Bachelorarbeit, 2019
70 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER UND EMPIRISCHER HINTERGRUND
2.1 SEXISMUS
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Kleine Typologie sexistischer Einstellungen
2.1.3 Moderner Sexismus
2.1.4 Ambivalenter Sexismus
2.2 RAP
2.2.1 Geschichte des Rap
2.2.2 Deutschrap – eine glokalisierte Kultur
2.2.3 Geschlechterrollen im Rap
2.2.4 Rap als Rezeptionsgegenstand
2.3 SEXISMUS UND RAP
3 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN
4 KONZEPTION DER EMPIRISCHEN STUDIE
4.1 FORSCHUNGSMETHODIK
4.2 DURCHFÜHRUNG
4.3 UNTERSUCHUNGSOBJEKT
4.4 DATENERHEBUNGSINSTRUMENTE
4.4.1 Ambivalente Sexismus Skala (ASS) (Eckes & Six-Materna, 1999)
4.4.2 Moderne Sexismus Skala (MSS) (Swim et al., 1995)
4.4.3 Demographische Daten
4.4.4 Subjektive Evaluation des Songs
4.4.5 Subjektive Beziehung zur Musik
4.5 STICHPROBENBESCHREIBUNG
4.6 STATISTISCHE DATENAUSWERTUNG
5 ERGEBNISSE
5.1 ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESEN
5.2 WEITERE BEFUNDE
6 DISKUSSION
6.1 EINORDNUNG DER HYPOTHESEN
6.2 EINORDNUNG WEITERER BEFUNDE
6.3 KRITISCHE REFLEXION
7 FAZIT UND FORSCHUNGSAUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss persönlicher und kontextueller Merkmale auf die Wahrnehmung ambivalent sexistischer Einstellungen in Rap-Songs, wobei insbesondere das Geschlecht der Rezipienten, die Darbietungsform und die subjektive Zuordnung zu einem Rap-Lager (authentisch vs. ironisch) analysiert werden.
2.1.1 Begriffsbestimmung
Seinen Ursprung findet der Begriff Sexismus in der amerikanischen Frauenbewegung der 60-er Jahre, wo er in Anlehnung an den Kontext und die Mechanismen des Rassismus etabliert wurde. An Stelle des Bezugs auf die „Rasse“ steht das Geschlecht im Zentrum, wie „Sex“, das Präfix dieses -ismus, bereits vorwegnimmt. Beide Begriffe bieten die Möglichkeit, auf bestehende ideologisch besetzte Systeme hinzuweisen und geben dem kritischen Umgang mit den sich dahinter verbergenden Einstellungen einen Namen. Von Beginn an ist Sexismus das zu Kritisierende, also negativ konnotiert. Etwa zehn Jahre später gilt der Diskurs auch in Deutschland als eröffnet (Thiele, 2013).
„Unter Sexismus […] fallen geschlechtsbezogene Stereotype, Affekte und Verhaltensweisen, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben“ (Eckes, 2008, S. 183). Diese Definition des Sprach- und Genderforschers Thomas Eckes wird in der vom Verfasser gesichteten Literatur häufig aufgegriffen. Es fällt auf, dass Eckes eine direkte Formulierung wie „Sexismus ist …“ vermeidet. Diese, wie auch die Formulierung, dass gewisse Phänomene unter den Begriff Sexismus fielen, (ihn aber nicht vollständig einzugrenzen vermögen) deuten auf die Schwierigkeit einer allgemeingültigen und allumfassenden Definition des Konstrukts hin. Ferner ist zu bemerken, dass Eckes relativ wertfrei bleibt. Eine wertende Alternative bieten Werner und von Collani: „Sexismus soll hier allgemein als eine Einstellung verstanden werden, die eine stereotype Einschätzung, Bewertung, Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person allein auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit beinhaltet“ (2004, S. 1). Drei Aspekte, die nach Eckes und Six Materna (1998) Sexismus gegenüber Frauen grundlegend ausmachen sind die Betonung von Geschlechterunterschieden, der Glaube an die Minderwertigkeit des weiblichen Geschlechts und die Befürwortung herkömmlicher Geschlechterrollen (Eckes, 2008, S. 183).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Debatte über Sexismus im Deutschrap und führt in die wissenschaftliche Relevanz der Rezeptionsforschung von Rap-Musik ein.
2 THEORETISCHER UND EMPIRISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte Sexismus und Rap, arbeitet deren Schnittpunkte heraus und liefert die theoretische Basis für die Untersuchung.
3 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN: Hier werden die Forschungsfragen hergeleitet und die zu prüfenden Hypothesen zur Wahrnehmung von Sexismus im Kontext von Rap-Musik formuliert.
4 KONZEPTION DER EMPIRISCHEN STUDIE: Es wird das methodische Design der empirischen Studie, inklusive der Erhebungsinstrumente, der Stichprobe und des Stimulus-Materials (SSIO-Song), detailliert beschrieben.
5 ERGEBNISSE: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten ausgewertet und die Hypothesen anhand der Regressionsanalysen und der Clusteranalyse überprüft.
6 DISKUSSION: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch reflektiert und in den bestehenden Forschungskontext eingeordnet.
7 FAZIT UND FORSCHUNGSAUSBLICK: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und schlägt Anknüpfungspunkte für zukünftige Studien vor.
Sexismus, Rap, Gangsta-Rap, Wahrnehmung, Geschlecht, Rezeption, Ambivalenter Sexismus, Hostiler Sexismus, Benevolenter Sexismus, Authentizität, Ironie, Musikpsychologie, Gender Studies, Clusteranalyse, Regressionsanalyse
Die Arbeit untersucht, wie Rezipienten sexistische Einstellungen in Rap-Songs wahrnehmen und welche persönlichen oder kontextuellen Faktoren diese Wahrnehmung beeinflussen.
Die zentralen Themenfelder sind Sexismus in der populären Musik, insbesondere im Rap-Genre, sowie die psychologische Rezeptionsforschung unter Berücksichtigung von Geschlechtsunterschieden und der Darbietungsform.
Das primäre Ziel ist es aufzudecken, ob Merkmale wie das Geschlecht des Hörers, die Art der Darbietung (Text vs. Audio) und die Einschätzung der Authentizität des Rappers die Wahrnehmung von hostilen und benevolenten sexistischen Einstellungen in Rap-Texten vorhersagen können.
Es wurde eine online-basierte quantitative Querschnittsstudie durchgeführt, bei der 134 Probanden mittels standardisierter Fragebögen (unter anderem der Ambivalenten Sexismus Skala) befragt wurden. Die statistische Auswertung erfolgte durch hierarchische Regressionsanalysen, Mann-Whitney-U-Tests und eine Two-Step-Clusteranalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Hintergrund zu Sexismus-Typologien und Rap-Kultur sowie in die Konzeption und Durchführung der empirischen Studie inklusive der detaillierten Ergebnisse und deren Diskussion.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Sexismus, Gangsta-Rap, Rezeption, Geschlecht, Ambivalenter Sexismus sowie Authentizität und Ironie als Kategorisierungsmerkmale der Musik.
SSIO dient als Stimulus für die Studie. Er wurde ausgewählt, da seine Musik das Rap-Dogma der Authentizität auf eine persiflierende Weise herausfordert, was es den Probanden ermöglicht, zwischen der Kunstfigur und der Privatperson zu differenzieren.
Die Studie zeigt, dass eine textliche Darbietung (Lesen des Songtextes) zu einer signifikant höheren Wahrnehmung hostil sexistischer Einstellungen führt als eine rein musikalische Rezeption, da erstere mehr Raum für bewusste, rationale Reflexion bietet.
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