Bachelorarbeit, 2020
50 Seiten, Note: 6
1 Einleitung
1.1 Kurzbeschreibung des Themas
1.2 Fragestellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Vorgehen
2 Theorieteil
2.1 Graphic Novel
2.1.1 Graphic Novel: ein Definitionsversuch
2.1.2 Die Geschichte der Graphic Novel
2.1.3 Das Format Graphic Novel
2.1.4 Der Unterschied zwischen Graphic Novels und anderen Comics
2.1.5 Die Medialität des Comics im Vergleich zu anderen Medien
2.1.6 Der Holocaust in Graphic Novels
2.1.7 So stellt man den Holocaust in Comics richtig dar
2.2 ‘Maus – Die Geschichte eines Überlebenden’
2.2.1 Idee und Entwicklung
2.2.2 ‘Die Geschichte eines Überlebenden’
2.2.3 Art Spiegelman: der Künstler
2.2.4 Figurenkonstellation
2.2.5 Rezeption ‘Maus’
2.3 Tiersymbolik
2.3.1 Tierfabel
2.3.2 Tiermetapher
2.3.3 Tierfabel und Tiermetaphorik in ‘Maus’
2.3.4 Verhaltensweisen von Katz und Maus
3 Methodenteil
3.1 Die narrativen Ebenen
3.2 Makroanalyse
3.2.1 Zeitanalyse
3.3 Mikroanalyse
3.3.1 Figurenanalyse
3.3.2 Raumanalyse
3.3.3 Zeichenanalyse
4 Auswertung
4.1 Auswertung der Makro- und Mikroanalyse
4.1.1 Auswertung der Makroanalyse
4.1.2 Auswertung der Mikroanalyse
5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Art Spiegelmans Graphic Novel "Maus – Die Geschichte eines Überlebenden" mittels einer narratoästhetischen Bilderbuchanalyse. Ziel ist es, die Funktion der Tiersymbolik (insbesondere der Konstellation "Katze vs. Maus") innerhalb der Holocaust-Erzählung zu ergründen und aufzuzeigen, wie das Medium Comic zur Aufarbeitung historischer Traumata beitragen kann.
Die Medialität des Comics im Vergleich zu anderen Medien
Damit bei einem Comic von einem Medium gesprochen werden kann, sind laut einem Glossar der Universität Tübingen dreierlei Aspekte relevant: Träger-, Basis- und Einzelmedien (Schirra, 2010). Mit Trägermedien sind alle Medien gemeint, die eine gegenständliche Weitergabe von Texten, Bildern oder Tönen ermöglichen: als Heft, Buch, Schallplatte, Audio- oder Videokassette, CD-ROM, DVD oder als Blu-ray. Damit gemeint sind aber auch Texte und Bilder auf Anschlagtafeln, Plakaten oder auf Werbebeschriftungen und -bemalungen – also Texte, Bilder oder Töne, die zur unmittelbaren Wahrnehmung bestimmt sind (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), o. J.). Zum ersten Mal traten Comics in Trägermedien wie Zeitungen, Comicheften oder Alben in Erscheinung – heutzutage geschieht dies immer öfters auch in digitaler Form. Die Rede ist von Sekundärmedien, deren Produktion Technik einsetzt, während die Rezeption allein das Produkt voraussetzt, und von Tertiärmedien, z. B. Webcomics, bei denen sowohl Produktion als auch Rezeption technischer Hilfsmittel bedürfen (Abel & Klein, 2016, S. 59).
Geht es nach Irina O. Rajewsky und Werner Wolf, handelt es sich beim Comic um ein Einzelmedium, das unter anderem auch Printmedien, Hörfunk, Fernsehen oder Online-Medien umfasst (Sennewald, 1998), weil es durch diskursiv-soziale Prozesse als solche ausdifferenziert wurde. Damit ist gemeint, dass Medien wie Film oder Fernsehen auf Formsprache und Ästhetik des Comics Bezug nehmen (Schirra, 2010; Rajewsky, 2010, S. 51-68; Wolf, 2005, S. 252-256). Die besondere Bildersprache des Comics ‘Sin City’, die in einem film-noir-ähnlichen Stil illustriert ist, wurde für den gleichnamigen Film 1:1 übernommen, der im Jahr 2005 unter der Regie Robert Rodriguez’ in die Kinos kam (Rodriguez, 2005).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Graphic Novel "Maus" und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Tiersymbolik im Kontext des Holocaust.
2 Theorieteil: Umfassende Auseinandersetzung mit der Gattung Graphic Novel, dem Werk von Art Spiegelman sowie den Grundlagen der Tiersymbolik und Tiermetaphorik.
3 Methodenteil: Vorstellung des narratoästhetischen Analysemodells, unterteilt in Makro- und Mikroanalyse von Panels.
4 Auswertung: Detaillierte Anwendung der Makro- und Mikroanalyse auf die fünf Lebensereignisse Wladeks und ausgewählte Panels des Werks.
5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über die Eignung des Comics zur Darstellung historischer Traumata.
Maus, Art Spiegelman, Graphic Novel, Holocaust, Tiersymbolik, Tiermetaphorik, Holocaust-Comics, Makroanalyse, Mikroanalyse, Bildersprache, Nationalsozialismus, KZ Auschwitz, narratoästhetische Analyse, Comic-Forschung, Erinnerungsarbeit
Die Arbeit analysiert die Funktion und Relevanz der Tiersymbolik in Art Spiegelmans Graphic Novel "Maus" im Hinblick auf die Darstellung der Holocaust-Erfahrung.
Die Arbeit behandelt die Gattung Graphic Novel, die historische Aufarbeitung des Holocaust im Comic, die Funktion von Tiermetaphern und die narratoästhetische Gestaltung von Panels.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Tiersymbolik (Katze vs. Maus) eingesetzt wird, um das Grauen des Holocaust darzustellen, ohne es zu verniedlichen, und welche erzählerische Funktion diese Maskierung erfüllt.
Es wird eine qualitative narratoästhetische Bilderbuchanalyse angewendet, die sich in eine Makroanalyse (Kontext, Produktion, Rezeption) und eine Mikroanalyse (Figuren-, Raum- und Zeichenanalyse von 202 Panels) gliedert.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Comics und Graphic Novels dargelegt, die Biografie und Intention von Art Spiegelman beleuchtet sowie die empirische Analyse von ausgewählten Panels durchgeführt.
Zu den zentralen Begriffen zählen "Maus", Art Spiegelman, Holocaust-Comics, Tiermetaphorik, Holocaust, Bildersprache und narratoästhetische Analyse.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Figuren zwar Tierköpfe tragen, ansonsten jedoch menschliche Verhaltensweisen, Mimik und Emotionen zeigen, wodurch sie als "Chimären" fungieren.
Die Panel-Analyse ermöglicht es zu überprüfen, ob sich tierische Verhaltensweisen in den Handlungen der Protagonisten widerspiegeln, was Spiegelman in der Regel ablehnt, da er die Tiere vor allem als Masken für menschliche Geschichte nutzt.
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