Masterarbeit, 2020
91 Seiten, Note: 1,3
1 Wer kann es besser – der Staat oder die private Wirtschaft?
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Ursachen von Marktmacht
2.1.1 Unteilbarkeiten
2.1.2 Weitere mögliche Ursachen von Marktmacht
2.2 Natürliche Monopole
2.2.1 Subadditivität
2.2.2 Irreversibilität
2.2.3 Regulierungsbedarf
2.2.4 Contestability
2.3 Daseinsvorsorge und Äquivalente
2.3.1 Großbritannien
2.3.2 Österreich
2.4 Netzsektoren, Netzdienstleistungen und Netzinfrastrukturen
2.4.1 Ökonomische Charakteristika von Netzinfrastrukturen
2.4.2 Netzexternalitäten
2.4.3 Größenvorteile in Netzen
2.4.4 Besonderheiten des Eisenbahnsektors
2.4.5 Aufbau von Eisenbahnsystemen (Drei-Ebenen-Schema)
3 Privatisierung von Staatsunternehmen am Beispiel der British Rail
3.1 Eisenbahn in Großbritannien
3.1.1 Geschichte
3.1.2 Heutige Struktur
3.2 Motive und Ziele der Privatisierung
3.2.1 New Opportunities for the Railways
3.2.2 Ziele
3.3 Umsetzung der Privatisierung
3.4 Erfolge und Probleme
3.4.1 Erfolge
3.4.2 Probleme
3.5 Aktuelle Zahlen und Entwicklungen
4 Österreichische Bundesbahnen – vom Kombinat zum Staatsunternehmen
4.1 Eisenbahn in Österreich
4.1.1 Geschichte
4.1.2 Heutige Struktur
4.2 Motive für die Fortführung als Staatsunternehmen
4.3 Reformen und Modernisierung
4.4 Erfolge und Probleme
4.4.1 Erfolge
4.4.2 Probleme
4.5 Aktuelle Zahlen und Entwicklungen
5 Eisenbahn in Deutschland
5.1 Geschichte
5.2 Heutige Struktur
5.3 Aktuelle Zahlen und Entwicklungen
6 Privatisierung der Deutschen Bahn – eine gute Idee?
6.1 Effizienz und Kundenorientierung
6.2 Daseinsvorsorge versus unternehmerisches Handeln
6.3 Staat in der Verantwortung
6.4 Intransparente Tarifstrukturen und fehlende Koordination
7 Fazit und abschließende Bewertung
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Frage, ob die Infrastruktur des Schienensektors besser in staatlicher oder privater Hand aufgehoben ist. Dabei wird der Fokus auf die Spannungsfelder zwischen Effizienzsteigerung, Daseinsvorsorge und der Notwendigkeit staatlicher Regulierung gelegt, um Rückschlüsse für die geplante Privatisierung der Deutschen Bahn zu ziehen.
3.1.1 Geschichte
Großbritannien gilt als das Mutterland der Eisenbahn. Der erste Vorläufer der Eisenbahn entstand in Großbritannien im Jahr 1825. Auf der Trasse zwischen Stockton und Darlington wurden Personen und Kohle transportiert. Bis zum endgültigen Durchbruch dampfgetriebener Lokomotiven wurden die Wagons noch von Pferden über die Gleise gezogen. Dieser Durchbruch erfolgte fünf Jahre später mit der weltweit ersten Zugverbindung zwischen zwei Städten. Auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Liverpool und Manchester wurden Waren und Personen von Beginn an durch Dampflokomotiven bewegt. Die Strecke wurde auch zu einem finanziellen Erfolg und leitete die sogenannte „Railway Mania“ in Großbritannien ein.
In den 1840er Jahren entstanden zahlreiche neue Eisenbahnverbindungen zwischen Englands Städten. Die Streckenlänge erhöhte sich von etwa 160 Kilometer am Anfang der Dekade auf zuletzt über 2.400 Gleiskilometer. Diese regelrechte Euphorie brachte auch eine spekulationsgetriebene Börsenblase mit sich, die extreme Verwerfungen am Markt zur Folge hatte. So hatten die Eisenbahnaktien im Jahr 1850 nur noch die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes.
1 Wer kann es besser – der Staat oder die private Wirtschaft?: Einleitung in die Thematik der Bahnprivatisierung und Aufstellung der Forschungsfrage.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der ökonomischen Mechanismen hinter Netzsektoren, natürlichen Monopolen und der Daseinsvorsorge.
3 Privatisierung von Staatsunternehmen am Beispiel der British Rail: Untersuchung des britischen Modells als Beispiel für eine umfassende Liberalisierung des Bahnsektors.
4 Österreichische Bundesbahnen – vom Kombinat zum Staatsunternehmen: Analyse des österreichischen Ansatzes zur Modernisierung innerhalb staatlicher Strukturen.
5 Eisenbahn in Deutschland: Historischer Rückblick und Analyse der aktuellen Herausforderungen des deutschen Schienenverkehrs.
6 Privatisierung der Deutschen Bahn – eine gute Idee?: Kritische Diskussion der Pro- und Contra-Argumente einer möglichen Bahnprivatisierung in Deutschland.
7 Fazit und abschließende Bewertung: Zusammenführende Analyse und Beantwortung der Ausgangsfrage auf Basis der internationalen Fallbeispiele.
Privatisierung, Eisenbahn, Daseinsvorsorge, Natürliches Monopol, Netzökonomie, British Rail, ÖBB, Deutsche Bahn, Wettbewerb, Liberalisierung, Infrastruktur, Effizienz, Staatliche Kontrolle, Marktversagen, Kostenstruktur
Die Arbeit analysiert die Vor- und Nachteile einer Privatisierung von Eisenbahnunternehmen, indem sie unterschiedliche Modelle in Europa vergleicht, um Schlussfolgerungen für Deutschland abzuleiten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Netzökonomie, den Auswirkungen von Privatisierung, dem Konzept der Daseinsvorsorge und den Unterschieden zwischen staatlicher und privater Infrastrukturbereitstellung.
Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob die Bahn als kritische Infrastruktur besser durch den Staat oder durch die private Wirtschaft betrieben werden sollte.
Die Arbeit verwendet eine positive Analyse und vergleicht das privatisierte britische Modell mit dem staatlich geprägten österreichischen System als Benchmarks.
Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen des Marktversagens und der Netzstruktur als auch die detaillierten Fallstudien zu Großbritannien, Österreich und Deutschland erörtert.
Wichtige Begriffe sind Privatisierung, Daseinsvorsorge, natürliches Monopol, Netzökonomie und Wettbewerbsfähigkeit.
Das „Railtrack-Fiasko“ dient als warnendes Beispiel für die Probleme bei einer starken vertikalen Desintegration und der Vernachlässigung von Sicherheit zugunsten von kurzfristigem Gewinnstreben.
Österreich wird aufgrund hoher Kundenzufriedenheit, effizienter Investitionsprogramme und der erfolgreichen Modernisierung bei gleichzeitigem Verbleib in staatlicher Hand als Referenz für ein funktionierendes Staatsbahnmodell genutzt.
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