Bachelorarbeit, 2020
80 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1. Prokrastination
2.1.1 Merkmale von Prokrastination
2.1.2 Erklärungsansätze der Prokrastination
2.1.3 Maßnahmen zur Überwindung der Prokrastination
2.2. Selbstwirksamkeit
2.2.1 Sozio-kognitive Theorie nach Bandura
2.2.2 Verwandte Theorien der Selbstwirksamkeit
2.3. Persönlichkeit und die BIG 5
2.3.1 Zugänge zur Persönlichkeit/ Persönlichkeitstheorien
2.3.2 Das BIG 5 Modell der Persönlichkeit
2.4 Hypothesenableitung
3 Methode
3.1 Ablauf
3.2 Versuchsmaterial
3.3 Stichprobe & Design
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Prüfung der Voraussetzungen und Ergebnisse zu den Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Stärken und Schwächen der Untersuchung
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem psychologischen Phänomen der Prokrastination, der individuellen Selbstwirksamkeit und den fünf zentralen Persönlichkeitsdimensionen (Big Five). Ziel der Arbeit ist es, empirisch zu prüfen, welche dieser Faktoren als Prädiktoren für das Aufschiebeverhalten fungieren, wobei zusätzlich der Einfluss möglicher Geschlechterunterschiede analysiert wird.
2.1.1 Merkmale von Prokrastination
Wie bereits erwähnt ist Prokrastination nicht gleichzusetzen mit dem klassischen ,,Aufschieben.‘‘ Denn mit ,,Aufschrieben‘‘ ist die Verlagerung einer Aufgabe zu einem späteren Zeitpunkt gemeint. Im Alltag müssen immer wieder Entscheidungen über die Koordination von Arbeitsabläufen getroffen werden. Welche Aufgabe wann und wie erledigt werden soll, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Somit ist das Aufschieben von Aufgaben nicht gleich dysfunktional, sondern fordert das Management von alltäglichen Anforderungen. Mögliche Faktoren, die einen Einfluss auf die Aufgabenwahl nehmen können, sind beispielsweise kurzfristig anfallende Aufgaben, die sehr dringlich sind, emotionale Schwingungen oder die Kosten-Nutzen Abwägungen. All diese Punkte können Gründe für die Verlagerung einer Aufgabe zu einem späteren Zeitpunkt sein.
In diesem Kontext ist es natürlich, dass die Wahl der Aktivität nicht immer zu Gunsten der Zielerreichung fällt. Das Verhalten ist erst als problematisch einzuschätzen, wenn dringlichen Aufgaben, welche zur Erreichung wichtiger Ziele erforderlich sind, kontinuierlich nicht nachgegangen wird und stattdessen Handlungsalternativen gewählt werden (Höcker et al., 2013). Diese Form des Handlungsaufschubs grenzt sich von dem klassischen Aufschieben ab und zeichnet sich durch bestimmte dysfunktionale Verhaltensmuster aus, die außerdem mit negativen Konsequenzen einhergehen. (Rhodewalt & Vohs 2005).
Einer dieser dysfunktionalen Verhaltensmuster ist, dass Prokrastinierer häufig die benötigte Zeit einer Aufgabe unterschätzen und somit einem unrealistischen Zeitmanagement unterliegen (Höcker et al., 2013). Im Zuge dessen werden anfallende Tätigkeiten so lange aufgeschoben, dass sie erst gegen Nachmittag oder sogar im späten Abend in Angriff genommen werden (Diaz-Morales & Ferrari, 2008). Dabei werden sowohl offene als auch verdeckte Tätigkeiten aufgeschoben (Ferrari, 1993). Wobei der Fokus vor allem auf dem Initiieren oder Beenden der Aufgabentätigkeit liegt (Lay & Schouwenburg, 1993). Hierbei ist das Aufschieben gewollt und entsteht nicht durch externe Einflüsse (Milgram, Marshevsky, & Sadeh, 1995).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Prokrastination ein, stellt die Relevanz in der psychologischen Forschung dar und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen durch die Definition und Erklärung der Konstrukte Prokrastination, Selbstwirksamkeit sowie des Big Five Modells der Persönlichkeit.
3 Methode: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, welches die Online-Befragung, das Studiendesign und die eingesetzten standardisierten Messinstrumente umfasst.
4 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Daten sowie die statistische Auswertung der sieben aufgestellten Hypothesen mittels Korrelationsanalysen und eines T-Tests.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden in diesem Kapitel inhaltlich interpretiert, kritisch mit existierenden Studien verglichen und methodische Stärken sowie Schwächen der Untersuchung reflektiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungen und praktische Implikationen.
Prokrastination, Selbstwirksamkeit, Big Five, Persönlichkeitspsychologie, Handlungsverlagerung, Korrelationsstudie, Selbstregulation, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, psychologische Forschung, Online-Befragung, Motivation, Volition, Verhaltensanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Untersuchung von Prokrastination, also dem chronischen Aufschieben von Aufgaben, und wie dies mit persönlichen Merkmalen zusammenhängt.
Die zentralen Themen sind Prokrastination, Selbstwirksamkeit sowie die Big Five Persönlichkeitsdimensionen (Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Offenheit, Verträglichkeit und Neurotizismus).
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie Selbstwirksamkeit und bestimmte Persönlichkeitsdimensionen mit Prokrastination korrelieren und ob sich Männer und Frauen im Aufschiebeverhalten unterscheiden.
Die Untersuchung nutzt ein korrelatives Forschungsdesign. Die Daten wurden mittels einer Online-Umfrage erhoben, die standardisierte Fragebögen für Prokrastination, Selbstwirksamkeit und die Big Five nutzte.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu den Konstrukten, die Hypothesenbildung, die angewandte Methodik sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der statistischen Ergebnisse dargelegt.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Prokrastination, Selbstwirksamkeit, Big Five, Persönlichkeitspsychologie, Selbstregulation und korrelative Analyse.
Die Ergebnisse zeigen einen negativen Zusammenhang: Personen mit einer höheren Selbstwirksamkeit neigen weniger stark zum Aufschieben, da sie mehr Vertrauen in ihre Bewältigungskompetenzen haben.
Die Studie bestätigt, dass Gewissenhaftigkeit in einem negativen Zusammenhang und Neurotizismus in einem positiven Zusammenhang mit Prokrastination steht.
Nein, die statistische Analyse mittels T-Test ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen hinsichtlich ihres Prokrastinationsverhaltens.
Die Autorin empfiehlt aufgrund der teils unerwarteten Ergebnisse bei einigen Big-Five-Dimensionen zukünftig experimentelle Designs zu nutzen, um kausale Schlüsse ziehen zu können.
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