Bachelorarbeit, 2019
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Eine kleine Geschichte der Schönheit
3. Zählen statt Erzählen - Objektivität von Zahlen
4. Die geordnete Welt der Antike
4.1. Pythagoras und die Ordnung der Welt
4.2. Polyklets Kanon
4.3. Vitruv und die Architektur des Körpers
5. Proportion in der Renaissance
5.1. Das antike Vorbild
5.2. Albrecht Dürer als Kunsttheoretiker
5.3. Proportionslehre
6. Ganz normale Schönheit im 19. Jahrhundert
6.1. Adolphe Quetelet und der L’homme moyen
6.2. Francis Galton und der schöne Durchschnitt
7. Bewertung und Optimierung im 20. Jahrhundert
7.1. Attraktivitätsforschung
7.2. Technologien des Selbst
8. Digitale Schönheit im 21. Jahrhundert
8.1. Das Schönheitsideal Sozialer Medien
8.2. Errechnete Schönheit
9. Fazit
Die Arbeit untersucht, welche wandelnde Rolle Zahlen bei der gesellschaftlichen Bewertung menschlicher Schönheit in verschiedenen Epochen einnehmen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Zahlen als Medium zur (Re-)Konstruktion von Schönheitsidealen genutzt werden und welche Macht ihnen durch ihre wahrgenommene Objektivität zukommt.
3. Zählen statt Erzählen - Objektivität von Zahlen
An dieser Stelle soll ein grundlegendes Verständnis dafür entwickelt werden, weshalb Zahlen allgegenwärtig sind und Menschen ihnen besonders seit dem 19. Jahrhundert vertrauen.
Das Vertrauen in Zahlen gründet sich auf ihre Aura der Objektivität. Was in Zahlen ausgedrückt wird, scheint der Wahrheit zu entsprechen und somit objektiv zu sein. Der heutige Objektivitätsbegriff ist ein Amalgam vieler Bedeutungskomponenten. Im Alltagsgebrauch wird er oft mit Fairness, Verlässlichkeit, Korrektheit oder Wahrheit gleichgesetzt und gilt als fern von persönlichen Einschätzungen. „Objektiv ist ein Urteil, eine Aussage dann, wenn es mit der Wirklichkeit übereinstimmt und keine Spuren menschlicher Herkunft mehr trägt, d.h. nicht verzerrt ist durch subjektive Faktoren.“, so die Soziologin Bettina Heintz. Seit im Anschluss an die Aufklärung im 19. Jahrhundert im Rahmen epistemischer Umbrüche viele Wissenschaftsfelder neu entstanden, wurde auch das Verlangen nach der Objektivität immer größer. Im Zuge der Aufklärung wurde nur noch das als legitimes Wissen anerkannt, was durch die Nutzung des Verstandes zu erklären ist. Dadurch geschah eine Abwendung vom religiösen Weltverständnis. Es bestand das Bedürfnis, „anstelle des Wunders ein Gesetz zu setzen.“ In den Laboren wurde geforscht, um die Gesetze zu entdecken, die das Leben bestimmen. Wie sollte jedoch das, was an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Person beobachtet wurde, so kommuniziert werden, dass es universell verständlich und prüfbar ist? Aus dieser Problematik heraus entwickelten sich zahlreiche Messverfahren, die das Beobachtete in standardisierten, vergleichbaren Einheiten festhielten. Wie Theodore Porter in Trust in Numbers feststellt, verlieh dieses Vermessen der wissenschaftlichen Praxis Bedeutung. Zu Beginn war das Auge der WissenschafterInnen das bedeutendste Erkenntnisinstrument, doch mit der Zeit wurden immer mehr instrumentelle Techniken eingesetzt, die unabhängig von Ort, Zeit und persönlichen Einschätzungen waren.
1. Einleitung: Die Einleitung führt die Problematik der Körperwahrnehmung und den Einfluss von Zahlen (z.B. BMI, Waage) auf das eigene Schönheitsideal ein.
2. Eine kleine Geschichte der Schönheit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Vielseitigkeit des Schönheitsbegriffs von der Antike bis zur Hinwendung zum Subjekt im 18. Jahrhundert.
3. Zählen statt Erzählen - Objektivität von Zahlen: Hier wird untersucht, warum Menschen Zahlen als objektiv und vertrauenswürdig einstufen und welche Rolle die Aufklärung dabei spielte.
4. Die geordnete Welt der Antike: Dieses Kapitel behandelt das antike Bestreben, Schönheit durch mathematische Gesetze, Proportion und Harmonie zu definieren.
5. Proportion in der Renaissance: Hier wird anhand von Albrecht Dürers Proportionslehre der Übergang von geometrischen zu arithmetischen Methoden analysiert.
6. Ganz normale Schönheit im 19. Jahrhundert: Das Kapitel analysiert die Einführung statistischer Verfahren durch Adolphe Quetelet und Francis Galton zur Definition von Normalität und Schönheit.
7. Bewertung und Optimierung im 20. Jahrhundert: Hier stehen die Attraktivitätsforschung und der Aufstieg von Selbstvermessungstechnologien im Fokus.
8. Digitale Schönheit im 21. Jahrhundert: Dieses Kapitel untersucht, wie soziale Medien, Filter und Künstliche Intelligenz Schönheit neu konstruieren und bewerten.
9. Fazit: Das Fazit fasst die zentrale These zusammen, dass Zahlen ein mächtiges Instrument zur Normierung von Schönheit darstellen, das sich über die Epochen hinweg stetig weiterentwickelt hat.
Schönheit, Zahl, Objektivität, Proportion, Statistik, Anthropometrie, Attraktivitätsforschung, Selbstvermessung, Normalverteilung, Soziale Medien, Algorithmus, Künstliche Intelligenz, Normierung, Körperbild, Digitalisierung
Die Bachelorarbeit untersucht den historischen Wandel der Bedeutung von Zahlen bei der gesellschaftlichen Bewertung menschlicher Schönheit.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von mathematischen Proportionsidealen, die Entstehung der Statistik und Anthropometrie sowie moderne Phänomene der digitalen Selbstoptimierung.
Ziel ist es zu ergründen, warum Zahlen in der Schönheitsbewertung so machtvoll sind und wie sie als Mittel dienen, um subjektive Schönheit zu objektivieren.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre historische und medienwissenschaftliche Analyse, gestützt auf Ansätze der Kunstgeschichte, Soziologie und Wissenschaftstheorie.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der Antike bis ins 21. Jahrhundert und untersucht jeweils, wie das Medium "Zahl" in der jeweiligen Epoche Schönheit normiert hat.
Zentrale Begriffe sind Objektivität, Proportion, Statistik, Normalverteilung, Selbstvermessung und digitale Konstruktion von Schönheit.
Der "L’homme moyen" oder mittlere Mensch ist eine statistische Konstruktion, die als Idealtypus für das Normale und Schöne in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts diente.
KI bewertet und generiert Schönheit anhand von Algorithmen und trainierten Datenmustern, was oft dazu führt, dass bestehende Normen (wie weiße Haut als Standard) verstärkt werden.
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