Bachelorarbeit, 2020
40 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Vorgehensweise
2.1 Die Regierungszeit von Adnan Menderes (1950-1960)
2.1.1 Adnan Menderes - Der erste frei gewählte Ministerpräsident der Türkei
2.1.2 Der 27 Mayıs Darbesi – Der erste Militärputsch in der Türkei 1960
2.1.3 Die Gerichtsurteile von Yassıada 1961
2.1.4 Werte über Menderes und dem Putsch vor der Regierungszeit der AKP unter Erdogan
2.2 Das Bild von Adnan Menderes innerhalb der AKP-Regierung
2.2.1 Reden in der Öffentlichkeit
2.2.1.1 Reden der AKP vom 27. Mai 2018 in Balıkesir
2.2.1.2 Rede von Recep Tayyip Erdoğan auf Yassıada am 26. Mai 2019
2.2.1.3 Rede zum 60. Jahrestag des Militärputsches am 27. Mai 2020 auf der Insel der Demokratie und Freiheit
2.2.2 Redebeiträge in Form von Onlinebeiträgen auf Twitter
2.2.2.1 Tweet von Recep Tayyip Erdoğan während der Gezi-Park-Proteste 2013
2.2.2.2 Tweets der AKP (Recep Tayyip Erdoğan und Binali Yıldırım) vom 27. Mai 2020
2.2.2.3 Tweet von Kemal Kılıçdaroğlu (CHP) vom 27. Mai 2020
2.3 Geschichtsbilder im Wandel – Das Geschichtsbild von Adnan Menderes und dem Putsch von 1960 innerhalb der AKP-Regierung
2.3.1. Geschichtsbild – Definition und Konstruktion
2.3.2 Das konstruierte Geschichtsbild der AKP-Regierung (2002-) Menderes und dem Putsch vom 27. Mai 1960
3. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie die historische Figur Adnan Menderes und der Militärputsch von 1960 in den politischen Diskursen der heutigen AKP-Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan und Binali Yıldırım konstruiert und instrumentalisiert werden. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der historischen Person und der modernen, politisch aufgeladenen Deutung aufzuzeigen und die Funktion dieses Geschichtsbildes als Mittel zur Legitimation gegenwärtiger politischer Autorität zu analysieren.
2.1.1 Adnan Menderes - Der erste frei gewählte Ministerpräsident der Türkei
Am 7. Juni 1945 erstellte eine Gruppe aus vier Abgeordneten der Volkspartei CHP die sogenannte dörtlü takrir („Viererdenkschrift“). In dieser forderten die Abgeordneten Celal Bayer, Adnan Menderes, Refik Koraltan und Fuad Köprülü neben der Einhaltung demokratischer Werte auch die Einführung eines Mehrparteiensystems. Ihr Vorschlag wurde wenige Tage später von der CHP abgelehnt. Als am 7. Januar 1946 beim türkischen Innenministerium der Antrag zur Gründung einer neuen Partei gestellt wurde, konnte noch niemand vorausahnen, dass diese das Politikgeschehen der nächsten 15 Jahre beherrschen sollte. Die Demokrat Partisi (Demokratische Partei) unterlag bei der vorgezogenen Neuwahl ein Jahr später noch der kemalistischen CHP, welche die Wahl mit 395 Sitzen für sich entscheiden konnte. Die vorerst 65 Sitze für die DP konnten ihren Aufstieg jedoch nicht bremsen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der historischen Figur Adnan Menderes für die moderne AKP-Politik ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Konstruktion dieses Geschichtsbildes.
2. Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, von der historischen Aufarbeitung über die Analyse aktueller Reden und Social-Media-Beiträge bis hin zur theoretischen Einbettung in das kollektive Gedächtnis.
2.1 Die Regierungszeit von Adnan Menderes (1950-1960): Das Kapitel behandelt den Aufstieg der DP, die wirtschaftliche und politische Entwicklung unter Menderes sowie die Hintergründe und den Ablauf des Putsches von 1960 und die anschließenden Prozesse.
2.2 Das Bild von Adnan Menderes innerhalb der AKP-Regierung: Hier erfolgt die detaillierte Analyse der öffentlichen Redebeiträge und Twitter-Kommunikation von Erdoğan und Yıldırım, um das politisch konstruierte Image von Menderes herauszuarbeiten.
2.3 Geschichtsbilder im Wandel – Das Geschichtsbild von Adnan Menderes und dem Putsch von 1960 innerhalb der AKP-Regierung: Basierend auf Aleida Assmann wird analysiert, wie die AKP das kulturelle Gedächtnis nutzt, um durch Symbole und Jahrestage ein politisch nützliches Geschichtsbild zu festigen.
3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die AKP-Regierung gezielt selektive Aspekte der Ära Menderes instrumentalisiert, um sich als Wächter der Demokratie zu inszenieren und die Opposition zu diffamieren.
Adnan Menderes, AKP, Militärputsch 1960, Recep Tayyip Erdoğan, Binali Yıldırım, Demokrat Partisi, Kollektives Gedächtnis, Erinnerungskultur, Yassıada, Demokratie, Geschichtsbild, Kommemoration, Türkische Politik, Opposition, Islamischer Orient
Die Arbeit untersucht, wie die heutige AKP-Regierung in der Türkei die historische Figur Adnan Menderes und den Militärputsch von 1960 nutzt, um ihr eigenes politisches Handeln zu legitimieren und sich als Verteidigerin der Demokratie darzustellen.
Zu den zentralen Themen gehören die Regierungszeit von Adnan Menderes, der Putsch von 1960, die Instrumentalisierung von Geschichte für politische Zwecke sowie die Bedeutung kollektiven Gedächtnisses und öffentlicher Kommunikation.
Die Forschungsfrage lautet, wie sich das Bild von Adnan Menderes in den heutigen Redebeiträgen der AKP gestaltet und wie sich dieses konstruierte Bild von der historischen Realität abhebt.
Die Arbeit kombiniert eine historische Analyse der Menderes-Ära mit einer qualitativen Untersuchung von Primärquellen (Reden, Twitter-Posts) und nutzt die kulturwissenschaftliche Methode des kollektiven Gedächtnisses nach Aleida Assmann.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der DP-Regierung, die Prozesse auf Yassıada, die öffentliche Kommunikation der AKP-Politiker Erdoğan und Yıldırım sowie die theoretische Aufarbeitung der geschichtspolitischen Konstruktion.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Adnan Menderes, AKP, Militärputsch 1960, kollektives Gedächtnis, Erinnerungskultur, Yassıada und Demokratie.
Die AKP setzt den Putsch von 1960 mit dem gescheiterten Putschversuch von 2016 gleich. Sie betrachtet beide Ereignisse als Angriffe einer antidemokratischen "Mentalität" auf den nationalen Willen.
Die Umbenennung in "Insel der Demokratie und Freiheit" dient als symbolischer Akt, um den Ort der einstigen Gerichtsverfahren und Hinrichtungen positiv umzudeuten und als Gedenkstätte für die eigene politische Agenda zu nutzen.
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