Examensarbeit, 2002
160 Seiten, Note: 1
Vorwort
Einleitung
1. Das Phänomen Neugier – allgemein betrachtet
1.1 Definitionen des Begriffs Neugier
1.2 Geschichte und Bedeutungswandel des Begriffs Neugier
1.3 Neugier – Tugend oder Laster?
1.4 Neugier – Tugend und Laster!
1.5 Neugier – Tugend und Laster: die Grenze
1.6 Fazit
2. Das Phänomen Neugier – entwicklungspsycholgisch betrachtet
2.1 Situationsbeschreibung und Zielsetzung
2.2 Triebtheoretische Konzeptionen
2.2.1 Homöostatische Triebmodelle (S. FREUD, NISSEN, DASHIELL)
2.2.1.1 Das Triebmodell von S. FREUD
2.2.1.2 Andere Triebmodelle
2.2.1.3 Gemeinsamkeiten aller homöostatischer Triebmodelle
2.2.1.4 Neugier und Exploration in homöostatischen Triebmodellen
2.2.2 Nicht-homöostatische Triebmodelle (BERLYNE, HARLOW)
2.2.2.1 Die Entwicklung nicht-homöostatischer Triebmodelle
2.2.2.2 Die Neugiertheorie von D. E. BERLYNE
2.2.2.3 Die Verwendung der Begriffe Neugier und Exploration in nicht-homöostatischen Triebmodellen
2.3 Kognitive Modelle
2.3.1 Intrinsische Motivation/intrinsisch motivierte Exploration (J. McV. HUNT)
2.3.1.1 Die Genese des Neugiermotivs
2.3.1.2 Schematische Darstellung der Entwicklung der Neugiermotivation
2.3.2 Motivationspsychologischer Ansatz nach R. W. WHITE (1959, 1960)
2.3.3 JEAN PIAGET
2.3.3.1 Die sensumotorische Entwicklung
2.3.3.2 JEAN PIAGETs „Interesse am Neuen“
2.3.4 Strukturelle Züge der Neugiermotivation
2.3.5 Die Entwicklung des Explorationsverhaltens
2.4 Neugier und Angst
2.4.1 Zum Wesen der Angst
2.4.2 Trait-Stait Angsttheorie (SPIELBERGER u.a.)
2.4.3 Der Zusammenhang von Neugierverhalten und Angst
2.5 Neugier und das kindliche Spiel
2.5.1 Drei wichtige Merkmale des Spiels
2.5.2 Die Entwicklung des Spiels
2.5.3 Das Spiel und die Neugierentwicklung
2.6 Zusammenfassung
3. Das Phänomen Neugier und Lernen
3.1 Philosophische Grundannahmen vom Lernen
3.2 Anthropologische Aspekte des Lernens (ROMBACH)
3.3 Definitionen von Lernen
3.3.1 Eine lernpsychologische Definition von Lernen
3.3.2 Eine pädagogische Definition von Lernen (FISCHER)
3.3.3 Phänomenologische und strukturpädagogische Lerntheorie (ROMBACH)
3.4 Psychologische Grundformen des Lernens
3.4.1 Behavioristische Lerntheorien
3.4.1.1 Die klassische Konditionierung
3.4.1.2 Die operative Konditionierung
3.4.2 Kognitive Lerntheorien
3.4.2.1 Das Modell-Lernen
3.4.2.2 Das verbale Lernen
3.4.2.2.1 Begriffslernen, Regellernen und Problemlösen nach GAGNÉ
3.4.2.2.2 Zwei Dimensionen des sprachlichen Lernens (AUSUBEL)
3.4.2.3 Problemlösen
3.4.2.3.1 Bedingungen des Problemlösens:
3.4.2.3.2 Problemlösen durch die Anwendung von Strategien
3.4.3 Die Dualistische Lerntheorie
3.5 Motivation und deren Bedeutung für das Lernen
3.5.1 Was ist Motivation?
3.5.2 Die Determinanten von Motivationsprozessen
3.5.3 Die Bedürfnispyramide nach A. A. MASLOW
3.5.4 Die triebtheoretische Auffassung von Motivation
3.5.5 Die anreiztheoretische Auffassung von Motivation
3.5.6 Die kognitiven Motivationstheorien
3.5.6.1 Die Entscheidungstheorie
3.5.6.2 Die Austauschtheorie
3.5.6.3 Die Handlungstheorie
3.5.7 Motivation, Emotion und Kognition
3.5.8 Die intrinsische (Neugier-) und extrinsische Motivation
3.5.8.1 Die extrinsische Motivation
3.5.8.2 Die intrinsische Motivation (Neugiermotivation)
3.5.9 Die Leistungsmotivation
3.5.9.1 Die Theorie der Leistungsmotivation von ATKINSON
3.5.9.2 Die Attributionstheorie von WEINER
3.6 Zusammenfassung und der Zusammenhang von Lernen, Motivation und Neugier
4. Das Phänomen Neugier bei Kindern und Jugendlichen mit einer Körperbehinderung
4.1 Grundproblematik
4.2 Körperbehinderungen unter medizinischem Aspekt
4.2.1 Eine medizinische Definition von Körperbehinderung
4.2.2 Formen und Ursachen von Körperbehinderungen
4.2.2.1 Körperbehinderungen mit funktioneller motorischer Ursache
4.2.2.2 Körperbehinderungen mit konstitutioneller motorischer Ursache
4.3 Körperbehinderungen unter entwicklungspsychologischem Aspekt – Auswirkungen auf die Neugierentwicklung
4.3.1 Bedingende Faktoren in der Entwicklung körperbehinderter Kinder und Jugendlicher
4.3.2 Einflüsse möglicher Störfaktoren auf die Entwicklung der Neugier
4.3.2.1 Der Einfluss neurophysiologischer Störfaktoren
4.3.2.2 Der Einfluss wahrnehmungsbedingter Störfaktoren
4.3.2.3 Der Einfluss emotional-sozialer Störfaktoren
4.3.3 Mögliche Auswirkungen von Störfaktoren auf (Neugier-)Motivation und Lern-/Leistungsverhalten
4.3.3.1 Mögliche Auswirkungen auf die (Neugier-)Motivation
4.3.3.2 Mögliche Auswirkungen auf das Lern- und Leistungsverhalten
4.4 Zusammenfassung
5. Das Phänomen Neugier – Neugierförderung
5.1 Einleitung
5.2 Förderdiagnostik
5.2.1 Aufgaben der Förderdiagnostik
5.2.2 Grenzen und Gefahren der Förderdiagnostik
5.3 Pädagogische Frühförderung
5.3.1 Wissenschaftliche Grundlagen der Frühförderung
5.3.1.1 Neurophysiologische Grundlagen für Frühfördermaßnahmen
5.3.1.2 Lerntheoretische Grundlagen der Frühförderung
5.3.1.3 Entwicklungspsychologische Grundlagen der Frühförderung
5.3.1.4 Neuropsychologische Grundlagen der Frühförderung
5.3.1.5 Tiefenpsychologische Grundlagen der Frühförderung
5.3.2 Aufbau, Aufgaben und Ziele der Frühförderung
5.3.3 Grenzen und Gefahren der Frühförderung
5.3.4 Frühförderung unter sonderpädagogischem Aspekt – Fördermaßnahmen zur (Neugier-) Entwicklung
5.3.4.1 Psychotherapeutische Maßnahmen im Rahmen der Frühförderung
5.3.4.2 Frühförderung motorischer Funktionen
5.3.4.3 Frühförderung feinmotorischer und perzeptorischer Funktionen (Ergotherapie)
5.3.4.4 Frühfördermaßnahmen für die Koordination von Wahrnehmung und Bewegung (Mototherapie)
5.3.4.5 Frühförderung kommunikativer Fähigkeiten
5.3.4.6 Lernpsychologische und verhaltenstherapeutishe Aspekte der Frühförderung
5.4 Sonderpädagogische Förderung im Schulalltag
5.4.1 Möglichkeiten der Förderung im Unterricht
5.4.1.1 Schaffung einer Orientierungsgrundlage
5.4.1.2 Förderung der Anstrengungsbereitschaft
5.4.1.3 Gestaltung optimaler Lernsituationen
5.4.1.4 Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit für die Neugierförderung
5.4.2 Die Bedeutung der Therapie für die Neugierförderung
5.4.2.1 Die Aufgaben der Physiotherapie
5.4.2.2 Die Aufgaben anderer Therapiemaßnahmen
5.4.3 Die Nutzbarmachung von Fördereffekten
5.5 Zusammenfassung
Schluss
Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Neugier als zentrales Moment in der schulischen Arbeit mit körperbehinderten Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, die Brisanz der Neugierentwicklung in diesem Kontext aufzuzeigen, mögliche Ursachen für verändertes Neugierverhalten zu identifizieren und förderpädagogische Ansätze abzuleiten, um Lern- und Leistungsprozesse nachhaltig zu unterstützen.
Die Neugiertheorie von D. E. BERLYNE
Lange Zeit war die Neugiertheorie von BERLYNE richtungweisend in der Neugierforschung. BERLYNE legte eine umfangreiche Theorie des Neugierverhaltens vor, die bis heute viel Beachtung gefunden hat. Im Folgenden sollen die wichtigsten Aspekte seiner Theorie nach KELLER & VOSS (1976, 39 ff.) dargestellt werden.
Die Grundlage seiner Neugiertheorie stellt ein Triebkonzept dar (vgl. Kapitel 2.1.2.2). Exploratives Verhalten wird von ihm in drei Klassen aufgegliedert (je nach auftretender Verhaltensform):
a) Rezeptor-Anpassungs-Verhalten: Veränderung in der Orientierung der Sinnesorgane und physiko-chemische Prozesse, die die Sensibilität der Sinnesorgane beeinflussen
b) Lokomotorische Reaktionen: Veränderungen in der Grobmotorik, d.h. Bewegungen die eine Veränderung der Körperhaltung bewirken
c) Investigatorische Reaktionen: Manipulationen des Individuums zur Veränderung der Reizquelle
Wahrscheinlichkeit, Stärke und Richtung explorativer Reaktionen werden vor allem von einer Gruppe externer Reizeigenschaften – „kollative Variablen“ (BERLYNE) – beeinflusst. Solche Reizeigenschaften sind Überraschung, Neuheit, Veränderung, Inkongruenz, Ambiguität und Komplexität.
BERLYNE spricht von Aktivierungsniveau und Aktivation. Erstes bezeichnet das Maß an Erregung und Antrieb eines Organismus einem Objekt bzw. einer Situation gegenüber, zweites das dementsprechende Verhalten.
Vorwort: Einleitung in die persönliche Motivation des Autors, sich mit der Neugierförderung bei körperbehinderten Kindern auseinanderzusetzen.
Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Forschungsrelevanz sowie Formulierung der zentralen Thesen und Zielsetzungen.
Das Phänomen Neugier – allgemein betrachtet: Geschichtliche Betrachtung des Neugierbegriffs unter Berücksichtigung der Diskussion um Tugend und Laster.
Das Phänomen Neugier – entwicklungspsycholgisch betrachtet: Darstellung der aktuellen Theorienbildung zu Neugier und Exploration sowie deren entwicklungspsychologische Grundlagen.
Das Phänomen Neugier und Lernen: Analyse des Zusammenhangs zwischen den Phänomenen Neugier, Lernen und Motivation sowie deren lernpsychologische Fundierung.
Das Phänomen Neugier bei Kindern und Jugendlichen mit einer Körperbehinderung: Untersuchung der spezifischen Auswirkungen von Körperbehinderungen auf die Neugierentwicklung und das Lernverhalten.
Das Phänomen Neugier – Neugierförderung: Diskussion diagnostischer Ansätze, Frühfördermaßnahmen und förderpädagogischer Möglichkeiten im Schulalltag.
Neugier, Exploration, Körperbehinderung, Motivation, Lernen, Frühförderung, Entwicklungspsychologie, kognitive Modelle, Angst, Bindung, Förderung, Lernverhalten, Pädagogik, Sonderpädagogik, Kompetenz.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Neugier und deren Bedeutung als notwendige Voraussetzung für Lernen und Entwicklung, speziell bei Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderungen.
Die zentralen Themen sind Neugierforschung, entwicklungspsychologische Grundlagen, Lerntheorien, Motivation sowie die spezifischen förderpädagogischen Herausforderungen bei körperbehinderten Menschen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Neugier bei körperbehinderten Kindern gefördert werden kann, um deren Entwicklungspotenzial optimal auszuschöpfen und ein positives Lernverhalten zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse bestehender psychologischer, pädagogischer und anthropologischer Konzepte vornimmt und diese auf die Zielgruppe überträgt.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen von Neugier, Lernen und Motivation dargelegt, anschließend wird die Situation körperbehinderter Kinder analysiert und schließlich werden konkrete Förderdiagnostik- und Interventionsmaßnahmen diskutiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Neugier, Körperbehinderung, Frühförderung, intrinsische Motivation, Lernverhalten und Pädagogik charakterisieren.
Körperbehinderungen können den aktiven Kontakt mit der Umwelt einschränken und durch häufige Misserfolgserlebnisse zu einer Vermeidungsstrategie oder einer verringerten Neugier führen, was wiederum Lernprozesse behindern kann.
Der Lehrer fungiert als Modell. Durch eine akzeptierende, druckfreie Atmosphäre und die eigene neugierige Haltung kann er die Motivation der Schüler entscheidend stützen und zur Entdeckung von Neuem anregen.
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