Bachelorarbeit, 2017
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Sucht
2.1 Sucht und Abhängigkeit – Begriffsbestimmung
2.2 Psychoaktive Substanzen
2.3 Hintergründe und Entstehungszusammenhänge
2.3.1 Bio-psycho-soziales Modell
2.3.2 Neurobiologische Modelle
2.3.3 Psychoanalyse der Sucht
2.3.4 Sucht durch Komorbidität
3. Suchtselbsthilfe
3.1 Meilensteine der Entwicklungsgeschichte
3.2 Gruppen und Verbände heute
3.3 Definition
4. Wirksame Prinzipien und Prozesse in Selbsthilfegruppen
4.1 Prinzipien der Selbsthilfegruppe
4.2 Prozesse und Aktivitäten
4.3 Umgang mit Rückfällen
5. Selbsthilfe und Soziale Arbeit
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Suchtselbsthilfegruppen für die Krankheitsbewältigung bei Suchtkranken, wobei das Ziel darin besteht, Potenziale für eine zufriedene und dauerhafte Abstinenz sowie die Rolle der Selbsthilfe im Rahmen der Sozialen Arbeit aufzuzeigen.
Identifikatorische Resonanz
Durch die eigene Betroffenheit der Mitglieder*Innen innerhalb einer Selbsthilfegruppe kommt es zu einer wechselseitigen Identifikation der Gruppenmitglieder*Innen untereinander, die auch als „identifikatorische Resonanz“ bezeichnet wird. Die von einem Teilnehmer oder einer Teilnehmerin geschilderten, belastenden emotionalen Erlebnisse werden in einem gemeinsamen Prozess erschlossen. Wer von dem gleichen Problem betroffen ist, teilt in der Regel auch die gleichen Erfahrungen: „Im Idealfall fühlt sich jeder in der Gruppe von einem vorgetragenen Problem angesprochen, kann es in seinen besonderen persönlichen Kontext einordnen“ (ebd. 95). Moeller beschreibt dieses Phänomen noch etwas genauer. In seinen Untersuchungen zu Selbsthilfegruppensitzungen hat er folgende Beobachtungen bezüglich dieses Phänomens gemacht: Wenn Gruppenmitglied*Innen ein Ereignis äußern, das Wut oder Trauer bei ihm oder ihr hervorgerufen hat, ist es in der Regel so, dass andere Gruppenmitglieder*Innen von eigenen, ähnlichen (Konflikt-)Situationen berichten, die ein solches Gefühl bei ihnen ausgelöst haben. Sie fühlen sich also zunächst in das Gruppenmitglied hinein und versetzen sich in dessen Lage.
Dann passiert das, was den großen Unterschied zwischen Selbst- und Fremdhilfe ausmacht; statt bei dem anderen zu bleiben und wohlmöglich Ratschläge zu geben, wie er oder sie mit der Situation besser umgehen könnte, identifizieren sie sich selbst mit der Situation, indem sie eine Reihe eigener Situationen bezüglich des vorgegebenen Themas verbalisieren, wodurch „Resonanz spürbar“ (Moeller 1996: 160) wird. Wenn beispielsweise das Kernthema „Angst“ ist, weil ein Gruppenmitglied von seiner/ihrer Angst vor einer bestimmten Situation berichtet, so werden die anderen Gruppenmitglieder*Innen „von dieser Gefühlssituation angesteckt, d.h. sie identifizieren sich unwillkürlich damit“ (ebd. 160) und legen ihre individuellen Assoziationen zum Thema dar. So berichten auch sie von Ängsten und wohlmöglich ihren Verarbeitungsformen. Das Problem oder das Thema wird so auf eine mit dem eigenen Erleben eng verbundene gefühlsnahe Weise interpretiert und gedeutet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Suchterkrankung in Deutschland ein und verdeutlicht die gesellschaftliche Relevanz der Suchtselbsthilfe als eigenständiger Bestandteil des Gesundheitssystems.
2. Sucht: Dieses Kapitel definiert Sucht und Abhängigkeit, erläutert psychotrope Substanzen und stellt verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Entstehung einer Abhängigkeit vor.
3. Suchtselbsthilfe: Das Kapitel behandelt die historische Entwicklung der Suchtselbsthilfe, ihre heutige Organisationsstruktur in Deutschland sowie eine fachliche Definition von Selbsthilfegruppen.
4. Wirksame Prinzipien und Prozesse in Selbsthilfegruppen: Hier werden zentrale Wirkmechanismen wie das Gruppenprinzip, Selbstoffenbarung und die Aneignung von Coping-Strategien analysiert, die zur Krankheitsbewältigung und Abstinenz beitragen.
5. Selbsthilfe und Soziale Arbeit: Dieses Kapitel erörtert die notwendige Kooperation zwischen professionellen Hilfesystemen und Suchtselbsthilfegruppen, um Synergie-Effekte für die Betroffenen zu nutzen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Selbsthilfegruppen für die soziale Reintegration sowie die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung mit der Sozialen Arbeit.
Sucht, Abhängigkeit, Suchtselbsthilfe, Krankheitsbewältigung, Abstinenz, Soziale Arbeit, Suchtgedächtnis, Identifikatorische Resonanz, Coping-Strategien, Bio-psycho-soziales Modell, Gruppenprozess, Rückfallprävention, Selbstwirksamkeit, psychosoziale Versorgung, Gesundheitsförderung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit von Suchtselbsthilfegruppen bei der Bewältigung von Suchterkrankungen und deren Stellenwert im deutschen Gesundheitssystem.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Hintergründe von Sucht, die historische Entwicklung der Selbsthilfe, die Analyse der Wirkmechanismen in Gruppen sowie die Kooperation mit der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Selbsthilfegruppen Betroffene bei der Krankheitsbewältigung unterstützen und welche Potenziale in einer stärkeren Zusammenarbeit mit professionellen Institutionen liegen.
Die Untersuchung basiert auf einer literaturbasierten Forschung, die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, Modelle und Studienergebnisse zur Sucht- und Selbsthilfeforschung synthetisiert.
Im Hauptteil werden neben den medizinischen und psychologischen Entstehungsmodellen von Sucht vor allem die Gruppenprozesse, Prinzipien wie Kontinuität und Authentizität sowie der Umgang mit Rückfällen detailliert erläutert.
Wichtige Schlüsselwörter sind Sucht, Selbsthilfegruppen, Abstinenz, Soziale Arbeit, Krankheitsbewältigung und psychosoziale Unterstützung.
Im Gegensatz zu professionell geleiteten Therapien basiert die Arbeit in Suchtselbsthilfegruppen auf dem Prinzip der Gleichbetroffenheit, dem Fehlen von Hierarchien und dem Austausch auf Augenhöhe.
Das Suchtgedächtnis macht Betroffene anfällig für Rückfälle bei spezifischen Auslösern (Cues). Das Verständnis hierüber in der Gruppe hilft, präventive Coping-Strategien zu entwickeln.
Sie ermöglicht es den Teilnehmern, durch das Erzählen der eigenen Geschichte und die Identifikation mit den Erlebnissen anderer tiefe emotionale Einsichten zu gewinnen, die den Heilungsprozess fördern.
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