschäftigt sich mit der konkreten Auseinandersetzung der emotionalen Vernachlässigung.
Folgende Studie wurde 2015 veröffentlicht: „Eine im November 2015 veröffentlichte Studie zeigt, dass emotionale Misshandlung ebenso verheerend auf Heranwachsende wirken kann wie Gewalt oder Vernachlässigung. Wer sein Kind ständig mit Worten demütigt, kann ihm mit diesen >>Ohrfeigen für die Seele<< ebenso schaden wie durch Prügel“ (Korittko, 2017, S. 30). Wie hoch die Zahlen zu Untersuchungen der emotionalen Gewalt sind, ist z.T. unklar. Die Bundesärztekammer hat 1998 festgestellt, dass die Häufigkeit seelischer Misshandlungen unbekannt ist. Eine herausgegebene Broschüre vom Landesverband Niedersachsen des Deutschen Kinderschutzbundes 2002 besagt, dass es sich schwer ermitteln lässt, wie viele Kinder in Deutschland von Vernachlässigung betroffen sind. Der untere Wert wurde geschätzt u. liegt bei ca. 50.000 Kindern und der obere Wert liegt bei ca. 250.000 bis 500.000 Kindern (Körner/Deegener, 2005, S. 46).
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problemstellung der emotionalen Vernachlässigung bei Kindern vor und definiert das Hauptziel der Arbeit sowie die wissenschaftliche Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Vernachlässigung, Kindeswohl und Resilienz anhand psychologischer und pädagogischer Modelle sowie rechtlicher Rahmenbedingungen detailliert erarbeitet.
3. Empirischer Teil – Methodik der Forschung: Dieser Abschnitt beschreibt den gewählten Mixed-Method-Ansatz sowie das Design der geplanten Experteninterviews und der durchgeführten Online-Umfragen zur Datenerhebung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Forschungsergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Möglichkeiten der Unterstützung für von emotionaler Vernachlässigung betroffene Grundschulkinder.
Emotionale Vernachlässigung, Grundschulkinder, offene Ganztagsschule, Kindeswohl, Kinderschutz, Resilienzförderung, Prävention, Intervention, pädagogisches Personal, Mixed-Method-Ansatz, Kooperation, Netzwerkarbeit, psychische Belastung, Sozialpädagogik, Schülerentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der elterlichen emotionalen Vernachlässigung bei Kindern im Grundschulalter und den Möglichkeiten, wie Sozialarbeiter in der offenen Ganztagsschule unterstützend tätig werden können.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Symptomatik emotionaler Vernachlässigung, rechtliche Aspekte des Kinderschutzes sowie pädagogische Interventions- und Präventionsstrategien.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Unterstützungsmöglichkeiten Sozialarbeiter in der offenen Ganztagsgrundschule gegenüber emotional vernachlässigten Kindern haben.
Die Autorin nutzt einen Mixed-Method-Ansatz, der sowohl qualitative Elemente als auch eine quantitative Online-Umfrage bei den Zielgruppen Betroffene und pädagogisches Personal beinhaltet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kindeswohl und Entwicklungspsychologie sowie in einen empirischen Teil, der die Methoden und die Auswertung der durchgeführten Umfragen präsentiert.
Wichtige Begriffe sind emotionale Vernachlässigung, Kindeswohl, Resilienz, Prävention, Intervention, Ganztagsschule und Sozialpädagogik.
Diese Unterscheidung hilft bei der Bewertung, wie sich Erziehungsstile – vom autokratischen hin zum demokratischen Ansatz – auf die Erfahrungen und das Wohlbefinden der Kinder in der Grundschulzeit ausgewirkt haben.
Die OGS bietet durch Angebote am Nachmittag, Projekte und eine multiprofessionelle Kooperation einen wichtigen Lebensraum, in dem das Kind durch geschultes Fachpersonal gestärkt werden kann.
Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an Fortbildungen für Pädagogen im Bereich der Symptomerkennung und die Notwendigkeit von mehr Personal und Zeit für eine wirksame Prävention und Intervention.
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