Diplomarbeit, 2007
98 Seiten, Note: 1,5
1. Einführung
1.1 Der Libanonkrieg 2006
1.1.1 Forschungsstand zum Nahostkonflikt in der deutschen Presse
2. Methode
2.1 Typen der Inhaltsanalyse
2.2 Untersuchungsdesign
2.2.1 Auswahl der Zeitungen
2.2.2 Untersuchungszeitraum und Stichprobe
2.2.3 Kategorien und Kodierung
3. Quantitative und qualitative Inhaltsanalyse über die Berichterstattung von SZ und taz während des Libanonkrieges 2006
3.1 Textgattungen
3.2 Informationsquellen
3.3 Berichtsort
3.4 Informationsquellen und Textgattungen
3.4.1 Analyse eines Agenturberichts in der taz
3.4.2 Analyse eines Agenturberichts in der SZ
3.5 Thematisierung
3.5.1 Militär
3.5.2 Politik
3.5.3 Gesellschaftliche Organisationen und Bevölkerung
3.6 Thematisierung und Textgattungen
3.7 Kriegsursache
3.7.1 Implizite und explizite Bewertungen zur Kriegsursache in berichtenden Texten und Kommentaren
3.7.2 Textanalyse von Korrespondentenberichten in der SZ
3.7.3 Textanalyse von Kommentaren in der SZ
3.7.4 Textanalyse von Korrespondentenberichten in der taz
3.7.5 Textanalyse von Kommentaren in der taz
3.8 Feindbilder
3.8.1 Zentrale Begriffe
3.8.2 Auswertung
3.8.3 Metaphernanalyse in Kommentaren der SZ
3.8.4 Stereotypenanalyse in berichtenden Texten der SZ
4. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichterstattung der tageszeitung (taz) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) während des Libanonkrieges 2006 mit dem Ziel, die Hypothese zu überprüfen, ob Meinungen in Kommentaren bereits durch die Art der journalistischen Berichterstattung vorbereitet werden und diese somit eine gezielte Meinungsbildung beeinflusst.
1. Einführung
„Israel greift an zwei Fronten an“, „Krieg an zwei Fronten“, „Krieg um Geiseln“, „Tage des Sturms“. So titelten die Süddeutsche Zeitung beziehungsweise die tageszeitung am 13. Juli 2006. Als die deutsche Presse auf die militärische Eskalation im Libanon reagieren konnte, waren dort längst Tatsachen geschaffen: Einen Tag zuvor hatte die schiitische Hisbollah („Partei Gottes“) zwei israelische Soldaten im Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel entführt. Die Antwort der israelischen Regierung dauerte nur wenige Stunden. Ministerpräsident Ehud Olmert bezeichnete die Entführung der beiden Soldaten als Kriegsakt und machte die libanesische Regierung für deren Schicksal verantwortlich: „Dies ist kein Terrorakt, sondern die Aktion eines souveränen Staates, der Israel ohne Grund angreift.“ Olmert kündigte eine „sehr schmerzhafte und weitreichende Antwort“ an und befahl der Luftwaffe umgehend den Angriff auf den Libanon, die daraufhin den Beiruter Flughafen bombardierte, Straßen und Brücken zerstörte und vermutete Stellungen der Hisbollah im Süden des Landes angriff. Die Hisbollah wiederum beschoss den Norden Israels mit Raketen.
Soweit berichteten Süddeutsche und taz noch übereinstimmend über die Ereignisse des Vortags. Bei der Frage jedoch, was genau der Eskalation des Konflikts vorausging, machten beide Zeitungen unterschiedliche Angaben. Während der Israel-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Thorsten Schmitz, mehrfach schrieb, die beiden israelischen Soldaten seien „bei einem Überfall auf einen israelischen Grenzposten verschleppt“ worden, legte sich die für die tageszeitung schreibende Korrespondentin, Susanne Knaul, in der Frage, ob die Entführung auf israelischem oder libanesischem Staatsgebiet geschah, nicht fest. Sie schrieb stattdessen, die Hisbollah habe „gestern mehrere entlang der Grenze patrouillierende israelische Jeeps“ angegriffen und zwei Soldaten entführt. Unterschiedliche Aussagen machten die beiden Journalisten auch über die Zahl der israelischen Soldaten, die die Hisbollah bei der Aktion tötete.
1. Einführung: Das Kapitel führt in den Libanonkrieg 2006 ein, verdeutlicht die widersprüchliche Berichterstattung deutscher Zeitungen und definiert das Forschungsanliegen zur Überprüfung der Hypothese der Meinungsbeeinflussung durch Berichterstattung.
2. Methode: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Inhaltsanalyse dargelegt, das Untersuchungsdesign erläutert sowie die Auswahl der Zeitungen, der Zeitraum und die Kategorienbildung begründet.
3. Quantitative und qualitative Inhaltsanalyse über die Berichterstattung von SZ und taz während des Libanonkrieges 2006: Dieser Hauptteil analysiert detailliert Textgattungen, Quellen, Themen und Kriegsursachen sowie die Konstruktion von Feindbildern, um die Unterschiede zwischen den Zeitungen empirisch zu belegen.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich die Hypothese der bewussten Meinungsbildung durch die Art der Berichterstattung quantitativ nicht eindeutig bestätigen lässt, jedoch qualitative Unterschiede in der Gewichtung und Perspektive existieren.
Libanonkrieg 2006, tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Inhaltsanalyse, Berichterstattung, Journalismus, Meinungsbildung, Kriegsursache, Hisbollah, Israel, Feindbilder, Medienwirkungsforschung, Agenda-Setting, Korrespondentenberichte, Textgattungen
Die Arbeit untersucht, wie zwei deutsche Tageszeitungen, die taz und die Süddeutsche Zeitung, den Libanonkrieg 2006 journalistisch verarbeitet haben und ob dabei ideologische Muster in der Berichterstattung erkennbar sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Textgattungen, der Herkunft von Informationsquellen, der Thematisierung militärischer und politischer Ereignisse sowie der Art und Weise, wie Akteure und Kriegsursachen dargestellt werden.
Das Hauptziel ist die Überprüfung der Hypothese, dass journalistische Kommentare in ihrer Meinung bereits durch die vorangegangene, vermeintlich neutrale Art der Berichterstattung vorbereitet werden.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus quantitativer und qualitativer Inhaltsanalyse, um empirische Daten über die Form, den Gehalt und die Einstellungen der journalistischen Aussagen zu gewinnen.
Im Hauptteil werden das Untersuchungsdesign, die Verteilung von Textgattungen und Quellen, die thematische Gewichtung sowie eine detaillierte Textanalyse von Korrespondentenberichten und Kommentaren zur Identifikation von Schuldzuweisungen und Feindbildern durchgeführt.
Kernbegriffe sind Libanonkrieg 2006, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Meinungsbildung, Kriegsursache, Feindbilder und die vergleichende Analyse von taz und SZ.
Die Analyse zeigt, dass beide Zeitungen stark von staatlichen oder offiziellen Quellen abhängig sind, wobei die Süddeutsche Zeitung in ihrer Berichterstattung tendenziell häufiger offizielle israelische Quellen zitiert als die tageszeitung.
Es zeigt sich, dass die SZ in ihren Kommentaren und Berichten häufiger die Hisbollah als eindeutigen Aggressor identifiziert, während die taz hier eine zurückhaltendere, neutralere Position einnimmt.
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