Bachelorarbeit, 2020
38 Seiten, Note: 2,0
1 Gegenseitige Beeinflussung
2 Städtisches Wohlbefinden
2.1 Gemeinsam einsam
2.2 Gemeinsam gegen Stress
3 Städtischer Raum
4 Hypothesen & Methodik
5 Qualitätskriterien für erholsame Räume
5.1 Schutz
5.2 Aneignung
5.3 Wohlbefinden
5.4 Gut gelungen
6 Interpretation
7 Fazit
Die Bachelor-Thesis untersucht, inwieweit die städtebauliche Gestaltung öffentlicher Plätze dazu beitragen kann, sozialen Stress bei Stadtbewohnern zu mindern, um somit das psychische Wohlbefinden in verdichteten urbanen Räumen zu fördern.
5.1 Schutz
„An einer solchen Stelle begreifen wir auch die Worte des Aristoteles, der alle Grundsätze des Städtebaues dahin zusammenfaßt [sic], das [sic] eine Stadt so gebaut sein solle, um die Menschen sicher und zugleich glücklich zu machen. Zur Verwirklichung des letzteren dürfte der Städtebau nicht bloß eine technische Frage, sondern müßte [sic] im eigentlichsten und höchsten Sinne eine Kunstfrage sein“ (Sitte 2001: 2).
Camillo Sitte beschreibt in dem hier gewählten Zitat, nicht nur das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit im städtischen Raum, sondern auch, dass die gewünschte Sicherheit durch eine ästhetische Umsetzung erfolgen muss. Dies lässt darauf schließen, dass es eine Verbindung zwischen der Gestaltung von Städten und ihrer Sicherheit gibt. Es erscheint naheliegend, dass städtische Lebensqualität, oder Glück wie Sitte sagt, stark von der gefühlten Sicherheit abhängig ist. Eine zu beantwortende These dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang der gefühlten Sicherheit auf Plätzen und ihre Nutzung. In Verbindung mit der Annahme, dass die Nutzung von Plätzen entscheidend zur Minderung von sozialem Stress beiträgt, scheint die subjektive Sicherheit ein elementarer Faktor zu sein.
Angst, also das Fehlen von subjektiver Sicherheit, kann im Extremfall zur Minderung von sozialen Kontakten führen. Personen, die aus Mangel an gefühlter Sicherheit, nicht mehr gewillt sind in den öffentlichen Raum zu treten, haben zudem ein erhöhtes Risiko den negativen Effekten von Isolation aufgesetzt zu sein (vgl. London 2020: 31). Objektive Sicherheit beschreibt die tatsächliche Bedrohung durch Kriminalität. Diese kann durch Statistiken erhoben und gemessen werden. Die subjektive Sicherheit oder gefühlte Sicherheit ist, wie der Name verrät, eine individuelle Wahrnehmung und somit schwerer zu messen (vgl. BSBK 2020: 38). Um die Frage zu klären, was für die in der Bundesrepublik lebenden Menschen Sicherheit bedeutet, erhebt die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen (Forsa) im Jahr 2018 eine Umfrage. Die Mehrheit der Befragten gibt dabei an, dass für sie Sicherheit bedeutet, die Möglichkeit zu besitzen, angstfrei zu leben und sich frei bewegen zu können. Weitere Faktoren, die für die Befragten Sicherheit suggerieren, sind der Schutz vor körperlichen Gewalt, Schutz bei Dunkelheit und Schutz im und vor dem Straßenverkehr (vgl. Forsa 2018: 4). Die Ergebnisse der Forsa Studie, decken sich zum großen Teil mit den in Abbildung drei beschriebenen Schutzkriterien für öffentliche Räume.
1 Gegenseitige Beeinflussung: Einführung in die Wechselwirkung zwischen Stadtplanung, Lebensqualität und Gesundheit sowie Darlegung der Forschungsfrage.
2 Städtisches Wohlbefinden: Theoretische Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit und den Komponenten des sozialen Stresses, namentlich soziale Dichte und soziale Isolation.
3 Städtischer Raum: Definition des Begriffs öffentlicher Raum und Erörterung seiner Rolle für gesellschaftliches Zusammenleben und psychische Gesundheit.
4 Hypothesen & Methodik: Formulierung der Arbeitshypothesen und Erläuterung des methodischen Vorgehens mittels Literaturrecherche und qualitativer Inhaltsanalyse.
5 Qualitätskriterien für erholsame Räume: Untersuchung gestalterischer Kriterien zur Stressminderung unterteilt in Schutz, Aneignung und Wohlbefinden.
6 Interpretation: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse aus den vorherigen Kapiteln sowie Reflektion über die Bedeutung von Gestaltung für die Stressprävention.
7 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der stadtplanerischen Stressprävention.
Stadtplanung, öffentlicher Raum, sozialer Stress, psychische Gesundheit, soziale Dichte, soziale Isolation, Lebensqualität, Platzgestaltung, Sicherheitsgefühl, Aneignung, Aufenthaltsqualität, Stressprävention, Neurourbanistik, soziale Kontakte, Stadtentwicklung
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, wie die städtebauliche Gestaltung öffentlicher Plätze einen Beitrag zur Reduzierung von sozialem Stress leisten kann, um die psychische Gesundheit der Stadtbewohner zu schützen.
Zentrale Themen sind die psychische Gesundheit im urbanen Kontext, die Definition und Auswirkungen von sozialem Stress, die Funktionen des öffentlichen Raums sowie Strategien der Stadtplanung zur Steigerung der Aufenthaltsqualität.
Ziel der Arbeit ist es zu erfahren, wie öffentliche Plätze als stadtplanerische Mittel genutzt werden können, um sozialen Stress zu mindern und soziale Kontakte zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, ergänzt durch eine verbal-argumentative Untersuchung der Qualitätskriterien öffentlicher Räume.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Qualitätskriterien öffentlicher Räume (Schutz, Aneignung, Wohlbefinden) im Hinblick auf ihr Stressminderungspotenzial und illustriert dies anhand eines Praxisbeispiels.
Besonders prägend sind Begriffe wie Stadtplanung, öffentlicher Raum, sozialer Stress, psychische Gesundheit und Aufenthaltsqualität.
Subjektive Sicherheit wird als Grundvoraussetzung identifiziert, um öffentliche Plätze überhaupt zu nutzen; sie kann durch bauliche Maßnahmen wie gute Beleuchtung und Übersichtlichkeit gefördert werden.
Aneignung beschreibt die alltägliche Nutzung und aktive Anpassung des Raums an die individuellen Bedürfnisse der Menschen, was beispielsweise durch Sitzgelegenheiten oder Bereiche zum Stehen unterstützt wird.
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