Masterarbeit, 2020
212 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
1.1 Motivation und Relevanz des Themas
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Konzeptionelle Grundlagen aus Innovationsmanagement- und Geschäftsmodellsicht
2.1 Ansätze des Innovationsmanagements
2.1.1 Definition und Begriffsabgrenzung von „Innovation“
2.1.2 Klassifikation von Innovationen
2.1.3 Adoption und Diffusion von Innovationen
2.1.4 Ausgewählte Innovationsstrategien im Vergleich
2.2 Abgrenzung von Geschäftsmodellen und Geschäftsmodellinnovationen
2.2.1 Charakteristika von Geschäftsmodellen
2.2.2 Charakteristika von Geschäftsmodellinnovationen
2.3 Organisationale Energie und Organisationale Trägheit
3. Stand der Praxis und Analyse des Status Quo der deutschen Automobilindustrie
3.1 Definition und Begriffsabgrenzung „Elektromobilität“
3.2 Elektromobile Antriebskonzepte und -technologien im Vergleich
3.3 Status Quo der deutschen Automobilindustrie im Hinblick auf Elektromobilität
3.4 Analyse des Status Quo und des Verhaltens der deutschen Automobilindustrie auf Basis der Innovationsmanagement- und Geschäftsmodell-Ansätze
4. Qualitative Interviewstudie zum Thema Elektromobilität in der deutschen Automobilindustrie
4.1 Ziel der Untersuchung
4.2 Determinanten der Forschung und Methodik
4.2.1 Forschungsdesign
4.2.2 Messinstrument
4.2.3 Auswahl und Befragung der Teilnehmer
4.3 Daten- und Ergebnisanalyse
5. Diskussion der Interviewergebnisse zur Bildung von Implikationen und Handlungsempfehlungen für die deutsche Automobilindustrie
6. Fazit, kritische Würdigung und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, ob und wie Elektromobilität künftig mit oder ohne Brennstoffzellentechnologie umgesetzt wird, wobei der Fokus auf der Analyse aus Innovationsmanagement- und Geschäftsmodellsicht sowie auf einer qualitativen Interviewstudie in der deutschen Automobilindustrie liegt, um Beweggründe für deren spätere Bearbeitung des Themas zu identifizieren.
2.1.1 Definition und Begriffsabgrenzung von „Innovation“
Vor dem Hintergrund der Analyse aus Innovationsmanagementsicht wird in diesem Kapitel zunächst der Begriff der Innovation eingeführt und abgegrenzt. In der Fachliteratur lässt sich aktuell jedoch keine allgemein gültige Definition des Innovationsbegriffes finden (vgl. Gleich; Munck; Tkotz, 2017, S. 315). Viele Autoren legen einen unterschiedlichen Schwerpunkt bei dem Versuch, den Begriff zu definieren. Aus diesem Grund werden nachfolgend verschiedene Definitionsansätze beleuchtet. Zunächst aber wird zwischen den Begriffen Invention und Innovation differenziert, da diese oftmals fehlerhaft als Synonyme verwendet werden (vgl. Müller; Görres, 2009, S. 5). Unter einer Invention, oder auch Erfindung, versteht man die Schaffung eines Produkts oder die erstmalige Einführung eines Prozesses (vgl. Grasty, 2017, o. S.). Etwas allgemeiner beschreibt eine Invention damit die Einführung von etwas Neuem und wird somit als unabdingbare Voraussetzung einer Innovation verstanden (vgl. Müller; Görres, 2009, S. 5).
Letztere ist von einer Invention abzugrenzen. Diese Abgrenzung wird auch von Schumpeter (1939) vorgenommen. So beschreibt er: „Technologische Veränderungen in der Produktion von Gütern […], die Erschließung neuer Märkte […] – kurz jedes ‚Andersmachen‘ im Gesamtbereich des Wirtschaftslebens -, das alles sind Beispiele dessen, was wir Innovationen nennen wollen. Es sollte zunächst beachtet werden, daß dieser Begriff nicht synonym mit ‚Erfindung‘ ist.“ (vgl. Schumpeter, 1939, S. 91). Rogers (1983) versteht unter einer Innovation eine Idee oder ein Objekt, welches von einem Individuum als neu wahrgenommen wird (vgl. Rogers, 1983, S. 11). Neben dem Aspekt der Neuheit kann der Begriff der Innovation auch auf Prozessebene definiert werden. Garcia und Calantone (2001) verstehen unter einer Innovation einen iterativen Prozess, der die technologische Entwicklung einer Erfindung mit deren Markteinführung für den Endnutzer kombiniert (vgl. Garcia; Calantone, 2001, S. 112). Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch Baragheh, Rowly und Sambrook (2009). Sie beschreiben eine Innovation als einen mehrstufigen Prozess, bei dem Unternehmen ihre Ideen in neue oder verbesserte Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse umwandeln, um so eine erfolgreiche Weiterentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Differenzierung am Markt zu erreichen (vgl. Baragheh; Rowley; Sambrook, 2009, S. 1334).
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation und Relevanz des Themas im Rahmen des tiefgreifenden Wandels der deutschen Automobilindustrie hin zur Elektromobilität.
2. Konzeptionelle Grundlagen aus Innovationsmanagement- und Geschäftsmodellsicht: Es werden theoretische Ansätze zu Innovationen, Geschäftsmodellen sowie organisationstheoretische Konzepte wie organisationale Energie und Trägheit dargelegt.
3. Stand der Praxis und Analyse des Status Quo der deutschen Automobilindustrie: Dieses Kapitel definiert Elektromobilität und analysiert den aktuellen Stand sowie das Verhalten der deutschen Automobilhersteller auf Basis der eingeführten theoretischen Modelle.
4. Qualitative Interviewstudie zum Thema Elektromobilität in der deutschen Automobilindustrie: Die Methodik und Vorgehensweise der explorativen Experteninterviews wird beschrieben, um fundierte Primärdaten zur Forschungsfrage zu gewinnen.
5. Diskussion der Interviewergebnisse zur Bildung von Implikationen und Handlungsempfehlungen für die deutsche Automobilindustrie: Die Ergebnisse der Interviews werden diskutiert und ein spezifisches Framework für die Elektromobilität entwickelt.
6. Fazit, kritische Würdigung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, diskutiert Limitationen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsoptionen.
E-Mobilität, BEV vs. FCEV, Innovationsmanagement, Geschäftsmodelle, Geschäftsmodellinnovationen, Organisationale Trägheit, Elektromobilität, Automobilindustrie, Innovationsstrategien, Wettbewerbsvorteile, Transformation, Marktdiffusion, Technologielebenszyklus, Experteninterviews.
Die Arbeit analysiert den Transformationsprozess der deutschen Automobilindustrie hin zur Elektromobilität, wobei ein besonderer Fokus auf der Entscheidung zwischen batterieelektrischen Fahrzeugen und der Brennstoffzellentechnologie liegt.
Zentrale Themen sind Innovationsmanagement, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, organisationstheoretische Aspekte und die strategische Ausrichtung deutscher Automobilhersteller.
Das Ziel ist es, auf Basis von Innovations- und Geschäftsmodellkonzepten herauszufinden, ob und inwiefern die Elektromobilität künftig mit oder ohne die Brennstoffzelle umgesetzt wird.
Die Autorin nutzte ein exploratives Forschungsdesign und führte eine qualitative Experteninterviewstudie mit Branchenvertretern durch, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurde.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, die Analyse des Status Quo, die Durchführung der Interviewstudie sowie die Diskussion der Ergebnisse inklusive der Entwicklung eines spezifischen Frameworks.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören E-Mobilität, Innovationsmanagement, Geschäftsmodellinnovationen, Organisationale Trägheit und die Abgrenzung zwischen BEV und FCEV.
Das Konzept der organisationalen Trägheit hilft zu erklären, warum etablierte deutsche Hersteller Schwierigkeiten haben, ihre Strukturen und Strategien rechtzeitig an neue disruptive Marktgegebenheiten anzupassen.
Das BMIF ist ein von der Autorin entwickeltes Rahmenwerk, das verschiedene Dimensionen (wie Strategie, Markt, Ressourcen und Umwelt) logisch verknüpft, um Transformationsprozesse in der Branche besser analysierbar zu machen.
Die Mehrheit der befragten Experten sieht Brennstoffzellen als notwendige Ergänzung, insbesondere für Anwendungsfälle wie den Schwerlastverkehr, während batterieelektrische Konzepte für kleinere Segmente und Kurzstrecken präferiert werden.
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