Bachelorarbeit, 2020
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Handelsgesetzbuch
2.2 International Financial Reporting Standards
3 Bilanzierungsvorschriften für das Anlagevermögen nach HGB und IFRS
3.1 Definitionen und Anwendungsbereich
3.2 Immaterielles Anlagevermögen
3.3 Sachanlagevermögen
3.4 Finanzanlagen
4 Kritischer Vergleich und konzeptionelle Begründung
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit hat zum Ziel, die Unterschiede in der bilanziellen Behandlung des Anlagevermögens nach HGB und IFRS detailliert darzustellen und diese auf die jeweils zugrunde liegenden, abweichenden konzeptionellen Zielsetzungen der Rechnungslegungssysteme zurückzuführen.
3.2 Immaterielles Anlagevermögen
Während das HGB keine Legaldefinition für immaterielle Vermögensgegenstände vorgibt, definieren die IFRS in IAS 38.8 immaterielle Vermögenswerte als „identifizierbare, nicht monetäre Vermögenswerte ohne physische Substanz.“ Nach HGB sind den immateriellen Vermögensgegenständen vier Kategorien zuzuordnen: selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände, Geschäfts- oder Firmenwerte und geleistete Anzahlungen. Letztere werden vor allem aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit unter den immateriellen Vermögensgegenständen ausgewiesen, weshalb sie im Folgenden nicht betrachtet werden.
In den IFRS ist die Aktivierungsfähigkeit an die Erfüllung der Kriterien des IAS 38.10 geknüpft. Ein Vermögenswert erfüllt die Definitionskriterien eines immateriellen Vermögenswertes, wenn er identifizierbar, beherrschbar und wirtschaftlich nutzenstiftend ist. Das Kriterium der Identifizierbarkeit ist dann erfüllt, wenn der Vermögenswert separierbar oder durch ein vertraglich begründetes Recht (bspw. durch einen Kaufvertrag) entstanden ist.
Unter der Separierbarkeit versteht man die Möglichkeit, den Vermögenswert getrennt vom Unternehmen zu verkaufen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Internationalisierung der Unternehmenstätigkeiten und die damit wachsende Bedeutung internationaler Rechnungslegungsstandards.
2 Konzeptionelle Grundlagen: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Zwecke der Rechnungslegung nach HGB (Gläubigerschutz, Kapitalerhaltung) und IFRS (Entscheidungsnützlichkeit für Investoren) erläutert.
3 Bilanzierungsvorschriften für das Anlagevermögen nach HGB und IFRS: Dieses Kapitel vergleicht konkret die Ansätze und Bewertungsregeln für immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen unter beiden Regelwerken.
4 Kritischer Vergleich und konzeptionelle Begründung: Hier werden die in den vorangegangenen Kapiteln identifizierten Bilanzierungsunterschiede auf die fundamentalen konzeptionellen Unterschiede der Rechnungslegungssysteme zurückgeführt.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie sich die Reliabilitätsorientierung des HGB gegenüber der Informationsorientierung der IFRS in den untersuchten Bilanzposten niederschlägt.
Anlagevermögen, HGB, IFRS, Bilanzierung, Immaterielles Anlagevermögen, Sachanlagevermögen, Finanzanlagen, Gläubigerschutz, Entscheidungsnützlichkeit, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Fair Value, Bilanzmodernisierungsgesetz, Abschreibung, Kapitalerhaltung
Die Arbeit vergleicht die bilanzielle Behandlung des Anlagevermögens nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und den internationalen IFRS-Standards.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Kategorien immaterielles Anlagevermögen, Sachanlagevermögen und Finanzanlagen inklusive deren Erst- und Folgebewertung.
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen HGB und IFRS aufzuzeigen und diese mit den abweichenden konzeptionellen Zielsetzungen, wie dem Gläubigerschutz beim HGB oder der Entscheidungsnützlichkeit bei den IFRS, zu begründen.
Es wird eine Literatur- und Rechtsquellenanalyse durchgeführt, um die Rechnungslegungsvorschriften zu vergleichen und konzeptionell einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der Ansatz- und Bewertungsvorschriften für die drei wesentlichen Anlagevermögenskategorien.
Zentrale Begriffe sind HGB, IFRS, Anlagevermögen, Gläubigerschutz, Entscheidungsnützlichkeit, Bewertung und Bilanzierung.
Während das HGB durch das Vorsichtsprinzip primär den Gläubigerschutz und die Kapitalerhaltung verfolgt, zielen die IFRS auf die Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen für Investoren ab.
Das BilMoG hat zu einer Annäherung des HGB an internationale Standards geführt, beispielsweise durch die Einführung von Aktivierungswahlrechten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände.
Das HGB sieht eine zeitlich begrenzte Abschreibung des derivativen Goodwills vor, während die IFRS von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgehen und stattdessen regelmäßige Werthaltigkeitstests (Impairment-Test) fordern.
Die Arbeit diskutiert, dass trotz des Ziels der Vergleichbarkeit auch in den IFRS Wahlrechte existieren, die den objektiven Vergleich von Unternehmensergebnissen erschweren können.
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