Masterarbeit, 2018
102 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Zur Berufsgeschichte der Erzieherinnen und Erzieher
3 Rahmenbedingungen der institutionellen Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern in Kindertageseinrichtungen
3.1 Gesetzliche Grundlagen der Kindertagesbetreuung
3.1.1 SGB VIII
3.1.2 Stärkung des Bildungsauftrags durch die Einführung des Kinderbildungsgesetz (KiBiz)
3.2 Betreuung, Erziehung und Bildung - Haupttätigkeiten der Erzieherinnen und Erzieher
3.2.1 Betreuung
3.2.2 Erziehung
3.2.3 Bildung
3.3 Bildungspläne als Grundlage der pädagogischen Bildungsarbeit
3.4 Zentrale Aufgabendimensionen und gestiegene Anforderungen im Rahmen der Begleitung frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung
4 Professionalisierung und Professionalität pädagogischer Fachkräfte
4.1 Professionalisierungsstrategien
4.2 Professionalität und professionelles Handeln im Erzieherinnen- und Erzieherberuf
4.3 Studien zu Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen
5 Bedingungsfaktoren professionellen Handelns – ein Umsetzungsdilemma?
5.1 Fachkraft-Kind-Relation und Zeitkontingente für mittelbare pädagogische Arbeit
5.2 Weiterbildung
5.3 Kollegialität, Führung und Priorisierung von Besprechungsgegenständen
5.4 Gesellschaftliche Anerkennung und professionelles Selbstbewusstsein
5.5 Belastungserleben und Arbeitszufriedenheit
5.6 Zum Umsetzungsdilemma professionellen Handelns und entsprechenden Umgangsweisen pädagogischer Fachkräfte
6 Diskussion und Fazit
7 Literaturverzeichnis
Die Masterarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den gestiegenen Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen und den oftmals unzureichenden Rahmenbedingungen. Ziel ist es, das sogenannte „Umsetzungsdilemma“ professionellen Handelns zu analysieren, zu klären, wie dieses in der Praxis entsteht, und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte unter diesen erschwerten Bedingungen dennoch professionell agieren können.
3.2.1 Betreuung
Der Betreuungsbegriff ist im allgemeinen Sprachgebrauch allseits bekannt und wird im Rahmen von Kindertageseinrichtungen oder auch im SGB VIII häufig im Kontext mit den Begriffen Erziehung und Bildung von Heranwachsenden genannt, ohne dabei explizit seine tatsächliche Bedeutung in dieser Triade zu bemessen (vgl. Laewen 2013, S. 98). Beschränkte sich der Betreuungsgedanke in den Anfängen der Kinderfürsorge noch auf die Pflege, Versorgung und Aufsicht von elternlosen oder verwahrlosten Kindern, ist er im 21. Jahrhundert sehr viel breiter ausgelegt „[...] und geht mit Blick auf die Adressat_innen sowie die gesellschaftlichen Anforderungen mit einer erweiterten Aufgaben- und Funktionszuschreibung einher.“ (Voigtsberger 2018, S. 257) Der Kindertagesbetreuung als familienergänzendes Leistungsangebot der Kinder- und Jugendhilfe obliegt der Auftrag, die Kinder über einen bestimmten Zeitraum zu betreuen, um so wie in § 22 SGB VIII gefordert, den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit erleichtern zu können.
Das Konzept der Betreuung greift in seiner heutigen Wahrnehmung jedoch noch weiter, wie Voigtsberger (2018) andeutet, als lediglich auf die temporäre Beaufsichtigung des Kindes in einer familienergänzenden Institution. Das moderne Betreuungsverständnis im Rahmen der Kindertageseinrichtung charakterisiert nach Liegle (2013) eine intensive Sorge für das körperliche und psychische Wohlbefinden der Kinder, die darauf beruht, sich diesen mit Zeit, Interesse sowie Zugewandtheit anzunehmen und ihnen bedürfnisorientiert zu begegnen (vgl. S. 54). Diese Bedürfnisorientierung am Kind stellt eine Notwendigkeit dar, da Kinder „[...] auf den Schutz, die Pflege, Zuwendung und Sorge erwachsener Bezugspersonen angewiesen sind.“ (Liegle 2013, S. 54.). Laewen (2013) weist darauf hin, dass Betreuung in diesem Sinne nicht von einem hilflosen oder nur begrenzt handlungsfähigen Kind ausgehen darf, sondern vielmehr als ein wechselseitiges Anerkennen von Bedürfnislagen und Interessen angesehen werden muss (vgl. S. 98).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gestiegenen Anforderungen an pädagogische Fachkräfte und führt in das Kernproblem der Arbeit, das sogenannte „Umsetzungsdilemma“, ein.
2 Zur Berufsgeschichte der Erzieherinnen und Erzieher: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Berufs vom „Verwahrauftrag“ hin zum professionellen Bildungsbegleiter.
3 Rahmenbedingungen der institutionellen Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern in Kindertageseinrichtungen: Es werden die rechtlichen Grundlagen sowie die zentralen pädagogischen Aufträge und die damit verbundenen Aufgabenbereiche detailliert dargestellt.
4 Professionalisierung und Professionalität pädagogischer Fachkräfte: Dieses Kapitel erörtert Strategien zur Professionalisierung und definiert, was professionelles Handeln im frühpädagogischen Kontext bedeutet.
5 Bedingungsfaktoren professionellen Handelns – ein Umsetzungsdilemma?: Die Arbeit analysiert hier, welche Faktoren (z.B. Zeit, Personal, Anerkennung) das professionelle Handeln beeinflussen und wie Fachkräfte mit dem daraus resultierenden Dilemma umgehen.
6 Diskussion und Fazit: Die Ergebnisse werden reflektiert und Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Professionalisierungsanspruch mit den tatsächlichen Bedingungen in Einklang gebracht werden kann.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen.
Erzieherinnen und Erzieher, Kindertageseinrichtungen, Professionalität, Professionalisierung, Bildungsauftrag, Umsetzungsdilemma, pädagogische Fachkräfte, Frühpädagogik, Arbeitsbedingungen, Fachkraft-Kind-Relation, Bildungspläne, Betreuung, Erziehung, Bildung, Kompetenzprofil.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen dem hohen professionellen Anspruch an Erzieherinnen und Erzieher sowie der Realität in Kindertageseinrichtungen, die oft von strukturellen Defiziten geprägt ist.
Die zentralen Themen umfassen die Berufsgeschichte, rechtliche Grundlagen, Anforderungen an die Professionalität sowie die Analyse von Bedingungsfaktoren wie Zeitdruck und Personalschlüssel.
Ziel ist es, das „Umsetzungsdilemma“ zu verstehen und Wege aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte trotz ungünstiger Rahmenbedingungen professionell arbeiten können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und nutzt Erkenntnisse aus empirischen Studien zu Arbeitsbedingungen und Kompetenzprofilen im frühpädagogischen Bereich.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die Klärung von Professionalitätsbegriffen sowie die detaillierte Analyse der Bedingungsfaktoren professionellen Handelns.
Professionalisierung, Umsetzungsdilemma, pädagogische Qualität, Fachkraft-Kind-Relation und Bildungsauftrag.
Die Arbeit unterscheidet drei Typen: den wertekernbasierten Typ, den umsetzungsorientierten Typ und den distanzierten Typ, die jeweils unterschiedliche Bewältigungsstrategien für ihre Arbeitssituation wählen.
Die Strukturqualität, wie etwa der Betreuungsschlüssel, ermöglicht oder behindert die Entfaltung professioneller Kompetenzen maßgeblich, da sie den materiellen und personellen Rahmen der Arbeit definiert.
Wie die PRIMEL-Studie zeigt, ist eine hohe Qualifikation allein kein Garant für eine bessere pädagogische Handlungspraxis, da diese stark von situativen, sozialen und institutionellen Bedingungen abhängt.
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