Masterarbeit, 2019
88 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Digitalisierungsprozess des deutschen Gesundheitswesens
2 Grundlagen von medizinischen Videosprechstunden
2.1 Übersicht aktueller Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen
2.2 Definition und Einordnung von relevanten Begrifflichkeiten
2.2.1 eHealth
2.2.2 Telemedizin
2.2.3 Medizinische Videosprechstunden
2.2.4 Millennials
2.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.4 Technische und fachliche Voraussetzungen für Videosprechstunden
3 Überblick der empirischen Erkenntnisse bezüglich der Akzeptanz von Patienten und medizinischen Anwendern gegenüber Telemedizin
3.1 Angewendete Forschungsmodelle
3.2 Akzeptanz der medizinischen Anwender
3.3 Akzeptanz der Patienten
3.4 Forschungslücke und Forschungsfrage
4 Forschungsdesign
4.1 Konzeption des Forschungsmodells
4.2 Hypothesen zur Akzeptanz gegenüber Videosprechstunden
4.3 Operationalisierung der Konstrukte
5 Empirische Untersuchung der Akzeptanzfaktoren von Millennial-Patienten gegenüber Videosprechstunden
5.1 Datenerhebung und Stichprobenmerkmale
5.2 Statistische Überprüfung der Reliabilitäts- und Validitätskriterien
5.3 Analyse des Modells
5.4 Interpretation der Ergebnisse
5.4.1 Einflussfaktoren der Einstellung
5.4.2 Einflussfaktoren der Intention zur Nutzung
5.4.3 Einflussfaktoren des Verhaltens
6 Ansatzpunkte für Anbieter von Videosprechstundenportalen zur patientenfreundlichen Gestaltung der Kommunikation
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Kritik und Implikationen
7.3 Ausblick
8 Anhang
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die die Akzeptanz von Millennial-Patienten gegenüber medizinischen Videosprechstunden in Deutschland beeinflussen, um auf Basis dieser Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für Anbieter von entsprechenden Portalen abzuleiten.
1 Digitalisierungsprozess des deutschen Gesundheitswesens
Das deutsche Gesundheitswesen weckt bei vielen Menschen positive Assoziationen – und das nicht ohne Grund. Deutschland war weltweit das erste Land, das für die eigene Bevölkerung ein landesweites System der gesetzlichen Krankenversicherungen eingeführt hat, um eine umfassende medizinische Versorgung zu gewährleisten. Dank dieser wegweisenden Entscheidung im Jahre 1883 hebt sich Deutschland mit seinem Gesundheitssystem noch heute von vielen Ländern der Welt ab. Dieses fortschrittliche Gesundheitssystem steht nun vor mehrdimensionalen Herausforderungen: ein stetig steigendes Durchschnittsalter der Bevölkerung, Fachkräftemangel und eine lückenhafte medizinische Versorgung auf dem Land sind nur einige der Entwicklungen, denen sich die Politik und die Akteure des Gesundheitswesens stellen müssen.
Weiterführend unterstreichen die Entwicklungen die Notwendigkeit von digitalen Versorgungslösungen, um diese Herausforderungen meistern zu können. Neben den aufgeführten Problemen ist auch ein Generationswechsel im Sozialversicherungssystem zu verzeichnen. Die Generation der Millennials, welche zwischen 24 und 40 Jahren alt ist und zum größten Teil fest im Berufsleben steht, zahlt ins Sozialversicherungssystem ein. Sie stellen eine große Gruppe an Stakeholdern für das Gesundheitswesen dar, die als Digital Natives einer Digitalisierung von medizinischen Versorgungsleistungen offen gegenüber eingestellt ist. Denn sie sind mit Technologien aufgewachsen und empfinden deren Nutzung als alltäglich und effizient.
Doch warum sollen Millennials einen kilometerweiten Weg zum Hausarzt zurücklegen, Wartezeit in der Arztpraxis in Kauf nehmen, wo zum Teil eine hohe Ansteckungsgefahr durch andere kranke Patienten besteht? All das sollen Millennials für eine Nachsorgeuntersuchung auf sich nehmen, die nur wenige Minuten in Anspruch nimmt? Warum sollen Millennials sogar hunderte Kilometer weit fahren, nur um eine Zweitmeinung zu einer Diagnose von einem Spezialisten einzuholen oder sich gegebenenfalls nur beraten zu lassen? Dies widerspricht den Ansprüchen dieser Generation an Digitalisierung und Effizienz. Genau dort setzen telemedizinische Leistungen wie medizinische Videosprechstunden an. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, die online mittels Videoübertragung verläuft, wird somit ortsunabhängig und eröffnet so neue Möglichkeiten in der medizinischen Versorgungsqualität und -effizienz. Wartezeiten, Ortsgebundenheit und Fahrtzeiten stellen damit keine Herausforderungen für die medizinische Versorgung mehr dar.
1 Digitalisierungsprozess des deutschen Gesundheitswesens: Dieses Kapitel beschreibt die demografischen und strukturellen Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems und identifiziert die Notwendigkeit digitaler Lösungen für die Generation der Millennials.
2 Grundlagen von medizinischen Videosprechstunden: Hier werden zentrale Begriffe wie eHealth und Telemedizin definiert sowie der gesetzliche Rahmen und die technischen Voraussetzungen für Videosprechstunden erläutert.
3 Überblick der empirischen Erkenntnisse bezüglich der Akzeptanz von Patienten und medizinischen Anwendern gegenüber Telemedizin: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über existierende Akzeptanzmodelle und den aktuellen Forschungsstand zu dieser Thematik.
4 Forschungsdesign: Es wird die methodische Konzeption des Forschungsmodells vorgestellt, das auf bestehenden Theorien basiert und um kommunikationspsychologische Aspekte erweitert wurde.
5 Empirische Untersuchung der Akzeptanzfaktoren von Millennial-Patienten gegenüber Videosprechstunden: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Online-Befragung, deren statistische Auswertung sowie die Interpretation der Hypothesentests.
6 Ansatzpunkte für Anbieter von Videosprechstundenportalen zur patientenfreundlichen Gestaltung der Kommunikation: Basierend auf den Ergebnissen werden praxisnahe Empfehlungen entwickelt, wie Unternehmen ihre Kommunikation gezielter auf Millennial-Patienten ausrichten können.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, übt Kritik am methodischen Vorgehen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Telemedizin.
8 Anhang: Der Anhang enthält detaillierte Unterlagen, wie den verwendeten Online-Fragebogen.
Telemedizin, Videosprechstunden, Akzeptanz, Millennials, eHealth, Digitalisierung, Arzt-Patienten-Kommunikation, Gesundheitswesen, Technologieakzeptanz, Datenschutz, Nutzerakzeptanz, Leistungserwartung, empirische Untersuchung, Digital Natives, Smart PLS.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Akzeptanz von medizinischen Videosprechstunden bei der Generation der Millennials in Deutschland und untersucht die Faktoren, die eine Nutzung dieser digitalen Angebote fördern oder hemmen.
Die zentralen Themen umfassen die Digitalisierung des Gesundheitswesens, technologische und gesetzliche Rahmenbedingungen für Telemedizin, die psychologischen Grundlagen der Akzeptanz sowie die spezifischen Bedürfnisse der technikaffinen Zielgruppe der Millennials.
Das Hauptziel ist die Identifikation der Akzeptanzfaktoren von Millennial-Patienten gegenüber Videosprechstunden, um Anbietern von digitalen Portalen konkrete Handlungsempfehlungen für eine effektive, patientenorientierte Kommunikation zu geben.
Die Autorin wählt einen quantitativen Forschungsansatz. Es wurde eine Online-Befragung durchgeführt, deren Daten mithilfe einer Strukturgleichungsmodellierung (unter Verwendung des Programms Smart PLS 3.0) analysiert wurden.
Die Untersuchung zeigt, dass Faktoren wie Innovationsfreude, die Einstellung des Arztes und die Leistungserwartung die Akzeptanz positiv beeinflussen, während Datenschutzbedenken eine signifikant hemmende Wirkung haben.
Im Gegensatz zu anderen Forschungsstudien konnte in dieser Arbeit kein signifikanter Einfluss der subjektiven Norm (dem Druck des sozialen Umfelds) auf die Intention zur Nutzung von Videosprechstunden bei Millennials nachgewiesen werden.
Obwohl Millennials eine hohe Online-Affinität haben, empfinden sie medizinische Daten als hochsensibel, weshalb die Sorge vor unbefugtem Zugriff die Einstellung zur Videosprechstunde stark negativ beeinflusst.
Das Gesetz ebnet den Weg für eine leichtere Implementierung von Videosprechstunden in die Regelversorgung, indem es Ärzten erlaubt, ihre Patienten aktiv über dieses Angebot zu informieren, was eine wesentliche bisherige Informationsbarriere abbaut.
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