Bachelorarbeit, 2020
63 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Offene Kinder- und Jugendarbeit
2.1 Jugendberatung
2.2 Beratung in der OKJA in Form von Tür- und Angelgesprächen
2.3 Sexualpädagogik in der OKJA
2.3.1. Sexualität und ihre Bedeutung damals und heute
2.3.2. Sexualität im Jugendalter
3. Normalismus
3.1 Normen
3.1.1. Normativität und normative Normen
3.1.2. Normalität und normalistische Norm
3.2 Normalistische Strategien
3.2.1. Protonormalismus
3.2.2. Flexibler Normalismus
4. Diversity
4.1 Begriffsbestimmung Diversity
4.2 Diversity Ansätze
4.2.1. Diversity Management
4.2.2. Managing Diversity
4.2.3. Antidiskriminierungspolitik
4.3 Diversity Dimensionen
4.4 Diversity in der Erziehungswissenschaft und in pädagogischen Handlungsfeldern
4.4.1. Affirmative Diversity-Ansätze
4.4.2. Machtsensible Diversity-Ansätze
5. Diversity und Normalismus in der Sozialen Arbeit
5.1 Diversity in der Sozialen Arbeit
5.1.1. Diversity in der OKJA
5.1.2. Partizipative Offenheit
5.1.3. Benachteiligungsabbau durch intersektionale und queere Ansätze
5.2 Die Soziale Arbeit und die Reproduktion von Normalität
5.3 Diversity und Normalismus in der Sexualberatung der OKJA
5.3.1. Auswirkungen auf die Sexualberatung in der OKJA
5.3.2. Konsequenzen für die Fachkräfte der OKJA
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Normalismus und Diversity in der Sozialen Arbeit sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für die Sexualberatung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA). Dabei wird der Widerspruch zwischen dem Normalisierungsauftrag der Sozialen Arbeit und dem Anspruch auf Diversitätsbewusstsein und Anerkennung von Vielfalt analysiert.
3.1.2. Normalität und normalistische Norm
Die Normalität hingegen, ist nach LINK eine auf Statistik und Durchschnittswerten beruhende deskriptive Kategorie, die auf den Prozess fortwährender Herstellung einer Mitte beziehungsweise eines Durchschnitts verweist, der als Vergleichskriterium dient. Hieraus lässt sich schließen, dass normales Handeln immer an dem orientiert ist, was als durchschnittlich wahrgenommen wird (vgl. Link, 2006, S. 255) und Menschen vor dem Hintergrund eines Maßstabes miteinander verglichen werden. Individuen werden durch die Normalität vor die Frage gestellt, „Wer oder wie sie sind oder wie sie im Vergleich zu anderen handeln“. Hiermit ist kein regelgerechtes, sondern vielmehr regelmäßiges Verhalten gemeint (vgl. Waldschmidt, 1998, S. 10). Gesellschaftliche Normalität entsteht durch soziales Handeln von Individuen, welche sich durch Beobachtung und Vergleich an Mehrheiten orientierten und sich diesen anpassen. Kurz gesagt entsteht gesellschaftliche Normalität durch das soziale Handeln der Individuen. Als normal gilt dann das, was die meisten tun oder für richtig halten (vgl. Dederich, 2010, S. 178).
Normalität wird demnach durch Normen bestimmt, welche unterschiedlichen Ursprungs sind und somit auch unterschiedliche Begründungen für ihre Objektivität sowie für ihre Legitimität vorbringen (vgl. Leufke, 2016, S. 14). Mit der Normalität wird die Wirkmächtigkeit der Mehrheit, die Erfahrung bezeichnet, dass als üblich erlebte und dokumentierte Verhaltensweisen oder Merkmale zu Richtschnüren und Maßstäben für den einzelnen werden können. Die Normalität hat zwar auch einen wertenden Gehalt, jedoch ist sie im Unterschied zur Normativität zunächst vor allem beschreibend. Sie wird also nicht auf eine äußere Regel bezogen, sondern beinhaltet den Vergleich mit anderen. Im Gegensatz zur Normativität ist die Normalität weniger statisch auf Stabilität gerichtet, sondern ist eher eine sich ständig vollziehende Bewegung (vgl. Waldschmidt, 1998, S. 11).
LINK betont, dass auch die Normalität Normen hervorbringt, die er als normalistische Normen versteht (vgl. Dederich, 2010, S. 178), welche den Vergleich der Menschen untereinander vor dem Hintergrund eines Maßstabes beinhalten. Normalistische Normen meinen nicht das regelrechte Benehmen einzelner, sondern das regelmäßige Verhalten der Masse, womit als zentraler Bezugspunkt die quantitative Mehrheit ausgemacht werden kann.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Normen und Normalität in der modernen Gesellschaft sowie die Relevanz von Diversity in der Sozialen Arbeit.
2. Offene Kinder- und Jugendarbeit: Vorstellung der OKJA als Handlungsfeld, ihrer Aufgaben und der Bedeutung von Beratung und Sexualpädagogik in diesem Kontext.
3. Normalismus: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Normen und Normalität sowie Vorstellung der Normalisierungsstrategien nach Jürgen Link.
4. Diversity: Definition des Begriffs Diversity, Darstellung verschiedener Ansätze sowie Erläuterung der Diversity-Dimensionen.
5. Diversity und Normalismus in der Sozialen Arbeit: Analyse der Verschränkung von Normalisierung und Diversitätsbewusstsein, insbesondere im Bereich der Sexualberatung in der OKJA.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion der Herausforderungen für Fachkräfte in der Praxis.
Normalismus, Diversity, Soziale Arbeit, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Sexualpädagogik, Normalität, Normen, Diversitätsbewusstsein, Intersektionalität, Gender, Machtverhältnisse, Beratung, Partizipation, Identität, Differenz.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen (Normalismus) und dem Konzept der Vielfalt (Diversity) innerhalb der Sozialen Arbeit.
Die zentralen Themenfelder sind die Theorie des Normalismus, Diversity-Ansätze, die Rahmenbedingungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) sowie die Sexualpädagogik und Sexualberatung.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Normalismus und Diversity in der Sozialen Arbeit zu ergründen und die daraus resultierenden Herausforderungen für die sexualberatende Praxis in der OKJA abzuleiten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung einschlägiger Konzepte (u.a. von Jürgen Link, Leiprecht und Plößer) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Normen und Diversity, eine Analyse der Verflechtung dieser Konzepte in der Sozialen Arbeit und eine spezifische Betrachtung der Sexualberatung in der OKJA.
Wesentliche Begriffe sind Normalismus, Diversity, Soziale Arbeit, OKJA, Sexualpädagogik, Intersektionalität und Machtverhältnisse.
Nach Link ist Normativität eine juristisch geprägte, statische Regel mit einer klaren Trennung zwischen Richtig und Falsch, während Normalität eine auf Statistik und Mehrheiten basierende, deskriptive und dynamische Kategorie beschreibt.
Fachkräfte benötigen Gender-Kompetenz, Empathie und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel. Zudem ist eine ständige Reflexion der eigenen Identität und der gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen für eine diversitätsbewusste Beratung unerlässlich.
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