Examensarbeit, 2020
65 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensform des Eulenspiegels als Migrant des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit und analysiert deren Funktion für die Gesamtkonzeption des Textes. Hierzu wird die historische Figur anhand von Forschung und Quellen auf ihren Kontext in der damaligen Gesellschaft beleuchtet. Dabei werden neben den Motiven und Lebensbedingungen der Migranten auch deren gesellschaftliche Wahrnehmung und ihr sozialer Status in den Blick genommen, um diese Erkenntnisse dann auf Eulenspiegel zu übertragen.
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die zentrale These dar, dass Eulenspiegels Mobilität als Fahrender essenziell für die Funktionsweise der Figur ist. Kapitel 1 beleuchtet die Forschung zu Aspekten der Migration im Eulenspiegelbuch. Kapitel 2 befasst sich mit der Migrationsgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, fokussiert auf die Lebensbedingungen und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Migranten, insbesondere von „losen Leuten“. Kapitel 3 analysiert Aspekte der Migration im Eulenspiegelbuch, untersucht Eulenspiegels Herkunft und Wanderungen sowie seine Rolle als „betrügerischer Außenseiter“. Kapitel 4 setzt Eulenspiegels Migration in den Kontext der Schwank- und Schelmenliteratur, wobei die biographische Struktur und das Reiseschema sowie Eulenspiegels Rolle als Schelm im Fokus stehen.
Die Arbeit behandelt zentrale Themen wie Migration, „Fahrendes Volk“, frühneuzeitliche Schwankliteratur, Eulenspiegel, sozialer Status, gesellschaftliche Wahrnehmung, Schelmenroman.
Ja, die Arbeit analysiert Eulenspiegel als spätmittelalterlichen Migranten, dessen ständige Mobilität und das Leben als „Fahrender“ essenziell für die Struktur des Schwankromans sind.
Zum fahrenden Volk zählten Spielleute, Gaukler, aber auch wandernde Handwerker und Menschen, die aufgrund von Armut oder Verfolgung keinen festen Wohnsitz hatten.
Migranten und „lose Leute“ standen oft am Rande der Gesellschaft. Sie wurden misstrauisch beäugt, rechtlich benachteiligt und häufig pauschal als „betrügerische Außenseiter“ wahrgenommen.
Eulenspiegel nutzt die Mehrdeutigkeit der Sprache aus, indem er Anweisungen wortwörtlich nimmt. Dies dient als satirisches Mittel, um die Beschränktheit sesshafter Bürger und Handwerker vorzuführen.
Die Arbeit untersucht Analogien zum späteren Schelmenroman (Pikaroroman), da Eulenspiegel viele Merkmale des „Pícaro“ aufweist, wie die niedrige Herkunft und das Überleben durch List in einer feindlichen Umwelt.
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