Bachelorarbeit, 2019
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Methodenauswahl
3. Gründe für die Interpretenauswahl
3.1. Kurzbiografie Shirin David
4. Die HipHop-Kultur und ihre Anfänge
4.1. Elemente der HipHop-Kultur
4.1.1. DJing
4.1.2. Breakdance
4.1.3. Graffiti
4.1.4. Rap
4.2. HipHop in Deutschland
5. Die Konstruktion von Geschlecht
5.1. Doing Gender nach West/Zimmermann
5.2. Die Geschlechter- und Performanztheorie nach Judith Butler
5.2.1. Das Subversionspotential
6. HipHop als performative Kultur
6.1. Die Habitus-Theorie nach Bourdieu
6.2. Subversion im performativen Akt
6.3. Subversionspotential der Geschlechterrollen im HipHop
7. Geschlechtliche Rollenverteilung im Rap
7.1. Weiblicher HipHop
8. Analyse Shirin David
8.1. Gib ihm
8.2. ICE
8.3. Zwischenfazit der Textanalyse
8.4. Untersuchung nach dem Subversionspotential
9. Diskussion: Die aktuelle Debatte um Shirin David
9.1. Öffentliche Reaktionen auf die „Boss-Bitch“
9.2. Shirin Davids Umgang mit Sexismus
10. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Selbstdarstellung und die Songtexte der Künstlerin Shirin David ein Potential zur Neuordnung der im männerdominierten Deutschrap vorherrschenden Geschlechterverhältnisse aufweisen. Dabei wird analysiert, ob Shirin David durch ihre Art der Inszenierung sexistische Rollenbilder subversiv unterwandern kann oder ob sie diese lediglich reproduziert.
4. Die HipHop-Kultur und ihre Anfänge
Die Entstehungsgeschichte des HipHop führt in die Mitte der 70er Jahre zurück. Sie entstand als eine Art „Party-Kultur“ in der New Yorker Bronx, die überwiegend von Afroamerikanern, Puertoricanern und Jamaikanern bewohnt war und zu den „ärmsten Ghettos der USA“ gehörte. DJs waren zu Beginn die Leitfiguren der HipHop-Bewegung. Während Disco-Musik damals noch recht aktuell war, waren es DJs, die eine Alternative auf HipHop-Parties, den sogenannten „Block Parties“, boten für die Jugendlichen in der Bronx, die in die Clubs der weißen Mittelschicht nicht reinkamen.
Auf diesen Parties kamen die vier Elemente der HipHop-Kultur zusammen: DJing, Breakdance, Graffiti und Rap. Auf diese Elemente soll in den nächsten Kapiteln näher eingegangen werden. Somit verkörpert HipHop „die Synthese aus Sprache, Bild, Musik und Tanz“. DJs kreierten einen ganz neuen Sound, „indem sie Platten manuell [bewegten] und mit Hilfe mehrerer Plattenspieler verschiedene Sounds ineinander [mixten].“ Einer der bekanntesten Pioniere des Hip-Hop ist der aus Jamaika stammende Kool DJ Herc, der die ersten Block-Parties veranstaltete, die immer beliebter wurden. Er war einer der ersten, die diese neue Art von Musik spielten. Nur die Schlüsselteile der Platten wurden gespielt, in denen die sogenannten „Breaks“ einsetzten und man nur noch Schlagzeug und Bass hörte. Herc verlängerte diese Breaks, indem er zwei identische Platten verwendete und von einer Platte zur anderen wechselte.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsinteresses an der männerdominierten Rapszene und der Rolle von Shirin David.
2. Methodenauswahl: Erläuterung der Anwendung der Diskursanalyse zur Untersuchung der Künstlerin.
3. Gründe für die Interpretenauswahl: Begründung der Fokuswahl auf Shirin David aufgrund ihrer aktuellen Relevanz und ihres Erfolgs.
4. Die HipHop-Kultur und ihre Anfänge: Historischer Abriss des HipHop und Beschreibung seiner vier Kernelemente.
5. Die Konstruktion von Geschlecht: Theoretische Einführung in Doing-Gender-Konzepte und die Performanztheorie von Judith Butler.
6. HipHop als performative Kultur: Anwendung soziologischer Theorien auf das HipHop-Feld, insbesondere Habitus und performative Akte.
7. Geschlechtliche Rollenverteilung im Rap: Analyse der typischen Rollenzuschreibungen und der Unterrepräsentation von Frauen.
8. Analyse Shirin David: Praktische Textanalyse und Einordnung der Künstlerin in die „Rap-Modelle“.
9. Diskussion: Die aktuelle Debatte um Shirin David: Untersuchung der öffentlichen Resonanz und der Sexismus-Vorwürfe.
10. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage.
Deutschrap, Shirin David, Geschlechterverhältnisse, Judith Butler, Doing Gender, HipHop-Kultur, Sexismus, Performativität, Subversionspotential, Habitus, Musikvideo, Rap-Modelle, Identitätsbildung, Gender, Repräsentation
Die Arbeit untersucht das Potential von Shirin David, durch ihre Musik und Selbstdarstellung die festgefahrenen, sexistischen Geschlechterrollen im Deutschrap aufzubrechen und neu zu ordnen.
Die zentralen Themen sind HipHop als Kultur, die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Rolle des Körpers in der Performativität sowie eine konkrete Analyse aktueller Shirin-David-Songs.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Shirin Davids Auftreten als subversive Strategie gegen die maskuline Dominanz im Deutschrap verstanden werden kann.
Es wird hauptsächlich die Methodik der Diskursanalyse angewandt, ergänzt durch eine qualitative Textanalyse der Songtexte.
Neben der theoretischen Fundierung durch Judith Butler und Pierre Bourdieu erfolgt eine detaillierte inhaltliche Analyse der Songs „Gib ihm“ und „ICE“.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Deutschrap, Geschlechterrollen, Performativität, Subversion, Doing Gender und Selbstdarstellung beschreiben.
Diese Einordnung erfolgt nach dem Modell von Menrath und Völker, da Shirin David ihre Sexualität, ihren Körper und ihre finanzielle Unabhängigkeit aktiv nutzt, um sich eine starke, selbstbestimmte Rolle in der Szene zu verschaffen.
Die Debatte verdeutlicht die Doppelmoral in der Rapszene, da Shirins Weigerung, als „leichtbekleidetes Beiwerk“ in einem fremden Video aufzutreten, heftige Hasskommentare auslöste.
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