Magisterarbeit, 2007
108 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Jacques Offenbach: Les Contes d’Hoffmann
2.1. Vorbemerkungen
2.2. Der erste Akt – Der Erzählvorgang
2.3. Der Olympia-Akt – Liebe zur Schönheit
2.4. Der Antonia-Akt – Liebe zur Kunst
2.5. Der Giulietta-Akt – Liebe zur Seele
2.6. Der fünfte Akt – Kunst und Leben
2.7. Zwischenfazit
3. Ferruccio Busoni: Die Brautwahl
3.1. Ferruccio Busoni und E.T.A. Hoffmann
3.2. Hoffmanns Die Brautwahl als Opernvorlage
3.3. Die Brautwahl – Probleme der Umwandlung
3.4. Zwischenfazit
4. Paul Hindemith: Cardillac
4.1. Zwei Fassungen
4.2. Titelfigur versus Titelfigur
4.3. Der erste Akt – Psychogramm einer Gesellschaft
4.4. Der zweite Akt – Kunstidolatrie
4.5. Der dritte Akt – „Ein Held starb“
4.6. Zwischenfazit
5. Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption ausgewählter Erzählungen von E.T.A. Hoffmann durch drei verschiedene Opern des 20. Jahrhunderts (Offenbach, Busoni, Hindemith). Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Erzählungen in dramatische Libretti überführt wurden, welche interpretatorischen Verschiebungen dabei stattfanden und wie die Komponisten mit dem zentralen Hoffmann-Thema des Antagonismus von Kunst und Leben umgingen.
Der erste Akt – Der Erzählvorgang
Der erste und der fünfte Akt bilden den Erzählrahmen für die Binnenhandlung mit den eigentlichen Erzählungen Hoffmanns. Diese Rahmenerzählung beginnt mit der Erscheinung der Muse, so daß sich verschiedene, sich gegenseitig durchdringende und kommentierende Ebenen auftun, die alle einen unterschiedlichen und nicht klar definierbaren Wirklichkeitsanspruch haben: die Ebene der Muse und Geister, die Ebene des erzählenden Hoffmann und die Ebene des erlebenden Hoffmann. Schon hier zeigt sich, daß die Autoren sich auf mannigfache Weise E.T.A. Hoffmanns Erzählungen und Erzählstrukturen annähern wollten.
In diesem Fall benutzten sie die auch von E.T.A Hoffmann gern angewandte Struktur der Rahmenerzählung und präsentieren dem Zuschauer mehrere unzuverlässige und einander durchdringende Ebenen, die es unmöglich machen, eine Ebene als Realität zu setzen, so daß alle möglich und doch gleichzeitig zwielichtig erscheinen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Vernachlässigung des Opernlibrettos in der Literaturwissenschaft und führt in die Thematik der literaturwissenschaftlichen Libretto-Forschung ein.
2. Jacques Offenbach: Les Contes d’Hoffmann: Dieses Kapitel analysiert die problematische Entstehungsgeschichte der Oper und untersucht, wie Hoffmanns Erzählungen als Spiegelungen der Künstlerfigur in der Oper integriert wurden.
3. Ferruccio Busoni: Die Brautwahl: Hier wird beleuchtet, wie Busoni durch eine sehr textnahe Adaptation versuchte, die Atmosphäre der hoffmannschen Erzählung einzufangen, dabei jedoch mit den strukturellen Problemen der Opernlänge und Dramaturgie kämpfte.
4. Paul Hindemith: Cardillac: Das Kapitel untersucht Hindemiths sehr freie, auf die psychologische Essenz konzentrierte Bearbeitung, die Cardillac als radikale, aus allen gesellschaftlichen Bezügen gelöste Künstlerfigur darstellt.
5. Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung resümiert die unterschiedlichen Wege der drei Komponisten und bestätigt, dass die Adaptationen als eigenständige, interpretatorische künstlerische Kommentare zu den Vorlagen verstanden werden müssen.
E.T.A. Hoffmann, Oper, Libretto, Jacques Offenbach, Ferruccio Busoni, Paul Hindemith, Literaturoper, Rezeptionsgeschichte, Kunst und Leben, Cardillac, Die Brautwahl, Les Contes d’Hoffmann, Gattungstransformation, Erzählstruktur, Künstlertum.
Die Arbeit untersucht, wie literarische Erzählungen von E.T.A. Hoffmann in Opern von Offenbach, Busoni und Hindemith transformiert wurden und welche interpretatorischen Schwerpunkte die Komponisten setzten.
Im Zentrum steht das Verhältnis von Literatur und Musik, die Problematik der Literaturoper sowie die Darstellung des Künstlers, der Kunst und des Lebens in der Auseinandersetzung mit Hoffmanns Werken.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die betrachteten Opern nicht als bloße Reduktionen der Literatur zu verstehen sind, sondern als eigenständige interpretatorische Auseinandersetzung, die den Antagonismus von Kunst und Leben thematisieren.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, bei der die Libretti in chronologischer Reihenfolge diskutiert und ihre Bezüge sowie Unterschiede zu den literarischen Vorlagen Hoffmanns herausgearbeitet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte, die jeweils einer der drei Opern gewidmet sind und deren spezifische Entstehungsgeschichte sowie deren inhaltliche und ästhetische Transformation der Vorlagen beleuchten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hoffmann-Rezeption, Literaturoper, Transformation, Künstler-Problematik und Gattungstransformation charakterisieren.
Busoni versuchte, die Erzählung möglichst unverändert und textgetreu in eine Oper zu überführen, während Offenbach eine freiere, auf die für das französische Publikum attraktiven phantastischen Elemente fokussierte Interpretation wählte.
Die Neufassung wird kritisch hinterfragt, da sie die stringente, auf die psychologische Zuspitzung der Figur Cardillacs fokussierte künstlerische Geschlossenheit der Erstfassung durch ein soziales Lehrstück verwässert.
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