Masterarbeit, 2019
112 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Kapitalanlagemanagement eines Lebensversicherers
2.1 Definition, Merkmale und Funktionen einer Lebensversicherung
2.2 Rolle und Struktur des Kapitalanlagemanagements im Lebensversicherungsunternehmen
2.3 Einflussfaktoren auf das Kapitalanlagemanagement
2.3.1 Garantiezinsverpflichtungen aus dem Versicherungsbestand
2.3.2 Niedrigzinsphase
2.3.3 Solvency II
2.4 Aktuelle Kapitalanlagestruktur der Lebensversicherer
3 Unternehmenskredite als Anlagemöglichkeit
3.1 Unternehmenskredite – Definition, Abgrenzungen und Formen
3.2 Grundsätze der Kreditvergabe
3.3 Zulässigkeit von Lebensversicherern als Investoren
3.4 Marktbedingungen
3.4.1 Akteure im Markt für Unternehmenskredite und deren Umfeld
3.4.2 Ökonomische Verhältnisse im Markt für Unternehmenskredite
3.5 Analyse der Erfolgspotenziale von Unternehmenskrediten
3.5.1 Finanzielle Analyse von Unternehmenskrediten
3.5.2 Ökonomische Analyse von Versicherern als Investoren
3.6 Ansätze für den Markteintritt
3.6.1 Klassischer Versicherungsvertrieb
3.6.2 Kreditvergabe über digitale Kanäle
3.6.3 Kollaboration mit Banken
3.7 Kritische Würdigung
4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Eignung von Unternehmenskrediten als Kapitalanlage für deutsche Lebensversicherer vor dem Hintergrund des aktuellen Niedrigzinsumfelds und der regulatorischen Anforderungen durch Solvency II, um die Rentabilität des Geschäftsmodells zu sichern.
3 Unternehmenskredite als Anlagemöglichkeit
Kredite werden an Unternehmen/ Selbstständige, private sowie öffentliche Haushalte vergeben. Unternehmens- bzw. Firmenkredite sollen im Folgenden den Schwerpunkt der Untersuchung bilden. Mit Blick auf die Passivseite der Bilanz finanzieren sich Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise. Eine Differenzierung kann dabei in Innen- und Außenfinanzierung (Mittelherkunft) sowie Eigen- und Fremdfinanzierung (Rechtsstellung) erfolgen. Abbildung 18 stellt in diesem Zusammenhang verschiedene Finanzierungsarten gegenüber. Bei Unternehmenskrediten handelt es sich um eine Außen- und Fremdfinanzierung, welche auch als Bankkredit bezeichnet wird. Definiert wird es als Schuldverhältnis, welches die Überlassung finanzieller Mittel von einem Kreditgeber (Gläubiger) an einen Kreditnehmer (Schuldner) für einen begrenzten Zeitraum mit fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Zins- und Tilgungsleistungen beinhaltet. Im Unterschied zum Eigenkapital übernimmt der Gläubiger keine Haftung für Geschäftsrisiken und profitiert von einer bevorzugten Befriedigung der Ansprüche im Insolvenzfall.
Firmenkredite können als handelbare oder nicht handelbare Finanzinstrumente auftreten. Handelbare Kredite sind verbriefte Forderungen wie Schuldverschreibungen/ Anleihen, welche an der Börse emittiert und gehandelt werden. Diese lassen sich in Inhaber- sowie Namensschuldverschreibungen differenzieren. Inhaberschuldverschreibungen verbriefen für den Inhaber ein Recht auf Zins- und Tilgungsleistungen. Bei der zweiten Form wird der Begünstigte namentlich innerhalb eines Registers erwähnt. Dies führt zu einer eingeschränkten Fungibilität, da der Schuldner dem Gläubigerwechsel zustimmen muss.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Kritik am Geschäftsmodell der Lebensversicherer aufgrund geringer Rentabilität und stellt die Untersuchung von Unternehmenskrediten als mögliche Anlagealternative vor.
2 Grundlagen zum Kapitalanlagemanagement eines Lebensversicherers: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise und das Risikoprofil von Lebensversicherungen sowie die zentrale Rolle des Kapitalanlagemanagements, insbesondere unter Einfluss von Garantiezinsen, Niedrigzinsphase und Solvency II.
3 Unternehmenskredite als Anlagemöglichkeit: Das Hauptkapitel definiert Firmenkredite, analysiert die regulatorische Zulässigkeit für Versicherer sowie die Marktbedingungen, Erfolgspotenziale und möglichen Markteintrittsstrategien.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken der Investition in Unternehmenskredite zusammen und bewertet die Notwendigkeit dieser Anlagealternative zur Sicherung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit.
Lebensversicherer, Kapitalanlage, Unternehmenskredite, Niedrigzinsphase, Solvency II, Rendite, Asset-Liability-Management, Firmenkundengeschäft, Risikomanagement, Bonitätsanalyse, Digitalisierung, Banken, Markteintritt, Diversifikation, Eigenkapitalunterlegung.
Die Arbeit analysiert, inwieweit Unternehmenskredite eine attraktive und zulässige Kapitalanlage für deutsche Lebensversicherer darstellen, um in Zeiten von Niedrigzinsen und strenger Regulatorik weiterhin profitabel zu wirtschaften.
Zu den zentralen Themen gehören das Kapitalanlagemanagement von Lebensversicherern, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Investitionen, die Analyse des Firmenkreditmarktes und die Bewertung von Strategien für den Markteintritt.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob Unternehmenskredite als Vehikel zur Rentabilitätssteigerung unter Berücksichtigung rechtlicher Zulässigkeit, wirtschaftlicher Attraktivität und Risikofaktoren geeignet sind.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literatur- und Analysebasis, um aktuelle ökonomische Rahmendaten, regulatorische Anforderungen (Solvency II) und Marktdaten der Kreditbranche kritisch zu beleuchten.
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen des Kapitalanlagemanagements, der Definition und Zulässigkeit von Unternehmenskrediten, der Analyse von Marktbedingungen sowie den Erfolgspotenzialen und Markteintrittsoptionen für Versicherer.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lebensversicherer, Unternehmenskredite, Solvency II, Niedrigzinsphase und Risikomanagement charakterisiert.
Aufgrund ihres langfristigen Geschäftsmodells passen Unternehmenskredite gut zur Fristenstruktur von Versicherern und bieten oft höhere Renditen als klassische Staatsanleihen, was zur Deckung von Zinsverpflichtungen beitragen kann.
Digitale Prozesse ermöglichen Effizienzgewinne in der Kreditbearbeitung, den Zugang zu Echtzeitdaten für eine bessere Bonitätsprüfung und bieten einen modernen Vertriebsweg, um Kostenvorteile gegenüber traditionellen Bankstrukturen zu erzielen.
Zu den Risiken zählen vor allem die Bonitätsrisiken der Kreditnehmer, das durch Solvency II bedingte Spreadrisiko, der Prinzipal-Agent-Konflikt sowie die begrenzte Fungibilität dieser unverbrieften Forderungen.
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